Neapel – Der mutmaßliche Mörder von Lino Romano (30) ist heute von den Carabinieri verhaftet worden. Romano war am 16. Oktober von der Camorra fälschlicherweise getötet worden.
Bei dem angeblichen Täter soll es sich um Salvatore Baldassarre (30) handeln. Er wurde in der Wohnung, in der er sich versteckt hielt, von den Einsatzkräften verhaftet. Er hatte mehrere halbautomatische Waffen sowie gefälschte Ausweispapiere bei sich.
Mafia, Camorra, 'Ndrangheta. Paten organisieren in Europa, USA und Südamerika die "großen" Geschäfte. Sie sind gut vernetzt mit Politik, Wirtschaft und der Kirche. Als Autor schreibe ich seit 25 Jahren über das Phänomen der Cosa Nostra und deren Aktivitäten. Meinen Romanen liegen authentische Kriminalfälle zugrunde. Die wichtigsten Publikationen finden Sie unter "meine Romane" auf der Leiste oder unter: http://tinyurl.com/bgu5pbh
Freitag, 15. März 2013
Mittwoch, 13. März 2013
MALA VITA - eine gigantische Geldverschiebung der MAFIA
Nachdem sein Bruder vor laufender Kamera brutal ermordet wurde, gerät Roberto Cardone selbst ins Visier skrupelloser Mafiabosse. Eine millionenschwere »Erbschaft« ist schließlich keine Kleinigkeit. Ohne es zu wollen, verstrickt sich Cardone in ein undurchsichtiges Netz aus Geldwäsche, Waffenhandel und Spionage. Und der Tod ist sein ständiger Begleiter …
Ein Rezensent schrieb dazu:
Nach dem gewaltsamen Tod seines Bruders kommt Schriftsteller Roberto Cardone einem groß angelegten Finanzbetrug der Ehrenwerten Gesellschaft auf die Spur. Enrico, ein angesehener Rechtsanwalt, war offensichtlich in äußerst zwielichtige Geschäfte verwickelt. Jetzt muss Roberto um sein eigenes Leben fürchten. Denn 382 Millionen Dollar »Erbschaft« sind schließlich keine Kleinigkeit ..
Mit diesem neuen Mafia-Thriller hat Claudio M. Mancini einen Roman geschrieben der an Spannung kaum zu überbieten ist. Die Figuren sind mit akkurater Feder beschrieben und bringen den Leser zum Mitfühlen und Mitfiebern. Die Handlungsorte Bologna und Palermo, aber auch die karibischen Inseln so interessant beschrieben, der Leser fühlt in die Umgebung versetzt.
Der Schriftsteller Roberto Cardone aus einer kleinen Altstadtwohnung in Bologna hat sich in die rassige Rosanna verliebt als er, noch völlig enthusiastisch um seine Liebste, von einer grausamen Nachricht überrascht wird. Die Fernsehanstalten des Landes strahlen in den Abendsendungen den barbarischen Mord an seinem Bruder aus, der diesen als Video zugespielt worden war. Von Geldwäsche und Mafia ist die Rede. Vermutungen über das Opfer Enrico Cardone werden von den Medien gnadenlos ausgeschlachtet.
Roberto versucht nun, die Hintergründe dieser grausamen Bluttat aufzuhellen und gerät in einen Strudel dubioser Vorgänge. Nach und nach begreift man das Ausmass gigantischer Geldströme, die im Zusammenspiel mit Regierungen und hohen Beamten in Steueroasen verschwinden und gewaschen werden.
Der Leser wird das Gefühl nicht los dass der anscheinend ahnungslosen Protagonist Cardone auch einer der Beteiligten im aktuellen Geldwäschegeschäft heutiger Wirtschaftskrimineller zu sein.
Ein dramatischer Roman Wirtschaftskriminalität und Mafia, gerade weil sich das aktuelle tagespolitische Geschehen überall aufdrängt. Es ist nicht nur einfach Unterhaltung sondern ein "aus dem Leben gegriffener" Roman voller Spannung pur von der ersten bis zur letzten Seite.
Mancini hat den geldgeilen Zeitgeist in beschämender Weise entlarvt und
zu einer besonderen und fesselnden Lektüre gemacht.
Vatikan ist Mit-Eigentümer von Gebäude mit Schwulensauna
So nah kommen sie sich sonst nie: Zur Wahl des Papstes ist Kardinal Ivan Dias in den Vatikan gereist und logiert während seines Aufenthalts im historischen Palazzo in der Via Carducci 2 - im selben Gebäude, in dem sich auch Italiens größte Sauna für Homosexuelle befindet. Denn so unglaublich es klingt: Laut einem Bericht italienischer Medien gehört dem Vatikan der größte Teil jenes Gebäudes, dass das feuchtfröhliche Etablissement beherbergt.
Wenn Kardinal Ivan Dias in der Vergangenheit von Homosexuellen sprach, fielen nicht selten Worte wie „unnatürlich“ oder „heilbar“. Ausgerechnet der Mann, der gemeinsam mit 114 anderen Kardinälen das neue Oberhaupt der katholischen Kirche wählt, lebt nun direkt über einem Sauna-Club für Männer, die Männer lieben.
Denn das Gebäude in der Via Carducci 2 in Rom gehört zwar zum größten Teil dem Vatikan - in den anderen Räumlichkeiten, die direkt unter dem Appartment Dias‘ liegen, befindet sich jedoch der Europa Multiclub: Eine Saunalandschaft ausschließlich für homosexuelle Männer. Das berichtet die italienische Zeitung „La Repubblica“.
Der Vatikan hatte im Jahr 2008 insgesamt 20 Wohnungen in dem historischen Palazzo gekauft. Es ist der Hauptsitz der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, einer Zentralbehörde des Vatikans, die missionarische Tätigkeiten der katholischen Kirche koordiniert. In dem Gebäude können 16 Geistliche untergebracht werden, einer von ihnen ist derzeit Dias, Erzbischof von Mumbai.
Der indische Kardinal galt bereits bei der Wahl des Papstes im Jahr 2005 als potentieller Nachfolger mit asiatischer Herkunft. Dias gehört zum erzkonservativen Teil des Konklaves und spricht sich öffentlich gegen Abtreibung und Homosexualität aus. Ein Mitglied des Sauna-Clubs kommentierte die ungleiche Nachbarschaft mit den Vatikansgästen gegenüber der US-Zeitung „New York Daily News“: „Sie sollten sich ruhig verhalten und das tun, was sie am besten können: Beten!“
Wenn Kardinal Ivan Dias in der Vergangenheit von Homosexuellen sprach, fielen nicht selten Worte wie „unnatürlich“ oder „heilbar“. Ausgerechnet der Mann, der gemeinsam mit 114 anderen Kardinälen das neue Oberhaupt der katholischen Kirche wählt, lebt nun direkt über einem Sauna-Club für Männer, die Männer lieben.
Denn das Gebäude in der Via Carducci 2 in Rom gehört zwar zum größten Teil dem Vatikan - in den anderen Räumlichkeiten, die direkt unter dem Appartment Dias‘ liegen, befindet sich jedoch der Europa Multiclub: Eine Saunalandschaft ausschließlich für homosexuelle Männer. Das berichtet die italienische Zeitung „La Repubblica“.
Der Vatikan hatte im Jahr 2008 insgesamt 20 Wohnungen in dem historischen Palazzo gekauft. Es ist der Hauptsitz der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, einer Zentralbehörde des Vatikans, die missionarische Tätigkeiten der katholischen Kirche koordiniert. In dem Gebäude können 16 Geistliche untergebracht werden, einer von ihnen ist derzeit Dias, Erzbischof von Mumbai.
Der indische Kardinal galt bereits bei der Wahl des Papstes im Jahr 2005 als potentieller Nachfolger mit asiatischer Herkunft. Dias gehört zum erzkonservativen Teil des Konklaves und spricht sich öffentlich gegen Abtreibung und Homosexualität aus. Ein Mitglied des Sauna-Clubs kommentierte die ungleiche Nachbarschaft mit den Vatikansgästen gegenüber der US-Zeitung „New York Daily News“: „Sie sollten sich ruhig verhalten und das tun, was sie am besten können: Beten!“
mitreißende Mafia-Romane von Claudio M. Mancini
Die Papst-Wahl 2013: Wer saniert die marode Vatikanbank?
Nicht Wenigen – auch gläubigen Menschen – scheint das tagelange Starren auf ein braunes Ofenrohr höchst albern. Aber die Papstwahl, die uns die nächsten Tage faszinieren wird, samt Rauch aus der Sixtinischen Kapelle, ist mehr als ein Folklore-Akt und weit mehr als ein Kostümfest alter Männer.
Die Kür in der kleinen Wahlmonarchie inmitten Roms markiert eine Zeitenwende. Mit seinem Rücktritt hat Papst Benedikt, Jahrzehnte Sinnbild des Bewahrers, etwas Revolutionäres getan: Er hat offenbart, dass ein einzelner Mann mit dem Anforderungsprofil des Top-Jobs überfordert ist. Er hat sich zu seiner Fehlbarkeit bekannt und damit zu seiner Menschlichkeit.
Hinter diese Erkenntnis kann auch der Neue nicht wieder zurück. Der Vatikan, der von einer gewaltigen Vertrauenskrise gebeutelt wird, von einem moralischen Skandal unbekannten Ausmaßes, und der dazu Milliarden dubioser Herkunft verwaltet, ist ein Sanierungsfall. Und es ist nicht nur für die 1,2 Milliarden Katholiken hochspannend, wie sich deren Führungsschicht dieser immensen Herausforderung stellt.
Längst ist es kein Geheimnis mehr, dass mächtige Mafia-Clans Milliardensummen nicht nur auf der Vatikanbank IOR deponieren, sondern auch über sie große Summen transferieren. Bis heute haben die Finanzbehörden keinerlei Kontrollmöglichkeiten auf die Bank oder die Geldströme.
Die Kür in der kleinen Wahlmonarchie inmitten Roms markiert eine Zeitenwende. Mit seinem Rücktritt hat Papst Benedikt, Jahrzehnte Sinnbild des Bewahrers, etwas Revolutionäres getan: Er hat offenbart, dass ein einzelner Mann mit dem Anforderungsprofil des Top-Jobs überfordert ist. Er hat sich zu seiner Fehlbarkeit bekannt und damit zu seiner Menschlichkeit.
