Donnerstag, 1. Februar 2018

Schlag gegen die Mafia auf Sizilien

Bei einer Razzia gegen die Mafia auf Sizilien sind am Donnerstagvormittag 31 Personen festgenommen worden. Zu ihnen zählt auch der Unternehmer Antonio Benedetto, der als italienischer “König” der illegalen Wetten gilt, teilte die Polizei mit. Mithilfe der Mafia soll der Geschäftsmann ein Netz aus über 700 illegalen Wettstellen in ganz Italien aufgebaut haben, die ihm Millionen bescherten.


 Dank mafiöser Unterstützung avancierte der Mann zum Monopolisten im Bereich der illegalen Wetten. Teile seiner Einnahmen flossen demnach den Mafia-Clans zu. Dem Unternehmer wird Mafia-Zugehörigkeit, Geldwäsche sowie Betrug auf Kosten des Staates und Drogenhandel vorgeworfen, berichteten die Ermittler.

Hinter Gittern landeten auch einige enge Mitarbeiter des Mannes. Beschuldigt wurde er von abtrünnigen Mafiosi, so genannte Pentiti, die sich zur Zusammenarbeit mit der Justiz entschlossen hatten.

“Game over” – so lautet der Name der komplexen Untersuchung der Staatsanwaltschaft von Palermo. Illegale Wetten seien in den vergangenen Jahren für Cosa-Nostra-Clans immer rentabler geworden. Sie hätten sich als ein einfacher Weg zur Geldwäsche etabliert, berichteten die Ermittler.


Freitag, 26. Januar 2018

Falschgeld: Euro-Blüten kommen aus Neapel

Weltweit wurden im Vorjahr rund 694.000 gefälschte Euro-Banknoten aus dem Verkehr gezogen, das ist ein Zuwachs um 1,5 Prozent. Indes sind in Deutschland die aufgegriffenen Fälschungen um 11,9 Prozent und in Österreich sogar um 19,1 Prozent zurückgegangen. Insgesamt wurden 9.892 Euro-Blüten hierzulande beschlagnahmt.


 "Wir wissen, dass zirka 70 Prozent der Euro-Blüten aus dem Großraum Neapel stammen, der Rest kommt vor allem aus Ost- und Südosteuropa", heißt es von Behörden. Das heißt: Die italienische Mafia-Organisation Camorra hat das Falschgeld-Geschäft fest im Griff. Mit einem Anteil von 64,4 Prozent führen gefälschte 50-Euro-Scheine das Ranking an, gefolgt von 20-Euro-Scheinen mit 20,3 Prozent.

"Im Rhythmus von zehn bis zwölf Jahren werden neue Serien ausgegeben, weil sich in einem solchen Zeitraum technisch sehr viel ändert", sagt Hammerschmidt. "Es gibt mittlerweile tolle Kopierer, mit denen man Fälschungen herstellen kann." Um den Fälschern einen Schritt voraus zu sein, werden regelmäßig neue Serien mit neuen Sicherheitsmerkmalen produziert. Vor allem beim "Banknoten-Papier" beißen sich auch gewiefte Fälscher die Zähne aus. Die Banknoten bestehen aus Baumwolle.


Dienstag, 23. Januar 2018

Mafia kassiert auf jeden Flüchtling Schutzgeld / VIDEO

Agrigento – Carabinieri, Polizei und Justiz gelang es nach mehrjährigen Ermittlungen, einen harten Schlag gegen die sizilianische Cosa Nostra auszuführen. Dabei wurde die gesamte kriminelle Organisation der „Bergprovinz“ von Agrigento zerschlagen und zwischen Capi, einfachen Mafiosi und Mafiaunterstützern insgesamt 56 Personen verhaftet.




