Sonntag, 14. April 2013

Palermos gefährlichster Stadtteil

Das Albergheria-Viertel - es ist der berüchtigte Stadtteil der Mafia. Häuser verfallen und selbst in den vom Einsturz bedrohten Ruinen leben Menschen unter unbeschreiblichen Bedingungen. Im Rahmen meiner Recherchereisen 2011/11/12 sind diese Aufnahmen entstanden. Mit einem Klick auf die Bilder erscheinen die Originalgrößen der Fotos. Copyright Susan Gruenefeldt
 


Müll ist ein besonderes Problem - nicht nur in Palermo. Die großen Verbrennungsanlagen gehören überwiegend der Mafia. Auch deren Beseitigung liegt in der Hand der "ehrenwerten Gesellschaft" die die Stadt mit willkürlichen Gebührenerhöhungen beinahe in die Knie zwingt. Und immer wieder sieht man die "murales" - sogenannte Wandmalereien.




Ein typisches Beispiel einer kaum vorstellbaren Wohnsituation im der Via Albergheria.


...und nachts brennen Autos und Müll. Infernalischer Gestank legt sich über die Stadt!



 
Im arabischen Teil der Albergheria gibt es multikulturelles Leben. Mehr als 70% aller Bewohner sind illegal, leben vom schnellen und gefährlichen Geschäft wie Drogenhandel, Prostitution, Raub, Diebstahl und Erpressung. In diese düsteren Schlupflöchern wagt sich kaum ein Polizist. Schon gar nicht in der Nacht!
 
 


Auch das gibt es. Mitten in der Stadt ein kleiner Junge auf einem Pferd. Man braucht nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, dass dieser Junge kein gewöhnliches Kind ist. Es ist der Sohn eines "Ehrenmannes"!


 
 
...und weiter geht der nicht ungefährliche der Streifzug durch Palermos Altstadt. bewaffnet mit Kamera, die man nach Möglichkeit nur verdeckt einsetzt.  
 
 


Trotz dieser bedrückenden Wohnruinen herrscht in diesem Stadtteil pralles Leben.




 
 
 
 




Jugendliche werden schon sehr früh von der Mafia rekrutiert. Sie ist der größte Arbeitgeber in Palermo.




Stadtteil-Boss der Mafia in Palermo ermordet

Gestern wurde der Mafioso Giovabbattista Tusa in Palermo durch mehrere Schüsse umgebracht. Bei den Ermittlungen stellte die Polizei fest, dass auch dessen Bruder Vincenzo Gambino Tusa seit gestern  unauffindbar ist. Beide Männer galten als brutale und äußerst kaltblütige Killer, die nun selbst Opfer der Mafia wurden.


Giovabbattista Tusa



Der Hintergrund des Verbrechens waren vermutlich interne Auseinandersetzungen innerhalb des Clans. Die Ermittler schließen nicht aus, dass der Körper von Tusa nach dem Mord in die Nähe seines Hauses verbracht wurde, um mit der Leiche den Bruder aufzuscheuchen. Spuren weisen darauf hin, dass die Mafia Vinzenzo Gambino in ihrer Gewalt hat. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.

Das Haus des Mafia-Bosses Tusa


Samstag, 13. April 2013

VIDEO / Erschütterndes Interview mit einem Mafia-Killer

Lou Ferrante (43), der einst unter der New Yorker Mafia-Legende John Gotti arbeitete, erklärt detailliert die Funktionsweise des organisierten Verbrechens. Schon mit Anfang 20 war er Anführer einer Gang im berüchtigten Clan des „Boss“, hatte einen bewaffneten Haufen Schwerkrimineller unter sich, machte Millionen.
 
 
„Wir haben ihm die Eier abgeschnitten“ – in Italien erzählt ein Ex-Camorra-Mitglied dem amerikanischen Ex-Mafioso Ferrante, was passierte, wenn jemand der Frau vom Boss zu Nahe kam


Mit der „Familie“ und dem Verbrechen hat er während seiner achteinhalb Jahre im Knast gebrochen, aber nicht mit den Führungsprinzipien der ehrenwerten Gesellschaft.
In diesem Video interviewt er einen Camorra-Killer und befragt ihn nach seinen Methoden, wenn er tötet.


Sein Motto: Lernen Sie von der Mafia und der Erfolg ist Ihnen sicher!

„Gangster sind - was die Führung von Menschen angeht -, besser als manches Unternehmen“, sagt Lou Ferrante im Interview. „Viele Firmen behandeln ihre Mitarbeiter gleich. Die Mafia würde das niemals tun.“ In den USA treibt die gesellschaftliche Perversion abstruse Blüten. Unternehmen lassen sich von einem Mafioso beraten.

Früher schlug Ferrante Lokale zu Schrott, wenn die Besitzer aufmuckten. Er organisierte Raubüberfalle, mit denen er sich den Respekt der Unterwelt sicherte. Heute ist er im amerikanischen Fernsehen ein gefragter Mafia-Experte und weist Führungskräfte in gut bezahlten Vorträgen in die Management-Geheimnisse der „Cosa Nostra“ ein. Mich gruselt es bei dem Gedanken, dass wir bei diesen Unternehmen auch noch Produkte kaufen.

Montag, 8. April 2013

Camorra-Infiltration: Italien will Aufklärung

Bozen - Die Regionalratsabgeordneten der Opposition haben eine außerordentliche Sitzung des Regionalrates einberufen. Der Grund: Vermutlich liegt ein Fall von Infiltration des organisierten Verbrechens bei einer Ausschreibung der Brennerautobahngesellschaft vor.