Hinter diese Erkenntnis kann auch der Neue nicht wieder zurück. Der Vatikan, der von einer gewaltigen Vertrauenskrise gebeutelt wird, von einem moralischen Skandal unbekannten Ausmaßes, und der dazu Milliarden dubioser Herkunft verwaltet, ist ein Sanierungsfall. Und es ist nicht nur für die 1,2 Milliarden Katholiken hochspannend, wie sich deren Führungsschicht dieser immensen Herausforderung stellt.
Längst ist es kein Geheimnis mehr, dass mächtige Mafia-Clans Milliardensummen nicht nur auf der Vatikanbank IOR deponieren, sondern auch über sie große Summen transferieren. Bis heute haben die Finanzbehörden keinerlei Kontrollmöglichkeiten auf die Bank oder die Geldströme.
Camorra-Hinrichtung in Torre Annunziata
Ein 68-jähriger Mann – angeblich Mafiaverräter – wurde in gestern vormittag in Torre Annunziata bei Neapel von zwei unbekannten Auftrags-Killern in seinem Auto vor einer Bar hingerichtet.
Die Täter gingen mit äußerster Brutalität und Kaltblütugkeit vor. Sie näherten sich zu Fuß dem Auto des 68-Jährigen und schossen ihm direkt in den Kopf. Auf dem Beifahrersitz fanden die Ermittler einen toten, stinkenden Fisch, für Außenstehende die eindeutige Nachricht: Wir haben einen Verräter liquidiert.
Die Polizei hat die Ermittlungen in dem Fall aufgenommen.
Die Täter gingen mit äußerster Brutalität und Kaltblütugkeit vor. Sie näherten sich zu Fuß dem Auto des 68-Jährigen und schossen ihm direkt in den Kopf. Auf dem Beifahrersitz fanden die Ermittler einen toten, stinkenden Fisch, für Außenstehende die eindeutige Nachricht: Wir haben einen Verräter liquidiert.
Die Polizei hat die Ermittlungen in dem Fall aufgenommen.
Montag, 11. März 2013
Die modernen Paten von heute
aufgearbeitet: Claudio Michele Mancini
Früher hantierte die sizilianische Mafia mit Dynamit, heute regelt sie ihre kriminellen Geschäfte online. Die Cosa Nostra bekämpft den Staat nicht mehr, sondern geht in ihm auf
Früher hantierte die sizilianische Mafia mit Dynamit, heute regelt sie ihre kriminellen Geschäfte online. Die Cosa Nostra bekämpft den Staat nicht mehr, sondern geht in ihm auf
Die Fahnder sind überzeugt, dass auch Ciavarello, der Schwiegersohn des Paten, früher oder später in den Sog der Cosa Nostra gezogen wird - wenn dies nicht schon lange geschehen ist.
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| Maria Concetta Riina mit ihrem Ehemann Antonino Ciavarello aufgenommen in Corleone (2011) |
"Ich kann nicht für die Fehler anderer büßen", sagt er im Black & White-Pub, der am Dorfeingang von Corleone liegt. Vor acht Jahren hat er seine Frau, Maria Concetta, in ebendiesem Pub kennen gelernt, wo er jetzt für das Gespräch - "ohne Aufnahmegerät" - bereitsteht. Zum Interview bringt er einen Freund mit; Tony sei ein guter Junge, sagt der gleich ungefragt, ohne dass klar wäre, wer er ist. Die wahren Mafiosi, so der Freund weiter, seien die Politiker, die es Tony verbieten, ein normales Leben zu führen. "Ich habe nichts verbrochen, außer die Tochter Riinas zu heiraten", ergänzt Ciavarello, der zuckerfreien Eistee bestellt. Keines der Getränke, die er während des einstündigen Gesprächs am Tisch konsumiert, bezahlt er. Ein souveräner Blick Ciavarellos zum Mann hinter dem Tresen genügt, und auch der Versuch des Besuchers, wenigstens seine Zeche zu begleichen, scheitert. "Ich regle das mit Tony", sagt der Kassierer standhaft.
Als Ciavarello die Tochter des Paten erstmals zum Sonntagsspaziergang ausführen durfte, wusste er, dass dies Konsequenzen haben würde. Nicht nur die Blicke der famiglia weiß er seither auf sich gerichtet, sondern auch die der Polizei. Ciavarello studierte am Musikkonservatorium in Palermo und war der Einzige seiner Klasse, der eine persönliche "Eskorte" besaß - immer zwei Zivilfahnder im Gleichschritt mit ihm. Inzwischen hat Tony die Trompete an den Nagel gehängt. Er arbeitete als Gelegenheitsmechaniker und ließ sich zum Informatiker ausbilden.
Vor zwei Jahren hat er mit Schwager Giuseppe Riina, dem jüngeren von Totòs zwei Söhnen, ein Ersatzteillager für Traktoren in Corleone übernommen. Das Geschäft lief ganz ordentlich, bis die Handelskammer Anfang dieses Jahres den beiden Jungunternehmern die Lizenz entzog. Sie hätten ein Antimafiazertifikat vorweisen müssen, das ihnen die Behörden verweigerten.
Der Grund für die Ablehnung ist im letzten Semesterbericht der nationalen Antimafiabehörde DIA nachzulesen, der im Dezember 2001 der parlamentarischen Sicherheitskommission zur Prüfung vorgelegt wurde. "Die Mafia", steht darin, "setzt seit geraumer Zeit auf eine neue Strategie. Ziel ist es, die totale Unsichtbarkeit der Organisation zu erreichen. Keine Gewaltakte, die Aufsehen erregen. Kein Verhalten, dass Verdacht schöpfen lässt." Um diese Strategie zu verfolgen, hält der Bericht fest, umgebe sich die Mafia immer häufiger mit Leuten, die von den Sicherheitsorganen nicht erfasst werden, weil sie in keinem Strafregister aufgeführt seien. "Diese Strohmänner sind meistens gebildet, haben beste Kenntnisse der modernen Technologie, führen ein unauffälliges Leben", heißt es weiter. Ganz normale Leute also. Leute wie Antonio Ciavarello.
Drei Jahre lang wurde Ciavarello von der Staatsanwaltschaft in Palermo unter Hausarrest gestellt. Er durfte morgens nicht früher als um sieben aus dem Haus und abends nicht später als um acht wieder zurückkehren. Bei jedem Ortswechsel musste er die Polizei benachrichtigen. Die Behörden waren sich sicher, dass er als Postbote Informationen an untergetauchte Mafiamitglieder der Riina-Familie weiterleiten würde. Deshalb griffen sie zu dieser Präventivmassnahme, die rechtlich gesehen zweifelhaft ist, die aber die italienischen Antimafiagesetze durchaus zulassen.
Nichts haben die Fahnder entdeckt. Auch die Wanzen, die sie in Ciavarellos Auto, in seiner Wohnung und im Black & White-Pub installierten, brachten nichts. Bei Ciavarellos Vermählung waren die Beamten mit Kameras und Mikrofonen dabei - es war das erste Mal, dass die Familie eines Mafiapaten eine Hochzeit öffentlich feierte.
An jenem 6. September letzten Jahres, als in der Dorfkirche zu Corleone Antonio Ciavarello der Tochter des Paten das Jawort gab, fehlte neben Schwiegerpapa Riina auch Giovanni, sein älterer Schwager. Schon mit 18 war er straffällig geworden: Schlägereien, Erpressung, Hehlerei. Heute ist er 25 und sitzt eine lebenslängliche Haftstrafe ab. Knapp 20 war Giovanni, als er seinen ersten Mord verübte. Den Körper des Opfers löste er in Säure auf. Die anderen drei Morde hat er "nur" in Auftrag gegeben. Beim Prozess plädierte sein Anwalt deshalb für Strafmilderung - ohne Erfolg. Vor drei Monaten entsprach das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft und sperrte Giovanni für den Rest seines Lebens weg.
Die Zeit der großen Ballerei ist in Corleone vorbei. Zwischen 1943 und 1961 wurden noch 52 Morde begangen und eine unbestimmte Anzahl Verbrechen, die als lupara bianca bezeichnet werden, als "weiße Schrotflinten". Das sind Morde, bei denen die Leiche nie gefunden wird. Dem Dorf brachte es den Beinamen Tombstone (Grabstein) ein, und den Hollywood-Regisseuren und Mafiaromanciers lieferte der Ort farbige Vorlagen. Heute ist Corleone, das man von Palermo aus über eine gewundene Landstraße in einer halben Stunde erreicht, zumindest dem Anschein nach ein Dorf wie jedes andere. In den Vitrinen der Geschäfte liegen die neuesten Gucci-Brillen, und die Buchhandlung an der Piazza legt selbstbewusst Bücher zur Mafia aus. Nur hinter der Fassade stimmt die Idylle nicht. Jedes Haus, bestätigen Fahnder hinter vorgehaltener Hand, ist direkt mit dem Polizeikommando verkabelt - es gibt hier mehr Wanzen als Menschen.
"Die Mafia ist ein historisches Phänomen, das einen Anfang hat, eine Entwicklung und ein Ende. Heute sind wir fast am Ende angelangt." Mit diesen Worten eröffnete UN-Vizegeneralsekretär Pino Arlacchi im Dezember 2000 den UN-Kongress zur Organisierten Kriminalität in Palermo. Am Tag nach seiner Rede korrigierte er sich. Die Mafia sei vorübergehend inaktiv, könne aber jederzeit wieder aufblühen. Einen weiteren Tag später korrigierte er sich abermals. Die Mafia habe gar nie aufgehört zu existieren, sondern sei lediglich ruhiger geworden. Inzwischen hat Arlacchi sein UN-Mandat abgegeben, und der Streit um die wahre Natur der Mafia ist seither nicht abgeklungen. Für die einen ist die Ruhe ein klares Zeichen für die Krise, in der sich die Mafia befindet. Für die anderen bedeutet es das Gegenteil: Die Mafia hat gemerkt, dass sie auf Samtpfoten mehr erreicht als mit Dynamitstangen.
Für Palermos Oberstaatsanwalt Piero Grasso steht fest: "Die Mafia fühlt sich heute stark wie nie. Sie muss nicht mehr zur Gewalt greifen, um ihre Geschäfte zu tätigen." Die neue Mafia besinne sich, paradoxerweise, auf alte Werte: Sie verschwinde vordergründig aus dem öffentlichen Leben, weil sie gemerkt habe, dass die großen Attentate vor allem ihr selbst geschadet haben. Der Wille der Bevölkerung, sich gegen die Mafia aufzulehnen, sagt Grasso, sei nie so groß gewesen wie nach der Ermordung der beiden Richter Falcone und Borsellino vor zehn Jahren. "Heute erleben wir eine Rückkehr zur Antike, ein Revival der alten Strategien, der alten Denkmuster, des alten Verhaltenscodex: Infiltrieren und koexistieren statt von draußen den Staat und die Gesellschaft frontal zu bekämpfen - so lautet das Losungswort des neuen Jahrtausends."