Den Verhafteten werden unter anderem Erpressung, Wahlbetrug, Drogenhandel und Erschleichung von öffentlichen Aufträgen zur Last gelegt. Besonders der Versuch der Cosa Nostra Geld von Gesellschaften, welche Flüchtlings- und Asylzentren betreiben, zu erpressen, hinterließ bei den Ermittlern tiefen Eindruck. Die Mafia wollte nicht nur einen Gutteil der Gewinne einstreichen, sondern auch von jedem einzelnen aufgenommenen Flüchtling ein „Kopfgeld“ kassieren.

Der dickste Fisch, der bei der von 400 Ordnungskräften durchgeführten, „Gebirge“ genannten Polizeiaktion den Ermittlern ins Netz ging, war Francesco Fragapane. Der 37-Jährige galt innerhalb der Cosa Nostra als „Aufsteiger“ und junger Boss einer „neuen Mafia“, die auf die alten Familien aus Palermo herabblickte. Nur die berühmten Corleonesi wurden von ihnen als gleichrangig angesehen. Im Hinterland von Agrigento schuf sich Fragapane ein „eigenes Reich“, in dem auf vielfache Art und Weise Geld in die Kassen der Cosa Nostra floss.

Dank des Einsatzes der Carabinieri, bei dem auch ein Bürgermeister, dem Verstrickungen mit der Mafia nachgesagt werden, verhaftet wurde, konnte dieses auf Schutzgelderpressung, Drogenhandel und Erschleichung öffentlicher Aufträge gebaute Geschäftsmodell der „ehrenwerten Gesellschaft“ zerschlagen werden. Der Oberstaatsanwalt von Palermo, Francesco Lo Voi, kritisierte aber einmal mehr, dass die Erpressungsopfer – es soll sich um insgesamt 20 Unternehmen handeln – die Täter nicht angezeigt hatten.



Auf der anderen Seite zeigte sich Lo Voi erfreut. „Es blieb beim Versuch, neue Flüchtlingszentren zu errichten. Das Interesse einiger Teile von Cosa Nostra, in einer Sparte Fuß zu fassen, wo zur Errichtung neuer Flüchtlingszentren viele öffentliche Gelder fließen, ist sehr groß und gegenwärtig“, so der Oberstaatsanwalt von Palermo.

Abgehörte Telefongespräche bestätigten den Verdacht. Im Jahr 2014 versuchte Calogerino Giambrone, Boss der Mafiafamilie von Cammarata, vom gemeinnützigen Verein Omnia Academy von Favara, welches ein Zentrum betrieb, das 15 minderjährige Flüchtlinge beherbergte, Schutzgeld einzutreiben. Außerdem verlangte der Capo damals, dass der Verein der Tochter des Bürgermeisters von Cammarata, Vito Mangiapane, der mit der lokalen Mafiafamilie enge Kontakte pflegte, einen Arbeitsplatz verschaffe. Beides misslang, was beim Boss großen Zorn auslöste.

Ein anderer Erpressungsversuch richtete sich gegen die Genossenschaft San Francesco von Agrigento. Die Einrichtung soll aufgrund der guten Verbindungen der Mafia die behördlichen Genehmigungen der Gemeinde erhalten haben und direkt auf dieser Basis geschaffen worden sein. Cosa Nostra wollte in diesem Fall die Hälfte der Arbeitsplätze und 40 Prozent der Einnahmen erhalten sowie für jeden aufgenommenen Flüchtling einen Anteil kassieren. Allerdings schlug auch dieser Versuch, die Hände ins „Flüchtlingsgeschäft“ zu bekommen, fehl.

Den „Kollegen“ von der kalabresischen ’Ndrangheta, zu der die Mafia von Agrigento und Umgebung enge Kontakte unterhielt, war es hingegen sehr wohl gelungen, in das Geschäft mit den Flüchtlingen einzusteigen.

Der Schlag gegen die Mafia war hart. Die Verhaftungen zeigten aber auch, dass Cosa Nostra in Sizilien auch nach dem Tod ihres Capo dei Capi, Salvatore „Totò“ Riina, immer noch sehr aktiv ist, und in allen Geschäftsfeldern, wo Geld zu verdienen ist, ihre Hände mit im Spiel haben will. Siziliens Weg ist noch weit.