Wie berichtet, führte die Polizei eine Reihe von Kontrollen in Zusammenhang mit einer Ausschreibung der Brennerautobahn AG durch. Beim Wettbewerb geht es um die Errichtung einer Reihe von Lärmschutzwänden in der Gemeinde Bussolengo. Als Sieger ging im vergangenen Dezember die Gesellschaft Ptam aus Castellammare di Stabia hervor – mit einem sagenhaften Abschlag von 40 Prozent.

Die Ermittler gehen allerdings davon aus, dass das Unternehmen enge Kontakte zur Camorra pflegt. Gegen die Gesellschaft laufen mehrere Ermittlungen in ganz Italien.

Die Arbeiten für das Projekt wurden von der Brennerautobahn mit rund fünf Millionen beziffert. Die Gesellschaft wollte den Auftrag um etwa drei Millionen übernehmen. Durch den hohen Abschlag schöpften die Ermittler Verdacht. Außerdem tauchten zwei Zeugen auf.

Die Firma soll eng mit dem Clan D’Alessandro verstrickt sein, der in Castellammare di Stabia aktiv ist. Den Ermittler gelang es, den Aufbau der Gesellschaft nachzuvollziehen – und damit auch die mutmaßlichen Verbindungen zum organisierten Verbrechen. Die Gesellschaft wurde außerdem vom Staatsrat sanktioniert.

Die A22 hat den Zuschlag nach der Ausschreibung ausgesetzt. Trotzdem wollen die Vertreter der Opposition im Regionalrat mehr über die Hintergründe erfahren. Die Opposition hält morgen im Regionalrat außerdem eine Pressekonferenz.

40 Personen bei Razzia gegen Mafia auf Sizilien festgenommen

Im Rahmen einer groß angelegten Razzia gegen die Mafia auf Sizilien sind im Raum von Palermo gestern vormittag 40 Personen festgenommen worden.




Verhaftet wurde auch der Bürgermeister einer Ortschaft im Raum von Palermo, dem Erpressung vorgeworfen wird. Er hatte Kontakte zu einflussreichen Mafia-Paten.
Ins Visier der Ermittler ist ein neuer Mafia-Clan geraten, der 2010 nach der Festnahme prominenter Mafia-Bosse entstanden ist.

An der Spitze des Clans stand laut den Ermittlern ein 51-Jähriger, der vor zwei Jahren nach zwölf Jahren hinter Gittern wieder aus der Haft entlassen worden war.
An der Razzia beteiligten sich 300 Carabinieri und zwei Hubschrauber, berichteten italienische Medien.

Donnerstag, 4. April 2013

80 Haftbefehle gegen Mitglieder von Camorra-Clan erlassen

Im Rahmen einer groß angelegten Razzia gegen die Camorra, die Mafia in Neapel und der Region Kampanien, sind am Donnerstag 80 Haftbefehle gegen Mitglieder der Camorra-Clans Gallo-Cavalieri und Gionta erlassen worden. Bei den Durchsuchunggen der Wohnungen fanden die beamtn der DIA mehrere Millionen Euro Bargeld, ein riesiges Waffenlager und Munition, die für einen Kleinkrieg ausgereicht hätten.



Mehrere Camorra-Bosse wurden verhaftet, die unter anderem für Drogenhandel zwischen Spanien, den Niederlanden und Italien verantwortlich gemacht werden.




Außerdem wird ihnen Geldwäsche, Erpressung und illegaler Waffenbesitz vorgeworfen. Die Clans Gallo-Cavalieri und Gionta führen seit Jahren einen Kampf um die Kontrolle der illegalen Geschäfte im Großraum Neapels, teilte die Polizei mit.

Der Milliardenschlag gegen die Cosa Nostra

Italiens Anti-Mafia-Behörde beschlagnahmt 1,3 Milliarden Euro. Im Fokus des Coups steht der millionenschwere Unternehmer Vito Nicastri, der eine erstaunliche Karriere hinter sich hat.

Ein Windenergiepark bei Chieti in den Abruzzen. Auch dort hatte Mafia-Boss Vito Nicastri investiert

Deckname "Eolo": 1,3 Milliarden Euro – die größte Summe, die der italienische Staat jemals aus Mafia-Vermögen beschlagnahmt hat, ist in einer konzertierten Aktion von den staatlichen Anti-Mafia-Fahndern in die leeren italienischen Staatskassen befördert worden.

56 Bankkonten fielen den Razzien zum Opfer, Bargeld, Immobilien, Grundstücke, Fabriken, Automobile, Yachten und 43 Firmen wurden besetzt und konfisziert, alle aus Besitz und Beteiligungen des sizilianischen Unternehmers Vito Nicastri.



Einsatz der Spezialtruppe DIA bei der Verhaftung von Vito Nicastri



Nicastri wird "König der Windkraft" genannt, denn sein Vermögen machte der 57-jährige Unternehmer vor allem mit Wind- und Sonnenenergiegewinnung. Nicastri entwickelte und realisierte mit seinen Firmen Kraftwerke auf ganz Sizilien. Aber seine wirtschaftliche Macht dürfte er nicht ohne die Protektion einer ganz spezifisch sizilianischen Organisation erlangt haben: der Mafia. Über den Unternehmer wurden drei Jahre Hausarrest verhängt.