Keiner verdeutlicht diesen Wandel besser als Bernardo Provenzano. Das mag erstaunen, Provenzano ist 69 Jahre alt. Seit der Verhaftung Riinas 1993 ist er die Nummer eins der sizilianischen Mafia. Wie Riina gehört er der alten Garde an, wie dieser stammt er aus Corleone.
Im Gegensatz zu Riina hat er aber dazugelernt, gilt heute als moderat, soweit dies in der Cosa Nostra möglich ist. In den fünfziger Jahren war er ein zuverlässiger Killer, der sich mit seiner Skrupellosigkeit beim Mafiaclan von Luciano Liggio Ruhm und Respekt verschafft hatte. Provenzano wurde "'u tratturi" genannt, weil er wie ein Traktor funktionierte. Kein Hindernis, das ihn aufhielt, kein Pflaster, auf das er sich nicht wagte. Sein letzter Mordanschlag, der aktenkundig ist, reicht fast vierzig Jahre zurück. Seither ist der Traktor erfolgreich auf der Flucht - selbst für italienische Verhältnisse ein Rekord.
An jenem 9. Mai 1963, als er das letzte Mal öffentlich gesehen wurde, sollte Provenzano im Auftrag Liggios ein Mitglied des rivalisierenden Navarra-Clans umbringen. Der Anschlag misslang. Vier Monate später starb der Mann bei einem anderen Anschlag. Die Fahndung konzentrierte sich auf Provenzano. Obwohl er in den folgenden Jahren heiratete, zwei Kinder zeugte, die in einem öffentlichen Spital zur Welt kamen und beim Geburtenregister in Corleone ordnungsgemäß eingeschrieben wurden, fehlt von Provenzano bis heute jede Spur. Das letzte Fahndungsfoto stammt aus dem Jahre 1959. Selbst sein Bruder Sergio, der seit über dreißig Jahren in Nordrhein-Westfalen lebt, behauptet, er würde ihn nicht mehr erkennen. "Ich habe ihn nie mehr gesehen, seit ich Sizilien verlassen habe."
Zur Silvesterparty waren Provenzanos Frau und ihre beiden erwachsenen Kinder aus Corleone angereist. Eingeschleuste Spitzel hatten zuvor gemeldet, auch der Traktor wolle nach Deutschland kommen. "Gesetzt den Fall, dass er sich nicht als Tischbombe verkleidet hat", erklärte einer der italienischen Untersuchungsrichter später lakonisch, "haben wir nicht den geringsten Hinweis gefunden, dass Bernardo Provenzano sich bei seinem Bruder aufgehalten hätte." Nicht wenige sahen sich in ihrer Überzeugung bestätigt, dass der flüchtige Mafiaboss gar nicht mehr lebt und der Mafia wie auch manch korruptem Politiker als Alibi diene, um die Fahndungen in die falsche Richtung zu leiten. Der ehemalige Pate Tommaso Buscetta, der große Kronzeuge bei den Maxiprozessen von 1986, erklärte schon vor Jahren: "Ich glaube nicht, dass der italienische Staat wirklich die Absicht hat, die Mafia zu bekämpfen."
Immer wieder haben sich die verschiedenen Sicherheitsorgane, die sich um die Mafia kümmern, selbst bekriegt, was Buscettas Verdacht bestärkt. Es gab Suspendierungen vom Dienst, mysteriöse Todesfälle von Informanten und manch undurchsichtiges Veto aus dem Innenministerium. Zuletzt sorgte ziemlich genau vor einem Jahr die Verhaftung Benedetto Speras für interne Querelen. Dieses Mal war es die Spezialeinheit der Polizei, DIA, die Provenzano auf den Fersen war. Als die Agenten das Bauernhaus in Mezzojusto bei Corleone stürmten, waren neben Spera, der rechten Hand des Paten, zwei weitere hochkarätige Mafiosi anwesend. Nur der Chef selber fehlte. Die Carabinieri-Einheit ROS beschuldigte ihre Kollegen von der Polizei, ihnen mit der überhasteten Aktion monatelange Arbeit vermasselt zu haben. Innenminister Enzo Biano musste abermals als Schlichter intervenieren. Immerhin konnten die Fahnder neben der Verhaftung der drei flüchtigen Mafiosi verschiedene Briefe sicherstellen, die für Provenzano bestimmt waren.
Die Briefe hatten Provenzanos Ehefrau Saveria sowie der ältere Sohn Angelo geschrieben. Während sich die Frau des Paten um die Gesundheit ihres an den Nieren schwer erkrankten Gatten kümmerte und ihn ermahnte, "immer warme Wollsocken zu tragen", erläuterte Angelo verschiedene Investitionen, die er tätigen wollte. "Wenn du einverstanden bist, rede ich mit 512151522 191212154 darüber." Die ältere Mafia-Generation sprach bei ihren verschlüsselten Gesprächen von "Filet" und "Hammelkeule"; der Nachwuchs verwendet schlichte Zahlenkombinationen. Als erste Reaktion auf die Briefe wurde der Familie Provenzano die Wäscherei geschlossen, die sie im Zentrum Corleones, gleich neben dem Polizeikommando, betrieb. Nach Erkenntnissen der Behörden sollen dort nicht nur Leinentücher und Bettlaken gewaschen worden sein. Wer hinter den Zahlenkombinationen steckt, bleibt allerdings ein Rätsel.
Mitte Januar dieses Jahres schließlich nahm die Squadra Mobile in Palermo 28 Personen fest, die, so die Staatsanwaltschaft, zum engeren Kreis von Provenzano gehören. Alle Verhafteten haben einen tadellosen Leumund. Der eine besitzt die Autofahrschule Primavera im Zentrum der Stadt, ein anderer ist Krankenpfleger im städtischen Spital, eine Dritte arbeitet als selbstständige Anwältin, deren Vater pensionierter Vermessungsingenieur des nationalen Straßenamtes Anas und deren Mutter Hausfrau ist. Die mamma war es auch, die durch eine Unachtsamkeit die Verhaftungswelle auslöste. Zermürbt von der ständigen Angst, entdeckt zu werden, sprach sie zu ihrem Ehegatten, ohne zu wissen, dass sie abgehört wurde: "Wenn Santa Barbera ein Mann mit Eiern wäre, würde sie sich der Polizei stellen. Sie hat nichts mehr zu verlieren, sie liegt im Sterben. Damit würde sie viele Familienväter entlasten, die durch sie in Gefahr sind."
Santa Barbera ist einer der Codenamen für Provenzano. Der pensionierte Ingenieur Pino Lipari hat über Jahre für den Paten die so genannten appalti kontrolliert, die Vergabe öffentlicher Bauaufträge. Das System ist so einfach wie effizient: Beteiligt ist ein Softwarespezialist, der die Ausschreibung manipuliert, ein Postbeamter, der die eingeschriebenen Briefe zurückhält, ein Funktionär, der das "richtige" Anforderungsprofil definiert - am Ende sind nur Bauunternehmen in der Auswahl, die mit der Mafia zusammenarbeiten. Die Provision beträgt 30 Prozent des Auftragsvolumens. Um den Verlust zu kompensieren, werden die Rechnungen aufgeblasen und erstklassige Preise für drittklassige Qualität bezahlt. Zement, Eisen, Stahl kaufen diese Bauunternehmen bei Firmen, die ebenfalls von der Mafia kontrolliert werden.
"Ich habe oft mit irritierender Bewunderung und Neid feststellen müssen", schrieb Richter Giovanni Falcone kurz vor seiner Ermordung, "wie ungemein funktional und effizient die Ehrenwerte Gesellschaft im Vergleich zu unserem Staat funktioniert." Zwischen 1988 und 1998 ging über die Hälfte der gesamten Unterhaltsarbeiten für Siziliens Straßen an die Mafia. Die A 19 von Palermo nach Catania und die A 29 von Palermo nach Trapani wurden komplett von ihr gebaut. In den nächsten Jahren will Rom fünf Milliarden Euro in Siziliens Infrastruktur investieren, und die Agenda 2000 verspricht weitere Geldströme aus der EUKasse. Provenzano, den sie inzwischen auch Buchhalter nennen, hat klare Order durchgegeben: Abtauchen und ruhig bleiben. Die so genannte legale Mafia muss alles vermeiden, was die Öffentlichkeit aufschreckt und den Staat zur Repression zwingt.
Und auch der Staat scheint sich mit der Mafia zu arrangieren. Im August vergangenen Jahres erklärte Pietro Lunardi, Italiens Minister für Infrastrukturen: "Wir müssen mit der Mafia zusammenleben." Viele sahen in dieser Aussage die Absicht der Regierung Berlusconi, den Kampf gegen die Mafia aufzugeben. Lunardi selbst erklärte einer empörten Öffentlichkeit, dass er nicht zynisch sein wollte, sondern ehrlich. Es stellte sich heraus, dass sogar der Bau der modernen Glas-Stahl-Konstruktion in Palermo, in welcher die Uno über die Mafia beriet, von ebendieser kontrolliert worden war. Und nicht nur dies. Von Anwaltsprüfungen über die Zulassung an Universitäten und Spitälern bis zur Einstellung von Theaterkomparsen hat die Cosa Nostra alles in der Hand. Das Teatro Greco in Syrakus konnte bis zum April letzten Jahres, als die Polizei den Vorhang zog, keine Glühbirne kaufen ohne das Einverständnis der Paten. Die Maskenbildner, die Hostessen, die Parkwächter, die Putzequipe - alles wurde von der Ehrenwerten Gesellschaft organisiert. Selbst die Kissen, auf die sich die Gäste setzten, um den Hexametern Ovids zu lauschen.