Donnerstag, 11. Januar 2018

Mafia-Mitglieder werden nach Italien ausgeliefert

VON KATHARINA ISKANDAR

Die Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt prüft die Auslieferung der in Nordhessen festgenommenen Mafia-Mitglieder. Die Männer sollen unter anderem in Frankfurt und Wiesbaden ihr Unwesen getrieben haben.



Nach den Festnahmen von fünf mutmaßlichen Mitgliedern der kalabrischen `Ndrangheta in Nordhessen prüft die Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt deren Auslieferung. Ein Sprecher sagte auf Anfrage, ein entsprechendes Ersuchen der italienischen Ermittlungsbehörden liege vor. Wann die Männer nach Italien gebracht würden, sei unklar.

Wie berichtet, wird den Männern vorgeworfen, zum sogenannten Farao-Clan der ’Ndrangheta zu gehören und sich an kriminellen Machenschaften beteiligt zu haben. Die Taten sollen unter anderem in Frankfurt und Wiesbaden verübt worden sein.

Nach Erkenntnissen der italienischen Behörden liefen die Erpressungen immer nach demselben Schema ab: Gastronomen wurden Wein oder andere Produkte geliefert, anschließend wurden sie unter massiven Drohungen gezwungen, diese zu verkaufen.


Mittwoch, 10. Januar 2018

Empfindlicher Schlag gegen `Ndrangheta

In einer Großaktion sind 169 Mitglieder der 'Ndrangheta und mit ihnen verstrickte Geschäftsleute und Lokalpolitiker festgenommen worden. Es ist der schwerste Schlag seit langem gegen die kalabrischen Clans, deren Tentakel bis nach Deutschland reichen.



In der Nacht auf Dienstag haben Spezialeinheiten der Carabinieri bei einem Großeinsatz gegen einen einflussreichen 'Ndrangheta-Clan in verschiedenen Regionen Italiens und auch in Deutschland 169 Personen verhaftet. In den letzten Jahren sind den Sicherheitskräften immer wieder Schläge gegen die kalabresische Mafia gelungen, doch diese Operation übertrifft alle bisherigen bei weitem. Die Untersuchung gegen den Clan der Farao-Marincola aus Cirò Marina hatte Jahre gedauert. Der zuständige Staatsanwalt, Nicola Gratteri, sprach am Dienstag von der größten Operation gegen die 'Ndrangheta der letzten 23 Jahre.

 

Den Bürgermeister gekauft


Unter den Verhafteten befinden sich neben einflussreichen Clan-Mitgliedern und deren Handlangern auch zahlreiche Unternehmer und rund ein Dutzend Lokalpolitiker, die mit der organisierten Kriminalität unter einer Decke gesteckt haben sollen. Auch der Bürgermeister von Cirò Marina wurde verhaftet, der dank seinen engen Beziehungen zur Mafia im letzten Jahr auch zum Präsidenten der Provinz gewählt worden war. Im Gegenzug für die Unterstützung der Mafia bei den Wahlen vergaben der Bürgermeister und andere involvierte Entscheidungsträger kommunale Aufträge an die Mafia und drückten bei deren illegalen Aktivitäten beide Augen zu.



Deutschlands Regierung beteuert, dass sie die Gefahr der Mafia sehr ernst nehme. Dennoch hat sich die Zahl der Clanmitglieder im Land in den vergangenen zehn Jahren mehr als vervierfacht.

Die Razzia gegen Mit­glieder der 'Ndrang­he­ta hat auch die deutsche Öffentlichkeit daran erinnert, dass die italienische Mafia kein fernes, südeuropäisches Problem ist. Ihre Clans haben in der Bundesrepublik schon in den siebziger Jahren Wurzeln geschlagen. Zum einen ist das Land ein riesiger Absatzmarkt, etwa für Drogen. Zum anderen lässt sich hier das Geld aus der Heimat waschen, durch Immobiliengeschäfte, im Handel oder in der Gastronomie. Deutsche lieben Pasta und Pizza.