Vito Nicastri - der Herr des Windes

Nicastris Verbindungen führen, so vermuten die Fahnder der DIA, der nationalen Anti-Mafia-Fahndungstruppe, direkt in die Chefetage der Cosa Nostra und zu ihrem derzeitigen Boss Matteo Messina Denaro. Mit der spektakulären Aktion hoffen sie, Denaro einkreisen zu können. DIA-Chef Arturo De Felice sagte der "Welt": "Wir hoffen, dass wir ihm nun einen großen Schritt näher gekommen sind. Wenn Sie ein Auto nicht auftanken, fährt es nicht mehr. So ist das auch mit der Mafia: Wenn ihr der Rohstoff Geld fehlt, verlangsamt das die Fahrt und beschneidet ihre Macht."

 

Eines der 7 luxuriösen Anwesen von Vito Nicastri


Vom Elektriker zum Millionär


Messina Denaro belegt Platz fünf auf der Liste der zehn meistgesuchten Verbrecher der Welt. Anfang der 90-er Jahre tauchte er unter, lebt aber höchstwahrscheinlich auf Sizilien in der Nähe von Trapani im Westen der Insel. Es ist bekannt, dass es die Macht der Mafia-Bosse nicht einschränkt, wenn sie versteckt leben müssen.


Matteo Messina Denaro
er gehört zu den 5 meistgesuchten Verbrechern weltweit

Und mit der Karriere von Messina Denaro innerhalb der Cosa Nostra hat sich auch das Machtzentrum der Mafia aus dem zentralsizilianischen Corleone nach Trapani verlagert. Das ist einer der Gründe, die Nicastri und sein Vermögen verdächtig gemacht haben. Nicastri lebt in Alcamo, das zur Provinz Trapani gehört. Er machte eine sehr schnelle und leichte Karriere vom einfachen Elektriker zum millionenschweren Unternehmer. In wenigen Jahren hatte er ein Firmenimperium aufgebaut, das bis in den Norden Italiens nach Mailand und sogar ins Ausland reicht.

Ohne den "Dominus" geht nichts


"Das allein ist ein Indiz für uns Fahnder", erklärt DIA-Chef De Felice. "In der sizilianischen Realität funktioniert das folgendermaßen: In einer Gegend, wo ein mächtiger Mafia-Boss wie Messina Denaro lebt und herrscht, ist es normalerweise völlig unmöglich, eine größere wirtschaftliche Aktivität ohne die vorherige Zustimmung und die direkte Beteiligung der herrschenden Mafia-Organisation zu betreiben." Ohne den "Dominus", wie die Fahnder den Boss in der Fachsprache nennen, geht gar nichts.

Abzocke bei Windkraft-Subventionen


"Ich mag den Namen Boss der Bosse nicht", sagt DIA-Chef De Felice, "das hört sich nach Seifenopern an und trifft nicht den Ernst der Lage. Wir können aber davon ausgehen, dass er die Nummer eins der sizilianischen Mafia ist." Seine Geschäfte hat Messina Denaro vor allem mit internationalem Drogenhandel gemacht, weil er sehr gute Kontakte zu den lateinamerikanischen Drogenkartellen unterhält.


Zentrale der DIA (Direzione Investigativa Antimafia) Rom


Das FBI hält ihn für einen der mächtigsten Drogenhändler. Seiner Intelligenz und Gerissenheit, seinen Kenntnissen in der Informationstechnologie und der Wirtschaft verdanken die sizilianischen Mafiosi ihre Salonfähigkeit. So konnten sie in die legale Wirtschaft einsteigen und an der Börse die Millionen aus dem Drogenhandel und anderen illegalen Aktivitäten "waschen".

Das Interesse an Wirtschaftszweigen wie den erneuerbaren Energien ist da ein besonders appetitlicher Sektor: Viel Geld kann in die teuren Anlagen investiert und so "gesäubert" werden. Immer wieder gab es auf Sizilien in den vergangenen Jahren Fälle, in denen Unternehmer verhaftet und Firmen beschlagnahmt wurden.

Mit der erneuerbaren Energie lassen sich zudem millionenschwere Subventionen erschleichen. Und die fließen reichlich auf die Insel, aus Rom und auch aus Europa. "Bisher haben wir keine Beweise dafür, dass hier auch Gelder aus Brüssel im Spiel sind, während Nicastris Geschäfte mit Sicherheit auch von staatlichen italienischen Subventionen für Sizilien gespeist wurden", erklärt De Felice. "Es gab Fälle von politischer Korruption auf lokalem Niveau, auch das ist ein Indiz. Das gilt sowohl für Subventionen als auch für Genehmigungen und Lizenzen."

Die Beschlagnahmung der 1,3 Milliarden aus Nicastris Vermögen ist die größte Aktion dieser Art, die es in Italien je gegeben hat. Die Konfiszierung ist ein Rechtsmittel, das erst durch die spezifische Mafia-Gesetzgebung Italiens möglich wurde, die das Verbrechen der kriminellen Organisation der Mafia anerkennt. Die Konfiszierung der Güter kann aufgrund erwiesener Tatbestände aber auch vorbeugend eingesetzt werden, um weitere Verbrechen zu verhindern. "So war es im Fall von Nicastri. Nach einer vorläufigen Beschlagnahmung ist die Konfiszierung der Güter nun rechtskräftig geworden", so De Felice.

Milliarden für die Staatskasse


Endgültig beschlagnahmte Güter gehen sofort in den Besitz des Staates über. Eine speziell ins Leben gerufene "Agentur für von der Mafia konfiszierte Güter" verwaltet und verteilt die Vermögen. Firmen werden treuhänderisch verwaltet. Mit Immobilien und Bargeld werden sowohl die Bedürfnisse der staatlichen Fahndungsorgane gedeckt wie gemeinnützige Vereinigungen im Kampf gegen die Mafia unterstützt.