Den größten Erfolg hat die Mafia gegenwärtig mit einem neuen Geschäftsbereich. Nicht mehr die klassischen Wirtschaftszweige wie Drogenhandel, Waffenschieberei und Menschenschmuggel allein, sondern die so genannte Ecomafia bringt Geld: illegale Mülldeponien, der Transport hoch toxischer Abfälle und der Handel mit nichtgenormten oder verbotenen Baumaterialien. Während eines abgehörten Gesprächs zwischen zwei Mafiosi fällt der sinnige Satz: "Trasi munnizza e nasci oro" - "Aus Abfall wird Gold". Dazu kam in den letzten Jahren noch der illegale Handel mit exotischen Tieren und geraubten Kunstgegenständen. Von 1996 bis 2000 betrug das geschätzte Handelsvolumen dieser neuen Aktivitäten, an denen die sizilianische Mafia maßgeblich beteiligt ist, 60 Milliarden Euro.
"Der ständige Wandel ist die eigentliche Konstante der Mafia", sagt Umberto Santino, der sich seit 30 Jahren mit den sozialen und ökonomischen Metamorphosen der Cosa Nostra beschäftigt. Zusammen mit seiner Frau führt Santino in Palermo das Centro Impastato, das größte Privatarchiv zum Thema Mafia. Der Name des Archivs stammt von Giuseppe "Peppino" Impastato, dem Sohn eines Mafioso und Enkel eines Paten. Peppino Impastato wollte beweisen, dass es auch anders geht. Er hatte sich von seinem Umfeld emanzipiert und in Cinisi, seinem Heimatdorf, mit der Ehrenwerten Gesellschaft angelegt - zuerst via Privatradio, dann mit Flugblättern und Umzügen. Für die linksradikale Partei Democrazia Proletaria kandidierte Pippino fürs Regionalparlament, um den Kampf gegen die Mafia innerhalb der Institutionen weiterzuführen, und wurde am 9. Mai 1978 auf Befehl seines Onkels Tano Badalamenti umgebracht.
"Der Name Impastato ist Programm", sagt Umberto Santino. Die Wandregale in seinem Arbeitszimmer quellen über von Büchern über die Mafia und Antimafia; einige dieser Werke hat er selber verfasst. Obwohl er als unbestrittener Fachmann gilt, hat Santino Mühe, Verleger und Sponsoren zu finden. Das Dokumentationszentrum Impastato finanziert sich durch die freiwilligen Beiträge von rund hundert Gönnern. Von der öffentlichen Hand hat er bis heute keine Unterstützung bekommen. "Ich bin keiner für Cocktailpartys", sagt er. Wer sich die Zeit nimmt, seine Bücher zu lesen, wird merken, dass es wohl kaum jemanden gibt, der so detailliert Bescheid weiß über die Mafia wie Santino. Aber vermutlich auch keinen, der so rigide und unversöhnliche Positionen vertritt wie er. "Wahrheiten kann man verdrehen, Fakten nicht", sagt Santino.
Wenn man der Mafia heute den Puls fühlen wolle, sagt er weiter, müsse man mehr denn je den Politikern auf die Finger schauen, vor allem Regierungschef Berlusconi. Der habe den Italienern während des Wahlkampfs das Paradies versprochen - geschaffen habe er ein Paradies nur für Mafiosi. Das sei, so Santino, keine Meinung, sondern Tatsache. "Was heute in Italien geschieht, ist die Legalisierung der Illegalität." Die Attacken der Regierung auf die Justiz, die Einführung neuer Gesetze, die den illegalen Geldtransfer ins Ausland unter Amnestie stellen und Bilanzfälschung nur noch als einfaches Vergehen ahnden, sowie die Erschwerung der internationalen Rechtshilfe legten einen Humus, auf dem sich in erster Linie das Organisierte Verbrechen wohlfühle: "Der ethische Standard ist mit Berlusconi klar nach unten gedrückt worden."
Das innige Verhältnis zwischen Mafia und Politik ist nicht neu. Heute aber wird dieses Verhältnis weniger durch Interaktion als vielmehr durch Vereinnahmung bestimmt - die Mafia bekämpft den Staat nicht mehr, sondern geht in ihm auf. Die Regierung ihrerseits bewegt sich inzwischen so, dass sie der Mafia nicht mehr in die Quere kommt. Es scheint eine Art unausgesprochenes Gentlemen's Agreement zu sein: Du lässt mich machen, dafür lasse ich dich in Ruhe. Die neue Mafia hat die alte dabei nicht etwa ersetzt, sondern diese hierarchisch überholt, oben die neue, unten die alte, wobei das Ziel dasselbe bleibt: der absolute Vorrang des Eigeninteresses vor dem Gemeinwohl. Genau das also, was die Regierung um Premier Berlusconi der Bevölkerung bisher vorgelebt habe, wie der ehemalige Bürgermeister von Palermo, Leoluca Orlando, meint. Die moderne Mafia sei weniger gewalttätig als die alte, dafür aber schwieriger zu bekämpfen.
Südtirol - neueste Zielscheibe der 'Ndrangheta
Laut Oberstaatsanwalt Rispoli ist seit neuestem Südtirol eine lukrative Zielscheibe der 'Ndangheta. Im Bericht der Antimafia-Kommission im italienischen Parlament taucht zum ersten mal auch der Name von Südtirol im Kampf gegen das organisierte Verbrechen auf. Wie die Tageszeitung Alto Adige berichtet, gilt die Provinz als Erweiterungsgebiet einer möglichen Infiltration vonseiten der `Ndrangheta.
Der ehemalige Senator von Italien der Werte Luigi Li Gotti erklärte, dass sich das Phänomen der organisierten Kriminalität vom Süden nun auch in die Mitte und in den Norden des Landes ausbreite.
Betroffen sei unter anderem auch die Emilia Romagna, vor allem im Bausektor, während in Ligurien kriminelle Organisationen im Bereich des Glückspiels Fuß fassen würden. Auch das Aostatal sei kein unberührter Fleck mehr, während es in Bozen Infiltrierungsversuche der `Ndrangheta-Clans der Muto und der Chirillo gebe.
Li Gotti spricht wörtlich von „Kontamination“. Der Senator, der von Beruf gelernter Anwalt ist, weiß, wovon er spricht. Unter seinen Mandanten befindet sich eine Reihe von sogenannten „Pentiti“, also von ehemaligen Mitgliedern des organsierten Verbrechens, die bereit sind, mit der Justiz zusammen zu arbeiten.
Li Gotti bezieht sich vor allem auf das Jahr 2011, als die Ordnungskräfte mehrere Untersuchungen im ganzen Staatsagebiet abgeschlossen hatten. Besonders für Aufsehen sorge die Operation „Overloading“, in deren Rahmen über 70 Personen in der Provinz Bozen, in der Emilia Romagna und in Kalabrien verhaftet worden waren. Außerdem wurde ein Vermögen von mehr als 200 Millionen Euro beschlagnahmt.
Die mächtigen Familien der Muto und der Chirillo galten damals in der Provinz Cosenza als äußerst gefährlich- sowohl in wirtschaftlicher Hinsicht als auch, was den Besitz an Waffen anbelangt. Vor allem erstere konzentrierte sich auf den Drogenhandel.
Die Operation wurde am Anfang des Jahres 2011 in die Wege geleitet und wurde von der Bezirksdirektion der Antimafia-Polizei von Catanzaro koordiniert. In Bozen arbeitete man mit der Finanzpolizei zusammen.
Im Mittelpunkt stand der internationale Handel mit Kokain. Die Drogen kamen von Venezuela über Spanien nach Europa und wurden mithilfe von Kurieren über Direktflüge nach Rom gebracht. Anschließend wurde die Ware verteilt und über den Brenner nach Norden exportiert.
Um sichere Kanäle über die Staatsgrenze ausfindig zu machen, soll die `Ndrangheta auch Vertrauenspersonen in Bozen genutzt haben. Ein Anteil des Kokains wurde direkt vor Ort vertickert.
Im Rahmen der Operation „Overloading“ konnte die Organisation allerdings enttarnt werden, bevor sie weiter Fuß fassen konnte. Li Gotti erklärt, dass er im Bericht Bozen als Beispiel erwähnt habe, um zu zeigen, um die Auswüchse des Phänomens zu verdeutlichen.
Seit 2012 wurden in Südtirol weitere Untersuchungen durchgeführt. Allerdings konnten geringe Machtzuwächse festgestellt werden.
Auch Regierungskommissar Valerio Valenti erklärt, dass bislang keine Mafia-Clans in Südtirol wirklich Fuß fassen konnten. Trotzdem gelte es, weiterhin höchste Wachsamkeit walten zu lassen. Vor allem in Zeiten der Wirtschaftskrise würden die Geschäfte der organisierten Kriminalität aufblühen.
Laut Valenti wecke Südtirol den Appetit der Clans, weil sich die Provinz an einer strategisch günstigen Position zwischen Norden und Süden befindet und weil es viele unternehmerische Initiativen gibt.
Der ehemalige Senator von Italien der Werte Luigi Li Gotti erklärte, dass sich das Phänomen der organisierten Kriminalität vom Süden nun auch in die Mitte und in den Norden des Landes ausbreite.
Betroffen sei unter anderem auch die Emilia Romagna, vor allem im Bausektor, während in Ligurien kriminelle Organisationen im Bereich des Glückspiels Fuß fassen würden. Auch das Aostatal sei kein unberührter Fleck mehr, während es in Bozen Infiltrierungsversuche der `Ndrangheta-Clans der Muto und der Chirillo gebe.
Li Gotti spricht wörtlich von „Kontamination“. Der Senator, der von Beruf gelernter Anwalt ist, weiß, wovon er spricht. Unter seinen Mandanten befindet sich eine Reihe von sogenannten „Pentiti“, also von ehemaligen Mitgliedern des organsierten Verbrechens, die bereit sind, mit der Justiz zusammen zu arbeiten.
Li Gotti bezieht sich vor allem auf das Jahr 2011, als die Ordnungskräfte mehrere Untersuchungen im ganzen Staatsagebiet abgeschlossen hatten. Besonders für Aufsehen sorge die Operation „Overloading“, in deren Rahmen über 70 Personen in der Provinz Bozen, in der Emilia Romagna und in Kalabrien verhaftet worden waren. Außerdem wurde ein Vermögen von mehr als 200 Millionen Euro beschlagnahmt.
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| Oberstaatsanwalt Guido Rispoli |
Die mächtigen Familien der Muto und der Chirillo galten damals in der Provinz Cosenza als äußerst gefährlich- sowohl in wirtschaftlicher Hinsicht als auch, was den Besitz an Waffen anbelangt. Vor allem erstere konzentrierte sich auf den Drogenhandel.
Die Operation wurde am Anfang des Jahres 2011 in die Wege geleitet und wurde von der Bezirksdirektion der Antimafia-Polizei von Catanzaro koordiniert. In Bozen arbeitete man mit der Finanzpolizei zusammen.
Im Mittelpunkt stand der internationale Handel mit Kokain. Die Drogen kamen von Venezuela über Spanien nach Europa und wurden mithilfe von Kurieren über Direktflüge nach Rom gebracht. Anschließend wurde die Ware verteilt und über den Brenner nach Norden exportiert.
Um sichere Kanäle über die Staatsgrenze ausfindig zu machen, soll die `Ndrangheta auch Vertrauenspersonen in Bozen genutzt haben. Ein Anteil des Kokains wurde direkt vor Ort vertickert.
Im Rahmen der Operation „Overloading“ konnte die Organisation allerdings enttarnt werden, bevor sie weiter Fuß fassen konnte. Li Gotti erklärt, dass er im Bericht Bozen als Beispiel erwähnt habe, um zu zeigen, um die Auswüchse des Phänomens zu verdeutlichen.
Seit 2012 wurden in Südtirol weitere Untersuchungen durchgeführt. Allerdings konnten geringe Machtzuwächse festgestellt werden.
Auch Regierungskommissar Valerio Valenti erklärt, dass bislang keine Mafia-Clans in Südtirol wirklich Fuß fassen konnten. Trotzdem gelte es, weiterhin höchste Wachsamkeit walten zu lassen. Vor allem in Zeiten der Wirtschaftskrise würden die Geschäfte der organisierten Kriminalität aufblühen.
Laut Valenti wecke Südtirol den Appetit der Clans, weil sich die Provinz an einer strategisch günstigen Position zwischen Norden und Süden befindet und weil es viele unternehmerische Initiativen gibt.
Mafia in Nadelstreifen: Die Wirtschaftsmacht der Unterwelt
Das erfolgreichste italienische Unternehmen machte im letzten Jahr rund 185 Milliarden Euro Umsatz und satte 720 Milliarden Gewinn. Das "Unternehmen" Mafia. Der Mafioso von heute trägt Anzug und Krawatte.
Neben dem internationalem Drogen- und Waffenhandel ist die Haupteinnahmequelle immer noch die Schutzgelderpressung im eigenen Land. Von Neapel bis Sizilien zahlt ein Großteil der Unternehmen regelmäßig an die Mafia. Wer sich weigert, wird massiv eingeschüchtert und bedroht.
Autorin Antje Pieper hat für "makro" Mafia-Opfer und Mafia-Jäger in Italien besucht, die Spur der organisierten Wirtschaftskriminalität von Palermo bis Mailand verfolgt. Dabei ist sie mit der Bauindustrie und dem Finanzwesen auf neue Geschäftsfelder gestoßen, die an Bedeutung gewinnen. Große Bauprojekte wie die Expo 2015 in Mailand sowie die Mailänder Börse sind diskrete Geldwaschanlagen.
Selbst der Fußball dient der Mafia als Mittel zur Geldwäsche und als Eintrittskarte in die bessere Gesellschaft. Denn auf den Ehrentribünen der Fußball-Stadien sitzen reiche Unternehmer und einflussreiche Politiker. Im Wettgeschäft in Süditalien gibt die Mafia bereits den Ton an.
Die Mafia aus dem Süden infiltriert immer mehr den Norden, vor allem die Region rund um Mailand. Denn klar ist, dass die "ehrenwerte Gesellschaft" dahin geht, wo das Geld sitzt.
Neben dem internationalem Drogen- und Waffenhandel ist die Haupteinnahmequelle immer noch die Schutzgelderpressung im eigenen Land. Von Neapel bis Sizilien zahlt ein Großteil der Unternehmen regelmäßig an die Mafia. Wer sich weigert, wird massiv eingeschüchtert und bedroht.
Autorin Antje Pieper hat für "makro" Mafia-Opfer und Mafia-Jäger in Italien besucht, die Spur der organisierten Wirtschaftskriminalität von Palermo bis Mailand verfolgt. Dabei ist sie mit der Bauindustrie und dem Finanzwesen auf neue Geschäftsfelder gestoßen, die an Bedeutung gewinnen. Große Bauprojekte wie die Expo 2015 in Mailand sowie die Mailänder Börse sind diskrete Geldwaschanlagen.
Selbst der Fußball dient der Mafia als Mittel zur Geldwäsche und als Eintrittskarte in die bessere Gesellschaft. Denn auf den Ehrentribünen der Fußball-Stadien sitzen reiche Unternehmer und einflussreiche Politiker. Im Wettgeschäft in Süditalien gibt die Mafia bereits den Ton an.
Die Mafia aus dem Süden infiltriert immer mehr den Norden, vor allem die Region rund um Mailand. Denn klar ist, dass die "ehrenwerte Gesellschaft" dahin geht, wo das Geld sitzt.
VIDEO / Haschisch im Wert von 100 Millionen Euro in Turin beschlagnahmt
Ein dicker Fisch ist der Finanzpolizei in Turin ins Netz gegangen. Der Sattelschlapper hatte die Route von Marokko über Spanien nach Italien. Ein Begleitfahrzeug des LKW hielt sich im Hintergrund. Der Sattelschlepper wurde kurz hinter der italienischen grenze bei Dorno auf der A 7 gestoppt.. Der Fahrer und die 4 Insassen des Begleitfahrzeuges wurden verhaftet.
Das besonders ausgeklügelte Versteck war in einem doppelten Boden mit einem mechanisch ausziehbaren Boden angerichtet. Als man die verhafteten Männer nach Mailand brachte, konnten zwei mit Hilfe evon mehreren Männern auf der Straße entkommen.
Bei einem Verkaufswert von 10 Euro das Gramm, hätte die Bande 90 Millionen euro verdient.
Freitag, 8. März 2013
Pakt zwischen Mafia und Politik: Prozess in Palermo
Der Untersuchungsrichter von Palermo, Pier Giorgio Morosini, hat die Eröffnung eines Verfahrens gegen zehn Angeklagte, darunter hochrangige Politiker und Bosse der Mafia, wegen eines mutmaßlichen Paktes zwischen Staat und Cosa Nostra in den 90er-Jahren beschlossen.
Vor Gericht müssen sich unter anderem die langjährigen Spitzenbosse der Mafia Salvatore Riina und Bernardo Provenzano sowie die Mafiosi Leoluca Bagarella und Giovanni Brusca, der prominente Carabinieri-Hauptmann Giuseppe Donno und mehrere bekannte Politiker verantworten.
Das Verfahren vor einem Schwurgericht in Palermo werde am 27. Mai beginnen, verlautete aus Justizkreisen in Palermo.
Wegen Mafia-Verstrickungen und Verleumdung muss auch Massimo Ciancimino, Sohn des langjährigen Bürgermeisters von Palermo, Vito Ciancimino, vor Gericht. Ciancimino, der wegen Geldwäsche bereits zu drei Jahren Haft verurteilt worden war, ist ein Schlüsselzeuge in mehreren Mafia-Untersuchungen.
Laut Ciancimino hatte die Cosa Nostra Anfang der 90er-Jahre eine Reihe von Forderungen an den Staat gestellt, unter anderem die Abschaffung der für Mafiosi erschwerten Haftbedingungen.
Dafür wollte die Mafia keine weiteren Anschläge wie jene verüben, die 1992 zum Tod der Anti-Mafia-Jäger Giovanni Falcone und Paolo Borsellino geführt hatten. Das ist vergleichbar, als würde eine kriminelle Vereinigung mit der Regierung Merkel verhandeln, auf Anschläge zu verzichten, wenn man die Gefängnisse für sie mit allem Komfort ausstattete und das Essen aus dem naheliegenden Gourmet-Restaurant lieferte...
Vor Gericht müssen sich unter anderem die langjährigen Spitzenbosse der Mafia Salvatore Riina und Bernardo Provenzano sowie die Mafiosi Leoluca Bagarella und Giovanni Brusca, der prominente Carabinieri-Hauptmann Giuseppe Donno und mehrere bekannte Politiker verantworten.
Das Verfahren vor einem Schwurgericht in Palermo werde am 27. Mai beginnen, verlautete aus Justizkreisen in Palermo.
Wegen Mafia-Verstrickungen und Verleumdung muss auch Massimo Ciancimino, Sohn des langjährigen Bürgermeisters von Palermo, Vito Ciancimino, vor Gericht. Ciancimino, der wegen Geldwäsche bereits zu drei Jahren Haft verurteilt worden war, ist ein Schlüsselzeuge in mehreren Mafia-Untersuchungen.
Laut Ciancimino hatte die Cosa Nostra Anfang der 90er-Jahre eine Reihe von Forderungen an den Staat gestellt, unter anderem die Abschaffung der für Mafiosi erschwerten Haftbedingungen.
Dafür wollte die Mafia keine weiteren Anschläge wie jene verüben, die 1992 zum Tod der Anti-Mafia-Jäger Giovanni Falcone und Paolo Borsellino geführt hatten. Das ist vergleichbar, als würde eine kriminelle Vereinigung mit der Regierung Merkel verhandeln, auf Anschläge zu verzichten, wenn man die Gefängnisse für sie mit allem Komfort ausstattete und das Essen aus dem naheliegenden Gourmet-Restaurant lieferte...
Interne Finanzaufsicht ermittelt im Vatikan wegen Geldwäsche-Verdachts
Vatikan-Bank
Im Vatikan gibt es derzeit ein Machtvakuum. Benedikts Nachfolger ist noch nicht gewählt, in den kommenden Tagen soll das Konklave zusammentreten, um den neuen Papst zu wählen. Eine Gruppe von Missbrauchsopfern hat zuvor eine schwarze Liste von Kardinalen veröffentlicht, die Fälle sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche vertuscht haben sollen.
Als wäre all das nicht schon Skandal genug, gibt es jetzt auch noch Probleme bei der Bank des Vatikan. Wie die ANSA unter Berufung auf Kreise im Vatikanischen Staatssekretariat berichtet, ermittelt die vatikanische Finanzaufsicht (AIF) in sechs Fällen wegen des Verdachts der Geldwäsche.
Die Vatikanbank hat ungefähr 20.000 Kunden, meist Angestellte des Vatikans, Ordensgemeinschaften oder religiöse Vereinigungen. Wie es in dem Bericht heißt, stuften die Ermittler etwa 1000 von ihnen als "höchst problematisch" ein. Darunter sei beispielsweise ein Rechtsanwalt der Mafia, der Seligsprechungen für 40.000 Euro anbietet. Wer da seelig gesprochen wird, liegt auf der Hand!