Noch am Tag der Großrazzia wollte De Felice sich mit dem Turiner Pfarrer Don Luigi Ciotti treffen. Er hat die Organisation Libera gegründet, die den Kampf gegen die Mafia mit Sozialarbeit und sozialen Einrichtungen in beschlagnahmten Häusern und Betrieben unterstützt.



Arturo De Felice - Chef der DIA


Die DIA ist "eine Art FBI, eine hoch spezialisierte Fahndungstruppe", erklärt Arturo De Felice. Sie ist ein Polizeiorgan und dem Innenministerium untergeordnet. Ihre Basen sind über das ganze Land verteilt, allein auf Sizilien gibt es sechs. Die DIA arbeitet eng mit der der nationalen Anti-Mafia-Staatsanwaltschaft zusammen. Beide Institutionen sind Anfang der 90er-Jahre entstanden, noch unter der Mitarbeit und Planung der 1992 ermordeten Richter Giovanni Falcone und Paolo Borsellino.

Einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der DIA hat Antonio Manganelli geleistet, der in der vergangenen Woche verstorbene Polizeichef Italiens. "Manganelli wäre stolz auf unsere Aktion gewesen. Ich vermisse seinen Anruf, der immer gleich danach kam", sagt De Felice.


Antonio Manganelli - Gründer der Anti-Mafia-Behörde DIA

 

Verbindungen nach Deutschland


Manganelli ist es auch zu verdanken, dass die DIA heute international gut vernetzt ist. Arturo De Felice wird im Juni BKA-Chef Jörg Ziercke in Berlin treffen. "Auch in Deutschland haben die Fahnder heute ein besseres Gespür und mehr Sensibilität für Mafia-Verbrechen entwickelt", sagt De Felice, "spätestens seit dem blutigen Attentat in Duisburg."

Dort wurden am 15. August 2007 sechs Menschen vor einem italienischen Restaurant erschossen. Hintergrund der Tat war die Fehde zweier verfeindeter 'Ndrangheta-Familien. Der Haupttäter wurde im März 2009 in Amsterdam verhaftet und später nach Italien ausgeliefert. Am 12. Juli 2011 wurde er vor einem Geschworenengericht im kalabrischen Locri zu lebenslanger Haft verurteilt.

Mittwoch, 3. April 2013

Italienische Ermittler beschlagnahmen riesigen Mafia-Besitz

Italienischen Ermittlern ist ein empfindlicher Schlag gegen die organisierte Kriminalität gelungen: Sie haben Häuser, Autos und Konten im Wert von mehr als 1,3 Milliarden Euro beschlagnahmt. Die Fahnder hatten es auf den Unternehmer Vito Nicastri abgesehen.

Die Aktion treffe das Umfeld der Cosa Nostra mitten ins Herz: Italienische Behörden haben Mafia-Güter im Wert von mehr als 1,3 Milliarden Euro beschlagnahmt - darunter Immobilien, Kreditkarten und Bankkonten. Es war die bisher größte Aktion dieser Art, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete.


Vito Nicastri -Mafia-Unternehmer

Im Fokus der Ermittler stand der Unternehmer Vito Nicastri, Chef des größten italienischen Unternehmens für Wind- und Solarenergie. Deshalb wurde er auch der "König der alternativen Energien" genannt. Er pflegte unter anderem geschäftliche Beziehungen zu luxemburgischen, dänischen und spanischen Gesellschaften und soll den Wert seiner Firmen bei der Steuer viel zu niedrig angesetzt zu haben. Der 57-Jährige soll dem engen Kreis um den obersten Boss der Cosa Nostra, Matteo Messina Denaro, angehören und unter anderem als Strohmann fungiert haben. Die Ermittlungen hätten ergeben, Nicastri verdanke seinen unternehmerischen Erfolg auch seiner Nähe zur organisierten Kriminalität.





Im Mittelpunkt der Aktion stand der Wohnsitz des Unternehmers in Sizilien.
Besitztümer von Nacastri wurden nicht nur an seinem Wohnsitz in Alcamo in der Nähe von Trapani auf Sizilien beschlagnahmt, sondern auch in der Lombardei, in Latium und in Kalabrien - darunter 98 Immobilien, sieben Autos und 66 Bankkonten. Die Behörden stellten ihn unter Bewachung. Nacastri darf Alcamo drei Jahre lang nicht verlassen.

Es handelt sich um die bisher beträchtlichste Konfiszierung der Justizbehörden im Kampf gegen die wirtschaftlichen Interessen des organisierten Verbrechens, teilte am Mittwoch die Antimafia-Behörde DIA mit.

Montag, 1. April 2013

Neuer Blitzeinsatz gegen den Camorra-Clan Gionta

ein erneuter Blitzeinsatz gegen den Gionta-Clan der Camorra war ein Schlag mitten ins Herz der Mafia, so die Polizei.





Die letzten noch vier Flüchtigen Clanmitglieder sind nun, nach dreijähriger Suche, ebenfalls festgesetzt.




Auch die Ehefrau des Bosses Gionta hat man verhaftet. Sie war verantwortlich für die Verwaltung der Drogengelder.





Gesucht wurden die Bandenmitglieder wegen 21fachen Mordes, Raubes und gewerbsmäßigen Drogenhandels.




Das Geld wurde sackweise aus dem Versteckten Bunker unter dem Haus gefunden. Tageseinnahmen: 170.000 Dollar.




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VIDEO / 19jähriger Mafia-Killer in Neapel verhaftet

Der 19-jährige Mafia-Killer Gennaro Errico wurde in Ponticelli festgenommen.