Die Vatikanbank, die mit offiziellem Namen "Institut für religiöse Werke" IOR heißt, ist seit vielen Jahren in Affären verwickelt. Sie soll unter anderem Gelder der italienischen Mafia gewaschen haben. Außerdem gelten die Kontrollen der Geldflüsse als unzureichend. So sollen dubiose Geschäftsleute in der Vergangenheit häufiger die Bank genutzt haben - mit Hilfe religiöser Würdenträger, die als Strohmänner fungierten.
Der zwischenzeitliche Chef der Bank, Ettore Gotti Tedeschi, der eigentlich gründlich aufräumen sollte, wurde im Mai entlassen - offenbar auf Druck vatikanischer Würdenträger, denen sein Engagement zu weit ging. Im Sommer bescheinigte der Europarat dem Institut anhaltende Defizite im Kampf gegen Geldwäsche.
Seit Mitte Februar hat die Bank einen neuen Chef, den 54 Jahre alten deutschen Finanzexperten Ernst von Freyberg, den der zurückgetretene Papst als eine seine letzten Amtshandlungen eingesetzt hatte. Von Freyberg wird sich jetzt mit der Aufarbeitung der Affäre beschäftigen müssen.
Unter der Kunden ist zum Beispiel ein Rechtsanwalt der Mafia, der Seligsprechungen für 40.000 Euro anbietet: Interne Aufseher ermitteln einem Medienbericht zufolge wegen des Verdachts der Geldwäsche gegen die Vatikanbank. Es ist nicht das erste Mal, dass das Geldhaus in eine Affäre verwickelt ist.
Im Vatikan gibt es derzeit ein Machtvakuum. Benedikts Nachfolger ist noch nicht gewählt, in den kommenden Tagen soll das Konklave zusammentreten, um den neuen Papst zu wählen. Eine Gruppe von Missbrauchsopfern hat zuvor eine schwarze Liste von Kardinalen veröffentlicht, die Fälle sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche vertuscht haben sollen.
Als wäre all das nicht schon Skandal genug, gibt es jetzt auch noch Probleme bei der Bank des Vatikan. Wie die ANSA unter Berufung auf Kreise im Vatikanischen Staatssekretariat berichtet, ermittelt die vatikanische Finanzaufsicht (AIF) in sechs Fällen wegen des Verdachts der Geldwäsche.
Die Vatikanbank hat ungefähr 20.000 Kunden, meist Angestellte des Vatikans, Ordensgemeinschaften oder religiöse Vereinigungen. Wie es in dem Bericht heißt, stuften die Ermittler etwa 1000 von ihnen als "höchst problematisch" ein. Darunter sei beispielsweise ein Rechtsanwalt der Mafia, der Seligsprechungen für 40.000 Euro anbietet. Wer da seelig gesprochen wird, liegt auf der Hand!
Die Vatikanbank, die mit offiziellem Namen "Institut für religiöse Werke" IOR heißt, ist seit vielen Jahren in Affären verwickelt. Sie soll unter anderem Gelder der italienischen Mafia gewaschen haben. Außerdem gelten die Kontrollen der Geldflüsse als unzureichend. So sollen dubiose Geschäftsleute in der Vergangenheit häufiger die Bank genutzt haben - mit Hilfe religiöser Würdenträger, die als Strohmänner fungierten.
Der zwischenzeitliche Chef der Bank, Ettore Gotti Tedeschi, der eigentlich gründlich aufräumen sollte, wurde im Mai entlassen - offenbar auf Druck vatikanischer Würdenträger, denen sein Engagement zu weit ging. Im Sommer bescheinigte der Europarat dem Institut anhaltende Defizite im Kampf gegen Geldwäsche.
Seit Mitte Februar hat die Bank einen neuen Chef, den 54 Jahre alten deutschen Finanzexperten Ernst von Freyberg, den der zurückgetretene Papst als eine seine letzten Amtshandlungen eingesetzt hatte. Von Freyberg wird sich jetzt mit der Aufarbeitung der Affäre beschäftigen müssen.
Donnerstag, 7. März 2013
VIDEO / Mafia-Blutbad in Reggio di Calabria
Gestern morgen haben Bauern die durchlöcherten Leichen zweier Männern in der Nähe eines Autos unterhalb der Landstraße gefunden. Der Doppelmord ereignete sich im Stadtteil Torre volute Corigliano Calabro, mitten an der Hauptverkehrsstraße nach Sibaritide Die Opfer des der Mörder, durchsiebt von mehr als 100 Projektilen, sind Antonio Bruno, 58, ein verurteilter Verbrecher und Antonio Reformo, 56 Jahre alt. Letzterer versuchte zu fliehen, wurde aber nicht weit vom Auto entfernt eingeholt und exekutiert. Bei den Schusswaffen handelt es sich um automatische Maschinenpistolen.
Die Polizei geht davon aus, dass die Täter in der Unterwelt der kalabresischen Mafia zu finden sind. Die Art der Ermordung lässt auf eine Abrechnung schließen. Einer der beiden Opfer, Antonio Bruno, war bereits im Juli letztes Jahr in Corigliano in einen Hinterhalt geraten und vschwer erletzt worden.
Laut den Ermittlern handelt es sich um einen Krieg zweier verfeindeter Clans, die um die Kontrolle des ertragsstarken Glücksspielmarkt konkurrieren. Ein 38 Jahre alter Mann wurde in diesem Zusammenhang wegen versuchten Mordes verhaftet. Man hat bei ihm illegale Waffen gefunden. Nun richtet sich der Fokus auf den Clan der Familie Reformo, eine äußerst brutal agierende Gruppe, die von der Ehefrau des Antonio Reformo mit harter Hand angeführt wird.
Mittwoch, 6. März 2013
INFAMITA.... ein Mafia und Kirchenkrimi der besonderen Art
Don Cesare Carluccio, Oberhaupt der fünf einflussreichsten Mafiafamilien und mächtigster Mann Siziliens, muss wegen einer dringenden Angelegenheit nach Palermo. Ein recht unpassender Zeitpunkt, denn Carluccio ist dabei, die schöne Pupella in der Kathedrale von Palermo vor den Traualtar zu führen. Doch Business geht vor … und endet blutig!
Wie schrieb ein Rezensent?
Mancini ist mit INFAMITÀ ein grandioses Debüt gelungen. Der rasante und überaus spannende Roman, dessen Erstauflage bereits ausverkauft ist, besticht durch seine herausragend guten Charakterisierungen. Mancini, der seine Ausbildung als Psychologe wie seine lange Berufs- und Lebenserfahrung gewinnbringend in seinem literarischen Werk einsetzt, spielt augenzwinkernd mit den Versatzstücken des Mafia-Thrillers.
Seit Mario Puzos Welterfolg DER PATE ist Mancini der erste, dem eine solch atmosphärische Dichte und so überzeugende Inneneinsichten in die Strukturen der Cosa Nostra, ihr Weltbild und ihr Selbstverständnis gelungen ist.
Seit Mario Puzos Welterfolg DER PATE ist Mancini der erste, dem eine solch atmosphärische Dichte und so überzeugende Inneneinsichten in die Strukturen der Cosa Nostra, ihr Weltbild und ihr Selbstverständnis gelungen ist.
Doch Mancini beschränkt sich nicht darauf, allein von der »Cupola delle cinque familie«, den fünf führenden Familien Siziliens, zu berichten. Er benennt die weltweite Struktur der Mafia, ihre Verknüpfung mit den Spielerparadiesen der USA, den Drogenbaronen Südamerikas und nicht zuletzt der Römischen Kirche. Die Fäden der Mafia sind weltweit gespannt, ob zu korrupten Politikern, Wirtschaftsbossen oder Bankern, die sich oft einbilden, diese »Verbindungen« zu ihrem eigenen Nutzen beherrschen zu können - der Skandal um die Vatikanbank dürfte Vielen noch im Gedächtnis sein - oder zu kleinen Beamten und Angestellten, die als Zuträger benutzt werden.
Mancini moralisiert nicht, er verurteilt und verdammt nicht - er zeigt auf, ohne zu bewerten. Allein durch die Reaktionen der agierenden Charaktere führt er den Lesern die Abgründe moralischer Verkommenheit vor Augen - und stellt sie damit drastischer an den Pranger, als es jeder Kommentar vermocht hätte. Insbesondere an der Entstehungsgeschichte und dem Inhalt der Busti Secreti - ein Stoff, der anderen Schriftstellern leicht für einen eigenständigen Roman gereicht hätte - wird dies deutlich.
Mancini ist auch stilistisch nur zu loben. Bei diesem Roman stimmt einfach alles - vom wunderbar leichten, sanft ironischen Tonfall über den perfekten Handlungsaufbau bis zum hochdramatischen, überraschenden Ende.
INFAMITÀ ist ein furioser Mafia-Thriller mit dem Potential eines Weltbestsellers. Wer sich dieses Lesevergnügen entgehen lässt, wird das sicher noch sehr bereuen!
Sex-Orgie und Mord im Vatikan?
Emanuela Orlandi, Tochter eines Vatikanbeamten, verschwand vor 30 Jahren.
Es gibt wohl kaum einen Kriminalfall, der die Italiener so lange beschäftigt wie das Verschwinden von Emanuela Orlandi, Tochter eines Vatikanbeamten, im Juni 1983. Seit damals gibt es immer wieder neue und zum Teil auch sehr abenteuerliche Theorien über den Vorfall. Und jetzt, wo die Staatsanwalt wieder einmal aktiv geworden ist, behaupten einige Beobachter sogar, der Rücktritt des deutschen Papstes Benedikt habe etwas mit dem unglaublichen Krimi zu tun.
Über das Verschwinden von Emanuela Orlandi, die damals 15 Jahre alt war, sind viele Bücher geschrieben worden. Und es gibt wohl auch kaum eine Geschichte, die so spannend ist und in die so viele eminente Protagonisten verwickelt sind: Staaten und Geheimdienste, Verbrecherorganisationen und die Kirche, hohe Geistliche und Drogenhändler. Ganz, ganz grob zusammengefasst, kann man die Geschichte folgendermaßen erzählen:
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| Emanuela Orlandi |
Am 22. Juni 1983 wird Emanuela Orlandi zum letzten Mal gesehen: Sie kam vom Musikunterricht in einer kirchlichen Institution und wollte zu ihren Eltern, mit denen sie innerhalb des Vatikanstaates wohnte. Ziemlich bald sehen die Medien Verbindungen zwischen dem Verschwinden des Mädchens und dem Attentat 1981 auf Papst Wojtyla. In mehreren Telefonaten fordern die angeblichen Entführer des Mädchens ihren Austausch gegen den türkischen Faschisten Alì Agca, der auf den Papst geschossen hatte. Diese »türkische Spur« wird dann von dem ehemaligen Stasiagenten Günter Bohnsack dementiert.
Dann wird es einige Jahre relativ ruhig um den Fall Orlando. Zwar erhalten die Eltern immer wieder Anrufe von Menschen, die angeblich wissen, wo sich Emanuela aufhält, aber all diese Hinweise verlaufen im Nichts. Doch die Gerüchteküche bleibt nie kalt und geht vor allem in zwei Richtungen, die - wie sollte es in einem so verworrenen Krimi anders sein - auch noch miteinander verbunden sind.
Zum einen gibt es Hinweise darauf, dass Kardinal Paul Marcinkus, lange Jahre Vorsitzender der skandalumwitterten Vatikanbank IOR, in den Fall verwickelt ist. Der amerikanische Geistliche soll zumindest einige Anrufe, die die Familie Orlandi erreichten, getätigt haben. Sollte es tatsächlich möglich sein, dass man Emanuela entführt hat, um ihren Vater, der wie gesagt im Vatikan arbeitete oder über ihn einen bestimmten Teil der Kirchenhierarchie unter Druck zu setzen? Wollte jemand Marcinkus und seine Verbindungen zur italienischen Mafia auffliegen lassen?
Und dann taucht in den Untersuchungen der Staatsanwaltschaft plötzlich noch eine ganz andere Persönlichkeit auf: Der Drogenhändler und Anführer der damals mächtigsten Verbrecherbande von Rom, Renato De Pedis. Dieser hatte zweifellos hervorrage Beziehungen zu einigen Priestern (und auch zur Vatikanbank, über die er Drogengelder weißgewaschen haben soll). Und es ist seltsam, dass ein Mann, der Zeit seines Lebens im Gefängnis ein- und ausging, in der wunderbaren Basilika Sant‘Apollinare beigesetzt wurde. Wer schuldete »Renatino«, wie er in Verbrecherkreisen hieß, einen solchen Gefallen?
Nun verfolgt man folgende Spur: Emanuela Orlandi nahm an Sexorgien mit hohen Geistlichen teil. Bei einer solchen Veranstaltung »lief etwas schief«, und das Mädchen starb (oder wurde Zeugin eines Mordes). Der Vatikan rief De Pedis, um aufzuräumen. Bei all dem, was in den letzten Jahren über Missbrauch in der katholischen Kirche bekannt wurde, erscheint dem Staatsanwalt diese Theorie durchaus verflogungswert.
Gerüchten nach soll Papst Josef Ratzinger versucht haben, vor allem in der Vatikanbank, aber auch im möglichen Missbrauchsfall von Emanuela Orlandi reinen Tisch zu machen und sei dabei gescheitert. Der »Fall Orlandi« ist noch nicht zu den Akten gelegt worden!
Die Camorra schlägt zu / VIDEO
Der Zufall wollt es, dass fest installierte Überwachungskameras den Überfall auf ein Spiel- und Bowlingcenter aufzeichneten. Mitglieder der Camorra, maskiert mit Mototradhelmen, erschossen direkt vor der Videoüberwachung den Besitzer.
Die Camorristi waren mit großkalibrigen Pistolen und einer Maschinenpistole bewaffnet. Mit dieser feuerten sie auf dem Parkplatz auf die Autos. Im Anschluss drangen sie in die Spilothek ein, zerschossen die Slot-Maschinen, griffen Kunden an, schlugen sie nieder und erschossen einen weiteren Mitarbeiter. Knapp Minuten später drangen die gleichen Täter in das benachbarte Big One Bowling von Pozzuoli ein, legten mit Benzin Feuer und setzten die Bahnen in Brand, ohne Rücksicht auf eine Familie mit Kindern zu nehmen, die sich dort gerade aufhielt. Während der Flucht schossen sie mit einer Schrotflinte auf parkende Autos. dann brach die Videoaufzeichnung ab.
20 Mafiosi in Süditalien festgenommen
Ermittler haben in Italien 20 mutmaßliche Mitglieder der kalabrischen Mafia festgenommen und Immobilien im Wert von fast einer halben Milliarde Euro beschlagnahmt.
Den Männern wird Geldwäsche und Zugehörigkeit zu einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen: Italienische Polizisten haben 20 Mafiosi der kalabrischen 'Ndrangheta festgenommen. Es handelt sich überwiegend um Mitglieder der Familienclans Morabito und Aquino sowie um zwei in Spanien und England lebende Sizilianer, die in Zusammenarbeit mit Ermittlern aus den jeweiligen Ländern gefasst worden seien. Durchsuchungen gab es in Italien, London und im spanischen Alicante.
Die Polizei schloss zwölf Firmen, die meisten davon Immobilienunternehmen, sowie 15 Feriendörfer. Der Gesamtwert der beschlagnahmten Immobilien lag bei rund 450 Millionen Euro. Bei den illegalen Tourismusgeschäften soll die 'Ndrangheta mit spanischen Unternehmern und der ehemaligen irischen Terrororganisation IRA zusammengearbeitet haben.
Die IRA hatte über Jahrzehnte gewaltsam für den Anschluss Nordirlands an die Republik Irland gekämpft. Die Aktivitäten des Briten in Süditalien hätten es ihm erlaubt, "große Summen an Geld zu investieren", teilte die Polizei mit. Es gab keine Angaben darüber, wofür das Geld konkret verwendet wurde.
Die Ermittlungen liefen seit 2008 und konzentrierten sich auf Operationen der 'Ndrangheta im Tourismus- und Immobiliengeschäft. Gemeinsam mit spanischen Geschäftsleuten hätten die Mafia-Mitglieder nach den Worten der Fahnder "ein regelrechtes Joint Venture aufgebaut", dessen Ziel der Bau von Ferien- und Wohnimmobilien gewesen sei.
Den Männern wird Geldwäsche und Zugehörigkeit zu einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen: Italienische Polizisten haben 20 Mafiosi der kalabrischen 'Ndrangheta festgenommen. Es handelt sich überwiegend um Mitglieder der Familienclans Morabito und Aquino sowie um zwei in Spanien und England lebende Sizilianer, die in Zusammenarbeit mit Ermittlern aus den jeweiligen Ländern gefasst worden seien. Durchsuchungen gab es in Italien, London und im spanischen Alicante.
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| Domenico Aquino - er lachte bei der Verhaftung (mit gutem Grund) Er wurde wenige Stunden nach seiner Verhaftung befreit, konnte aber zwei Tage später erneut gefasst. |
Die Polizei schloss zwölf Firmen, die meisten davon Immobilienunternehmen, sowie 15 Feriendörfer. Der Gesamtwert der beschlagnahmten Immobilien lag bei rund 450 Millionen Euro. Bei den illegalen Tourismusgeschäften soll die 'Ndrangheta mit spanischen Unternehmern und der ehemaligen irischen Terrororganisation IRA zusammengearbeitet haben.
Die IRA hatte über Jahrzehnte gewaltsam für den Anschluss Nordirlands an die Republik Irland gekämpft. Die Aktivitäten des Briten in Süditalien hätten es ihm erlaubt, "große Summen an Geld zu investieren", teilte die Polizei mit. Es gab keine Angaben darüber, wofür das Geld konkret verwendet wurde.
Die Ermittlungen liefen seit 2008 und konzentrierten sich auf Operationen der 'Ndrangheta im Tourismus- und Immobiliengeschäft. Gemeinsam mit spanischen Geschäftsleuten hätten die Mafia-Mitglieder nach den Worten der Fahnder "ein regelrechtes Joint Venture aufgebaut", dessen Ziel der Bau von Ferien- und Wohnimmobilien gewesen sei.
Sonntag, 3. März 2013
Vatikanbank in den Klauen der Mafia
Wie kann es sein, dass es die Vatikanbank mit dem Namen Institut für Werke der Religion nennt, bis heute nicht geschafft hat, die von Europa geforderten Kriterien zu erfüllen, die notwendig sind, um als solides Institut zu gelten? Die EU beanstandet immer noch, dass die neu geschaffene Finanzbehörde des Kirchenstaats nicht effektiv genug arbeitet und dass die Vatikanbank verdächtige Transaktionen nicht ausreichend verfolgen könne.
Der Vatikan hat es nicht einmal geschafft, in die „weiße Liste unverdächtiger Staaten“ der OECD aufgenommen zu werden: Ein Kirchenstaat als verdächtig: das ist das Schlimmste, was dem Vatikan passieren kann. Das Traurige an der Sache ist, dass der Vatikan angeblich immer schon daran arbeitet, in seiner Bank aufzuräumen. Wie das aussieht, ist eine Kriminalgeschichte, wie sie schlimmer kein Krimi-Autor ausdenken kann.
Seit Jahrzehnten wird die "IOR" - Istituto per le Opere di Religione, von der Mafia als sichere Geldwaschanlage genutzt.
Papst Johannes Paul I wollte mehr Transparenz bei dieser Bank durchsetzen. Bis heute hält sich hartnäckig das Gerücht, er habe seine Aktivitäten mit dem Leben bezahlen müssen. Für die These, dass der Papst vergiftet wurde, spricht die Tatsache, dass eine Obduktion seiner Leiche verhindert wurde.
Der Chef der Vatikanbank, Erzbischof Marcinkus, wird mit internationalem Haftbefehl gesucht, lebt aber unbehelligt im Vatikan. Unvergessen sind auch die Morde an den Bankiers Calvi, der als Verwalter der Vatikan-Finanzen „Bankier Gottes“ genannt wurde, und an seinem Vorgänger Sindona. Nach dem Calvi-Marcinkus-Skandal zahlte der Vatikan im Jahr 1984 zweihundert-vierzig Millionen Dollar Entschädigung.