Gennaro Errico

 
Er war Mitglied des Camorra-Clans Ricci im berüchtigten Stadtteil Spangnioli. Gennaro Errico gilt trotz seiner jungen Jahre als einer der kaltblütigsten und brutalsten Killer in Neapel und sollte in Zukunft "größere Aufgaben" im Camorra-Clan übernehmen. Mit ihm wurde drei weitere, gefährliche Auftragskiller verhaftet. Sie hatten sich kurz vor Mitternacht in einer  Bar getroffen. Sie wurden wegen Verletzung des Waffengesetzes, des mehrfachen Mordes und Raubes seit zwei Jahren gesucht. Im Zuge der Ermittlungen der DDA (Direzione Investigativa Antimafia) in Neapel wurde die Observierung und Fahndung mit der mobilen Einsatztruppe koordiniert. Die Täter waren unter anderem auch an der Ermordung von Vincent Masiello, 22, im Sptember 2012 beteiligt.


Der berüchtigte Stadtteil Spagnioli - Mafia-Hochburg


Schon seit längerer Zeit bekämpfen sich die Clans der mit denen der Marinos, die beide Anspruch auf die Herrschaft des Stadtteils Spagnioli erheben.




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Sonntag, 31. März 2013

Mafia-Morde in Palermo

Erneut hat die Mafia gestern Nacht zugeschlagen. Mitten auf dem Corso Calatafimi, dem berüchtigten Stadtteil der Mafia wurden wurden zwei Personen regelrecht hingerichtet. Ein Opfer, der Fahrer, wurde im Fahrzeug hinterm Steuer erschossen aufgefunden, das andere Opfer lag nackt und gefesselt im Kofferaum. Es hatte drei Kopfschüsse. Vermutlich sollte der Fahrer eine Leiche entsorgen, wurde dann aber selbst liquidiert.


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Bei den Leichen handelt es sich um Michele Titone und Davide Romano. Ganz offensichtlich handelt es sich bei dieser Tat um eine makabre Warnung an einen bestimmten Personenkreis. Weitere Auskünfte wollten die Ermittler aus taktischen Gründen zu diesem Zeitpunkt nicht geben. 

Mafia etabliert sich stärker denn je in Deutschland

Das Allgäu, Rückzugsraum der zweiten und dritten Mafia-Generation


Das Allgäu hat sich von einem Aktionsraum zu einem Rückzugsraum der Mafia entwickelt. Die zweite und dritte Generation kommt immer stärker nach Bayern. Standbein ist der Drogenhandel.

Die Festnahme von Camorra-Mitglied Mariano Abete in Neapel Ende November war ein Erfolg für die italienische Polizei. Das Allgäu hat sich inzwischen von einem Aktionsraum zu einem Rückzugsraum der Mafia entwickelt.


Rund 200 mutmaßliche Mafia-Mitglieder stehen derzeit in Bayern unter Beobachtung der Sicherheitsbehörden. Das berichtete Mario Huber vom Bayerischen Landeskriminalamt bei einer Experten-Anhörung des Landtags in München: „Wir haben relativ gute Informationen darüber, welche Köpfe sich hier aufhalten.“

Bei der Expertenrunde dabei war unter anderem auch der Kemptener Oberstaatsanwalt Gunther Schatz, bei der Ermittlungsbehörde zuständig für den Bereich der organisierten Kriminalität. Nach seinen Worten zieht es jetzt oft die Kinder- und Enkelgeneration der seit den 1960er Jahren ins Allgäu gekommenen Mafiosi nach Süddeutschland. Die Region war seit den spektakulären Mafiaprozessen in den 1980er und 90er Jahren vor dem Kemptener Landgericht in den Blickpunkt der Öffentlichkeit geraten.


Spektakuläre Festnahmen im Allgäu

„Damals führten Erkenntnisse aus Italien zu teils spektakulären Festnahmen im Allgäu“, berichtete Armin Mayer, Kriminaloberrat des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West. Der spektakulärste Mafia-Fall im Allgäu liegt viele Jahre zurück: Am 2. Mai 1998 gelang der Polizei auf dem Bahnhof in Kempten die Festnahme des ’Ndrangheta-Killers Giorgio Basile, genannt „das Engelsgesicht“.

Er hat nach eigenem Geständnis in zwei Jahrzehnten rund 30 Landsleute ermordet und später als Kronzeuge der italienischen Justiz geholfen, mehr als 50 Mafiosi hinter Gitter zu bringen. Doch mittlerweile habe sich Bayern von einem Aktionsraum der Mafia zunehmend vor allem zu einem Ruheraum oder Rückzugsraum gewandelt, fasste Huber die Erkenntnisse zusammen. Das heiße allerdings nicht, dass Mafia-Angehörige nicht auch investierten.

Schatz nannte ein Beispiel: Da kreuzt ein 21-Jähriger aus Sizilien im Allgäu auf und kauft sich für 120 000 Euro eine Pizzeria. Es gebe familiäre Verstrickungen mit der Mafia und alles deute darauf hin, dass das Geld aus dem Drogenhandel stammt.  „Aber wir haben keine Möglichkeit einzuschreiten“, sagte Schatz. Denn: „Das deutsche Geldwäschegesetz ist ein relativ stumpfes Schwert.“ In anderen Ländern dagegen müssten Verdächtige nachweisen, wie sie an größere Geldsummen gekommen sind.