Monsignore Renato Dardozzi, Mitglied des innersten Kreises der vatikanischen Hochfinanz, verstirbt 2003 und hinterläßt sein in der Schweiz angelgtes Geheimarchiv aus Akten des vatikanischen Staatssekretariats und Papiere der Vatikanbank dem Journalisten Gianluigi Nuzzi. Die Dokumente begründen den Verdacht der Geldwäsche im Dienste der Mafia, der Blockade von Korruptionsermittlungen, von Schmiergeldaffären und geheimen Nummernkonten, die etwa das Geld des siebenmaligen Ex-Staatspräsident Giulio Andreotti von der ehemaligen katholischen Volkspartei Democrazia Cristiana enthielten. Nuzzi erregte 2009 mit seinem Buch „Vatikan AG - Ein Geheimarchiv enthüllt die Wahrheit über die Finanz- und Politskandale der Kirche“ über das Finanzgebaren der Vatikanbank großes Aufsehen. Der Bankpräsident, Angelo Caloia, musste nach 20 Jahren an der Spitze der Vatikanbank zurücktreten
Im Zuge der Finanzkrise gerät auch der Vatikan in den Ruf einer illegalen Finanzoase. Benedikt XVI. ernennt den italienischen Bankier Ettore Gotti Tedeschi zum Leiter der Vatikanbank.
Viel hat diese Personalie nicht gebracht, denn die italienische Staatsanwaltschaft fror bei der italienischen Bank Credito Artigiano 23 Millionen Euro auf einem Konto ein, das von der Vatikanbank genutzt wurde und ermittelt gegen Tedeschi. Der trat zurück und wurde nun durch den Malteser-Ritter von Freyberg ersetzt. Zeitweise konnte man im Vatikanstaat Kreditkarten nicht benutzen, weil die italienische Zentralbank dies aus gutem Grund stoppte.
Das IOR arbeitet heute mit eigenem Vermögen und auf eigene Rechnung im Auftrag des jeweiligen Papstes, der, juristisch gesehen, Alleineigentümer des IOR ist. Bis heute legt das IOR seine Bilanzen nicht offen.
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| Vatikanbank IOR |
Der Vatikan hat es nicht einmal geschafft, in die „weiße Liste unverdächtiger Staaten“ der OECD aufgenommen zu werden: Ein Kirchenstaat als verdächtig: das ist das Schlimmste, was dem Vatikan passieren kann. Das Traurige an der Sache ist, dass der Vatikan angeblich immer schon daran arbeitet, in seiner Bank aufzuräumen. Wie das aussieht, ist eine Kriminalgeschichte, wie sie schlimmer kein Krimi-Autor ausdenken kann.
Seit Jahrzehnten wird die "IOR" - Istituto per le Opere di Religione, von der Mafia als sichere Geldwaschanlage genutzt.
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| Eingang der Vatikanbank IOR. Dorthin gelangt man nur mit Sonderausweis. |
Papst Johannes Paul I wollte mehr Transparenz bei dieser Bank durchsetzen. Bis heute hält sich hartnäckig das Gerücht, er habe seine Aktivitäten mit dem Leben bezahlen müssen. Für die These, dass der Papst vergiftet wurde, spricht die Tatsache, dass eine Obduktion seiner Leiche verhindert wurde.
Der Chef der Vatikanbank, Erzbischof Marcinkus, wird mit internationalem Haftbefehl gesucht, lebt aber unbehelligt im Vatikan. Unvergessen sind auch die Morde an den Bankiers Calvi, der als Verwalter der Vatikan-Finanzen „Bankier Gottes“ genannt wurde, und an seinem Vorgänger Sindona. Nach dem Calvi-Marcinkus-Skandal zahlte der Vatikan im Jahr 1984 zweihundert-vierzig Millionen Dollar Entschädigung.
Monsignore Renato Dardozzi, Mitglied des innersten Kreises der vatikanischen Hochfinanz, verstirbt 2003 und hinterläßt sein in der Schweiz angelgtes Geheimarchiv aus Akten des vatikanischen Staatssekretariats und Papiere der Vatikanbank dem Journalisten Gianluigi Nuzzi. Die Dokumente begründen den Verdacht der Geldwäsche im Dienste der Mafia, der Blockade von Korruptionsermittlungen, von Schmiergeldaffären und geheimen Nummernkonten, die etwa das Geld des siebenmaligen Ex-Staatspräsident Giulio Andreotti von der ehemaligen katholischen Volkspartei Democrazia Cristiana enthielten. Nuzzi erregte 2009 mit seinem Buch „Vatikan AG - Ein Geheimarchiv enthüllt die Wahrheit über die Finanz- und Politskandale der Kirche“ über das Finanzgebaren der Vatikanbank großes Aufsehen. Der Bankpräsident, Angelo Caloia, musste nach 20 Jahren an der Spitze der Vatikanbank zurücktreten
Im Zuge der Finanzkrise gerät auch der Vatikan in den Ruf einer illegalen Finanzoase. Benedikt XVI. ernennt den italienischen Bankier Ettore Gotti Tedeschi zum Leiter der Vatikanbank.
Viel hat diese Personalie nicht gebracht, denn die italienische Staatsanwaltschaft fror bei der italienischen Bank Credito Artigiano 23 Millionen Euro auf einem Konto ein, das von der Vatikanbank genutzt wurde und ermittelt gegen Tedeschi. Der trat zurück und wurde nun durch den Malteser-Ritter von Freyberg ersetzt. Zeitweise konnte man im Vatikanstaat Kreditkarten nicht benutzen, weil die italienische Zentralbank dies aus gutem Grund stoppte.
Das IOR arbeitet heute mit eigenem Vermögen und auf eigene Rechnung im Auftrag des jeweiligen Papstes, der, juristisch gesehen, Alleineigentümer des IOR ist. Bis heute legt das IOR seine Bilanzen nicht offen.
Berlusconi lässt es wieder krachen!
Bei der Pressekonferenz richtete der 76-Jährige schwere Vorwürfe gegen die Justiz, die ihn seiner Ansicht nach verfolge, und gegen Brüssel.
"Die italienische Justiz ist gefährlicher als die Mafia. Die Staatsanwälte haben mich mit Bunga-Bunga-Geschichten verleumdet, obwohl für die Vorwürfe keinerlei Fundament besteht", sagte Berlusconi. Er richtete Angriffe auch gegen die EU, der er Einmischung in die italienische Wahlkampagne vorwarf. "Brüssel war an (den scheidenden Premier Mario) Monti gewöhnt, der stets vor den Forderungen der (deutschen Kanzlerin Angela) Merkel kniete", kritisierte Berlusconi.
Niedrige Einschaltquoten
Laut italienischen Medien ist der Medienzar verärgert, weil er bei seinem letzten TV-Auftritt vor den Parlamentswahlen am Freitagabend, bei dem er die letzten Appelle an die Wählerschaft gerichtet hatte, die niedrigsten Einschaltquoten hatte. Berlusconi war mit seinem von der öffentlich-rechtlichen RAI gesendeten Appell auf lediglich 1,4 Millionen Zuschauern gekommen. Sein Rivale des Mitte-Links-Blocks Pierluigi Bersani brachte es auf zwei Millionen und Premier Monti auf 1,9 Millionen. Dabei war Berlusconi gegen 21.00 Uhr aufgetreten, eine für die Einschaltquoten günstige Zeit.
Berlusconis Rivalen warfen ihm gravierende Verletzungen der Wahlkampfregeln vor. Der TV-Unternehmer befürchte ein Wahldebakel, daher breche er sogar die Schweigepflicht am Samstag, um die Wählerschaft noch zu seinem Gunsten zu beeinflussen, verlautete es aus dem Mitte-Links-Lager
In Italien hat die Parlamentswahl inzwischen begonnen. Seit 08.00 Uhr sind die rund 61.000 Wahllokale geöffnet. Fast 50 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, über 630 Abgeordnete und 315 Senatorensitze abzustimmen. Die Wahllokale sind am heutigen Sonntag bis 22.00 Uhr und am morgigen Montag von 7.00 bis 15.00 Uhr geöffnet. Zwischendurch sollen Angaben über die Wahlbeteiligung veröffentlicht werden.
Freitag, 1. März 2013
Mafia-Boss hält sich Löwen und Bären als Leibwache
Um seine Gegner und Opfer einzuschüchtern, hielt sich ein Gangsterboss in seinem Haus in Salerno mehrere wilde Tiere, darunter vier Löwen und zwei Bären. Schon mehrmals sorgte der Mafioso mit seiner „Tierliebe“ für Aufsehen.
Der Gangsterboss Pepe Balinto, genannt „Nutzu, der Pfandleiher“, hat in seinem schwer bewachten Haus in Salerno einen Privatzoo aus wilden Tieren unterhalten. Darunter befanden sich nach Angaben der Tierschutzorganisation unter anderem vier Löwen und zwei Bären.
Die Polizei hatte Balinto in der vergangenen Woche verhaftet. Mitarbeiter der Umweltbehörden betäubten seine Tiere und verfrachteten sie in einen Zoo. An der Aktion waren auch Tierschützer beteiligt.
Die Polizei hatte Balinto in der vergangenen Woche verhaftet. Mitarbeiter der Umweltbehörden betäubten seine Tiere und verfrachteten sie in einen Zoo. An der Aktion waren auch Tierschützer beteiligt.
Jetzt droht ein Verfahren wegen illegaler Tierhaltung
Balinto soll zusammen mit seinem Bruder Basile weite Teile der Unterwelt Süditaliens kontrolliert haben. Wegen Mordes, Entführung, Erpressung und illegalem Waffenbesitz muss er sich nun vor Gericht verantworten. Ein Verfahren wegen illegaler Tierhaltung könnte jetzt auch noch hinzukommen. Dafür könnte ihm ein weiteres Jahr Gefängnis drohen. Balintos „Tierliebe“ hat schon mehrmals für Aufsehen gesorgt. So soll er 2010 nach Ende einer Haftstrafe das Gefängnis auf einem schwarzen Hengst reitend verlassen haben.
Auch andere Verbrecher bewiesen ein Herz für Tiere. So soll der berüchtigte kolumbianische Drogen-Baron Pablo Escobar auf seiner 3000-Hektar-Ranch einen eigenen Zoo mit Flusspferden, Nashörner, Löwen und andere Tiere betrieben haben. Nach Escobars Tod verhungerten viele seiner Tiere. Nicht so aber die Flusspferde – sie vermehrten sich fleißig und gelten heute als Touristen-Attraktion.
Auch andere Verbrecher bewiesen ein Herz für Tiere. So soll der berüchtigte kolumbianische Drogen-Baron Pablo Escobar auf seiner 3000-Hektar-Ranch einen eigenen Zoo mit Flusspferden, Nashörner, Löwen und andere Tiere betrieben haben. Nach Escobars Tod verhungerten viele seiner Tiere. Nicht so aber die Flusspferde – sie vermehrten sich fleißig und gelten heute als Touristen-Attraktion.
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