 

Polizei: Verfolgung der Mafia ist „Champions League“

Fazit von Oberstaatsanwalt Schatz: „Man sollte über eine Beweislast-Umkehr nachdenken.“ Ganz generell, so die Ermittler, seien die Mafiosi „schlauer geworden“. So bezeichnete Robert Oberloher von der Polizei-Hochschule in Hamburg die Verfolgung der Mafia als „Champions League“ – im Gegensatz zur Verfolgung der osteuropäischen organisierten Kriminalität, wie er anmerkte. Wichtigstes Mafia-Geschäftsfeld ist laut Schatz nach wie vor der Kokainhandel. Tätig ist die kriminelle Organisation aber auch beispielsweise im Bereich der Produktfälschung und der regenerativen Energien, wo Geld gewaschen werden kann und gleichzeitig noch Subventionen abgegriffen werden.



Deutsch-italienische Eingreiftruppe

Durch die Gründung einer deutsch-italienischen Task-Force (Einsatzgruppe) nach den Duisburger Mafia-Morden 2007 habe sich die Ermittlungszusammenarbeit zwischen beiden Ländern verbessert, so Laura Garvini, Mitglied des Antimafia-Ausschusses im italienischen Parlament. Probleme bereitet laut dem Münchener Oberstaatsanwalt Joachim Ettenhofer aber beispielsweise die lange Bearbeitungsdauer von Rechtshilfeersuchen durch die Italiener.

 

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Samstag, 30. März 2013

Verhaftung des Mafia-Bosses Ciro Nappo

Es bedurfte des Einsatzes der Spezialeinheiten des GIS (Special Intervention Group der Carabinieri), um Ciro Nappo, 54 Jahre, zu verhaften. Nappo, galt als Stadtteil-Chef (Capodecima) des Gionta-Clans in Neapel.




Er wurde hinter einer getarnten Küchenwand in dem Bunker seines Hauses geortet, weil er von dort aus mit seinem Handy telefonierte. Er wurde seit 2008 gesucht. Im werden die Bildung einer kriminellen Vereinigung, Erpressung und mehrfachen Mord vorgeworfen.




Gott vergibt, die Mafia nie!

Bericht über einem Mafiakiller, der 30 Menschen ermordet hat. Der Treffpunkt ist geheim. Nur wenige kennen seinen Aufenthaltsort. Giorgio Basile wird den italienischen Behörden versteckt. Er hat die Omerta, das Gesetz des Schweigens gebrochen.

TEIL 1


TEIL 2


TEIL 3

Drei italienische Ex-Parlamentarier landen im Gefängnis

17. März 2013
Mit dem Einsatz des neuen Parlaments haben drei ehemalige Abgeordnete ihre parlamentarische Immunität verloren und sind verhaftet worden.

Der ehemalige Vertraute von Ex-Premier Silvio Berlusconi und Ex-Abgeordnete Nicola Cosentino befindet sich in der neapolitanischen Strafanstalt Secondigliano. Er hatte sich am Freitag - dem Tag der konstituierenden Versammlung des neu gewählten Parlaments in Rom - den Justizbehörden gestellt. Er wird der Verstrickungen mit der Camorra beschuldigt. Dazu wird ihm Korruption und Geldwäscherei vorgeworfen.



Ex-Abgeordneter Nicola Cosentino


Cosentino, Spitzenvertreter von Berlusconis Partei Volk der Freiheit (PdL) in der süditalienischen Region Kampanien, werden Korruption und Verstrickungen mit dem kriminellen Camorra-Clan der Casalesi vorgeworfen. Er wird unter anderem beschuldigt, ein römisches Kreditinstitut unter Druck gesetzt zu haben, damit die Bank dem Casalesi-Clan Kredite für den Bau eines Einkaufszentrums in Neapel gewähre.

Ausserdem ist Cosentino in einen Skandal um den Kauf von Wählerstimmen bei den Kommunalwahlen verwickelt. Cosentino erklärte, er sei Opfer linksgerichteter Staatsanwälte, die seine Karriere zerstören wollen.


Von Berlusconi bestochen

Der ehemalige PdL-Senator Sergio De Gregorio wurde nach dem Einsatz des neuen Parlaments unter Hausarrest gestellt. Er steht im Mittelpunkt einer heiklen Untersuchung, bei der Ex-Premier Berlusconi wegen Bestechung angeklagt ist.

Berlusconi soll demnach im Jahr 2006 den Senator und Mitte-Links-Politiker De Gregorio bestochen haben, damit er in das damals oppositionelle Berlusconi-Lager wechselte.

Die Parlamentswahlen 2006 hatte die Mitte-Links-Koalition unter Ex-Regierungschef Romano Prodi, der auch De Gregorio angehörte, knapp gewonnen. Wenige Monate später schloss sich der Senator jedoch der Opposition Berlusconis an, was dazu beitrug, dass die Regierung 2008 zusammenbrach. Aus den darauffolgenden Wahlen ging Berlusconi klar als Sieger hervor.


Sergio De Gregorio


De Gregorio gab zu, von Berlusconi zwei Millionen Euro bar erhalten zu haben. Berlusconi erwiderte auf die Vorwürfe der Justizbehörden, dass De Gregorio von den Staatsanwälten gezwungen worden sei, zu lügen. Sie hätten ihm mit Haft gedroht, hätte De Gregorio ihn - Berlusconi - nicht belastet, sagte der Medienzar.


Schmiergeldskandal

Unter Hausarrest wurde auch der ehemalige Senator der Mitte-Links-Kraft Demokratische Partei (PD), Alberto Tedesco, gestellt. Der Ex-Gesundheitsassessor der Region Apulien wird der Korruption beschuldigt. Er war in einen Schmiergeldskandal im apulischen Gesundheitssystem geraten.

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Freitag, 29. März 2013

Polizei fasst 22 Mafiosi in Süditalien

Der italienischen Polizei gelang es 20 mutmaßliche Mafiosi der kalabrischen 'Ndrangheta zu fassen. Auch ein Brite wurde festgenommen. Steht er in Verbindung zu irischen Terroristen?

15. 03.2013 Großoffensive gegen die Mafia: Italienische Polizisten haben 22 Mafiosi der kalabrischen 'Ndrangheta festgenommen und Güter im Wert von 450 Millionen Euro beschlagnahmt. Den Festgenommenen wird Geldwäsche und Zugehörigkeit zu einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen. Gemeinsam mit spanischen Geschäftsleuten hätten die Mafia-Mitglieder "ein regelrechtes Joint Venture aufgebaut", dessen Ziel der Bau von Ferien- und Wohnimmobilien gewesen sei.


Domenico Leotta verhaftet, einer der wichtigen Bosse der 'Ndrangheta


Versiegelt wurden 12 Betriebe und 17 Touristenanlagen. Durchsuchungen gab es in Italien, London und im spanischen Alicante. Bei den Festgenommenen handelt es sich laut Polizei überwiegend um Mitglieder zwei örtlicher krimineller Familienclans sowie um zwei Spanier und einen Briten, die in Zusammenarbeit mit Ermittlern aus den jeweiligen Ländern gefasst worden seien.

Die britische Polizei verdächtige den festgenommenen Landsmann, Verbindungen zur Irish Republican Army (IRA) zu unterhalten, die über Jahrzehnte gewaltsam für den Anschluss Nordirlands an die Republik Irland kämpfte. Die Aktivitäten des Briten in Süditalien hätten es ihm erlaubt, "große Summen an Geld zu investieren", teilte die Polizei weiter mit, ohne Angaben dazu zu machen, welchen Zwecken das Geld konkret diente.

Der Boss der Bosse - Matteo Messina Denaro

Ein Protrait von Matteo Messina Denaro

(* 26. April 1962 in Castelvetrano auf Sizilien ist der jetzige Anführer der sizilianischen Cosa Nostra. Er wird auch Diabolik oder Rolex genannt. In Sizilien ist sein Vater Francesco Messina Denaro bekannt unter dem Namen Don Ciccio. Nach der Verhaftung von Salvatore Lo Piccolo 2007 gilt er als alleiniger Nachfolger von Bernardo Provenzano und damit als Nummer 1 der sizilianischen Mafia.


Matteo Messina Denaro

Matteo Messina Denaro wurde als Sohn einer mächtigen Mafiafamilie geboren. Francesco Messina Denaro leitete bereits in den 1970er Jahren die Familie von Castelvetrano. Die Provinz Trapani gilt neben Palermo als stärkste Basis der Cosa Nostra. Mit 14 Jahren lernte Matteo Messina Denaro schießen, mit 18 beging er seinen ersten Mord und stieg schnell in der sizilianischen Mafia auf. Seit 1992 gehört er zur Führungsriege der Cosa Nostra.

Er arbeitete mit anderen Führungsmitgliedern wie Bernardo Provenzano und Totò Riina zusammen und gehörte stellvertretend sowohl zum Gremium, welches die Attentate auf Giovanni Falcone und Paolo Borsellino beschloss, wie auch später zum nachfolgenden „Direktorium“ Provenzanos. Im Mai 2002 wurde er für seine Mittäterschaft bei diesen Attentaten in Abwesenheit zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe verurteilt. Auch an einer Attentatswelle auf dem italienischen Festland in den Jahren 1993–1995 war er aktiv beteiligt. Seit 1993 ist Matteo Messina Denaro flüchtig. Als im selben Jahr ein Haus in Mazara del Vallo durchsucht wurde, fand man einen Brief von Denaro, in welchem stand:
„Ich muss gehen, aber ich kann dir die Gründe dafür nicht erklären. Momentan spricht vieles gegen mich. Ich kämpfe für eine Sache, welche in dieser Zeit noch nicht verstanden werden kann. Aber eines Tages werden die Menschen sehen, dass ich auf der richtigen Seite gestanden habe.“
Inzwischen wurden Inhalte weiterer Briefe aus den Jahren 2005 und 2006 veröffentlicht. Darin lästert er über den „alten Provenzano“, klagt darüber, dass die Justiz „verrottet“ sei, es keine „Rassen-Politiker“ mehr gäbe und die Cosa Nostra an Bedeutung verloren habe. Zugleich kündigt er aber auch an: „Man wird noch viel von mir sprechen.“



Matteo Messina Denaro
und wie er heute wahrscheinlich aussieht...

Neben der italienischen Polizei wird er auch vom amerikanischen FBI gesucht. Das FBI sieht in ihm einen der gefährlichsten Drogenhändler der Welt und fahndet nach ihm. Er soll enge Kontakte zu großen Drogenhändlern in Kolumbien und zur kalabrischen ’Ndrangheta unterhalten. Seit der Verhaftung von Bernardo Provenzano im Jahr 2006 gilt er als ein neuer Kopf der Cosa Nostra. Messina Denaro ist der Capomafia der Provinz Trapani, seit Vincenzo Virga im Jahr 2001 festgenommen wurde. Bis dahin nur capo-mandamento von Castelvetrano und dem umgebenden Territorium, schweißte Messina Denaro die ganze Provinz zu einem einzigen Mandamento unter seinem Kommando zusammen.

Insbesondere nach der Festnahme Salvatore Lo Piccolos im Jahr 2007 soll er zudem auch an Einfluss in der Provinz Palermo gewonnen haben. Mit der Familie von Brancaccio (einem Stadtteil von Palermo) unterhält er enge Verbindungen; mit Giuseppe und Fillippo Guttadauro, den Regenten der Familie, ist er durch Heirat verwandt. Im Jahr 2000 entging er nur knapp der Festnahme auf dem Territorium von Brancaccio; zudem fand man heraus, dass er sich eine Zeitlang auch in der traditionellen Mafia-Hochburg Bagheria versteckt gehalten hatte. Mitte 2010 wurde Salvatore Messina Denaro verhaftet, der als Mittler und enger Vertrauter für seinen Bruder Matteo fungierte.

Italienischen Ermittlern zufolge hat Denaro im Lauf seiner Verbrecher-Karriere mindestens 50 Menschen persönlich umgebracht oder umbringen lassen. Einmal soll er mit eigenen Händen eine schwangere Frau erdrosselt haben. Hierbei handelt es sich um den Mord an Vincenzo Milazzo und Antonella Bonomo. Milazzo war ein Mafiakollege auf der gleichen Seite wie Messina Denaro, allerdings hatte er das Vertrauen seiner eigenen Leute verloren. Tatsächlich aber waren eine ganze Reihe von Mafiamitgliedern, unter anderem auch Leoluca Bagarella, der Schwager Salvatore Riinas, an dem Doppelmord beteiligt, zum Erwürgen der Frau nutzten sie ein Seil. Ob Bonomo schwanger war oder hoffte, durch das Betteln um das Leben ihres ungeborenen Kindes, könne sie ihr eigenes Leben retten, lässt sich heutzutage nicht mehr sagen.


Charakter

Denaro gilt als Vertreter der „neuen Generation“ der Cosa Nostra. Er rühmt sich selbst damit, mit seinen Opfern einen ganzen Friedhof füllen zu können. Bekannte von früher berichten, der junge Matteo Messina Denaro sei gern mit einem Porsche voller Champagner-Flaschen aus seinem Heimatort Castelvetrano hinab an die Strände von Selinunt gefahren, um dort rauschende Partys zu feiern.


Mystifizierung

Im Jahre 2008 tauchten an mehreren Orten in Sizilien Wandbilder, genannt Murales auf, welche Denaro zeigen. Das erste Bild befand sich an einer Wand auf der Rückseite des Normannendoms in Palermo. Ein ähnliches Bild fand man bald darauf beim Eingang der juristischen Fakultät in Palermo, dann im Heimatort Messina Denaros, in Castelvetrano, sowie im nahegelegenen Ort Sciacca. Die Bilder zeigen vier Mal farbig das Gesicht von Denaro, wie es aus den Fahndungsfotos hervorgeht. Darunter befindet sich eine Reihe von Dollar-Zeichen. Ermittler rätseln, ob diese Bilder eine künstlerische Provokation, eine Ermutigung für die Polizei, eine Warnung für ein Erstarken der Mafia oder eine Mystifizierung von Denaro darstellen sollen. Auch in einem Rap-Song taucht er bereits auf und Experten bestätigen ebenfalls, dass er zu einem Idol unter den Jugendlichen in Sizilien geworden ist.

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Gerlandino Messina - Mafia-Boss von Agrigento gefasst

AGRIGENTO - Die Polizei hat in einem Gebäude in Agrigento Gerlandino Messina, 38, gebürtig aus Porto Empedokles gefasst. Er galt in der Provinzhauptstadt als Chef der Mafia in Agrigento. Der Mafia-Boss wurde von der Polizei von der Sondereinsatzgruppe SWAT festgesetzt.

Gerlandino Messina


Gerlandino Messina hatte das Kommando über mehr als 100 Mafiosi, Einer seiner Gefolgsleute - Joseph Falsone - hatte man bereits im Juni in Marseille festgenommen. Messina wurde auf der Liste der 30 meistgesuchten Verbrecher des Innenministerium geführt. Seit 1998 ist er für die Sicherheitskräfte kein Unbekannter mehr. Er wurde unter anderem wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung und mehrerer Morde, Raub, Erpreeung, Totschlag und Drogendelikte gesucht. Ihm wird auch vorgeworfen, der Mörder der Polizei-Sergeant Guazzelli Giuliano zu sein, den er im Januar 2003 mit sieben Schüssen hingerichtet hat. Schon der Vater des Mafia-Bosses war gerichtsbekannt. Joseph Messina, wurde beim Massaker von Porto Empedokle im Juli 1986 getötet.


Der Schlag gegen Messina wurde von zwei Dutzend Polizisten einschließlich militärischer Hilfe der Sondereinheit SWAT durchgeführt. Sie brachen die Tür auf während zur gleichen Zeit Die SWAT-Beamten durch ein Fenster ins Haus eindrangen. Dabei wurden mehrere Blendgranaten verwendet. Der Chef hatte keine Zeit zu reagieren. Als er gefragt wurde, ob er tatsächlich Gerlando Messina sei, hat er jede Auskunft verweigert. Verglichen mit Fahndungsfotos ist sehr dick und hat eine Glatze. Messina lebte in einem heruntergekommenen Gebäude. Die beiden oberen Stockwerke waren unbewohnt.
  Jetzt konzentriert sich die Polizei auf - den Boss der Bosse, den Capo dei Capi Metteo Denaro Messina. Er ist ein Anführer der sizilianischen Cosa Nostra. Er wird auch Diabolik oder Rolex genannt. In Sizilien ist sein Vater Francesco Messina Denaro bekannt unter dem Namen Don Ciccio. Nach der Verhaftung von Salvatore Lo Piccolo 2007 gilt er als möglicher alleiniger Nachfolger von Bernardo Provenzano und damit als Nummer 1 der sizilianischen Mafia.