 

Das Fanal von Duisburg


Der erste und bis jetzt einzige Kriminalfall, bei dem die Mafia auf deutschem Boden für alle sichtbar in Erscheinung trat, ereignete sich vor zehneinhalb Jahren vor der italienischen Pizzeria «Da Bruno» in Duisburg. In den frühen Morgenstunden des 15. August 2007 erschossen mehrere Täter den Wirt, seinen Lehrling und vier weitere gebürtige Kalabresen. Die Runde hatte zuvor in einem Hinterzimmer des Lokals ein Aufnahmeritual der 'Ndrang­he­ta durchgeführt, der mächtigsten und finanziell potentesten Mafiaorganisation Europas.


Die Morde waren nicht das Werk diskreter Auftragskiller, sondern eine öffentliche Hinrichtung. Mehr als 50 Schüsse gaben die Täter auf ihre Opfer ab. Wie sich später herausstellte, ging dem Ganzen eine jahrzehntelange Fehde zweier 'Ndrang­he­ta-Clans voraus. Erst im Jahr zuvor hatte die Gruppe, zu welcher der Wirt und seine Runde gehörten, in Italien aus Versehen eine Cousine des Haupttäters erschossen. Eigentlich hätte es deren Mann treffen sollen; nach den Regeln der kalabrischen Mafia rührt man die Frauen der Clans nicht an.

Mittwoch, 3. Januar 2018

Blutiger Mafiakrieg in Ferienparadies Apulien

Nichts ist der Santa Corona Unita heilig. Junge Mafiosi ballern auf Dorfplätzen, am helllichten Tag und sogar in der Hochsaison mit Kalaschnikows herum. Immer mehr Unschuldige fallen der Fehde zum Opfer.



Apulien hat zwei Gesichter. Da ist das Schöne: Das Ferienparadies mit Stränden, türkisfarbenem Meer, Dolce Vita. Beliebt auch bei Schweizer Touristen. Und da das Hässliche: Die Santa Corona Unita, die Mafia im Absatz Italiens.

In Bitondo bei Bari (I) zeigt sich am Tag vor Silvester Apuliens Fratze. Es ist 8.30 Uhr. Anna Rosa T. * (84) kommt von der Morgenmesse. Es fehlen nur noch 50 Schritte zur Wohnung, wo ihre blinde Schwester wartet.

Schüsse zerreißen die Stille in der Altstadtgasse. «Nonnina Anna Rosa» bricht zusammen. Kugeln treffen das Grosi in die rechte Körperseite. Die 84-Jährige stirbt noch in der Ambulanz auf dem Weg ins Spital. Die Rentnerin habe offenbar als Schutzschild für Giuseppe C.* (20) gedient, schreibt die italienische Nachrichtenagentur ANSA.


Grosi als lebendiges Schutzschild missbraucht

Denn das eigentliche Ziel der Killer ist an diesem Morgen der Mafioso des Cipriano-Clans. Der vorbestrafte Drogendealer wird ebenfalls beim Schusswechsel schwer verwundet und ins Poliklinikum nach Bari gebracht. Die Schießerei in der, vom Touristenführer bezeichneten Stadt der Oliven geht weiter. Die Vendetta folgt nur 20 Minuten nach dem Mord. Ein Haustor wird mit Maschinengewehrsalven durchsiebt, Rocky, der Schäferhund des Paten Domenico C.* erschossen. 31 Patronenhülsen liegen auf dem Asphalt.

«Alle wissen, dass sich diese Verbrecher wegen Drogen bekämpfen und niemand unternimmt etwas», klagt Vincenzo Calamita (53) im Corriere della Sera. Der Landwirt und Neffe von Anna Rosa T. warnt: «Aus dem Haus zu gehen ist gefährlich. Alle im Ort sind Zielscheibe.»


Massaker mitten in der touristischen Hochsaison

Bereits im August, mitten in der touristischen Hochsaison, schockt ein Massaker bei Foggia. Vier Menschen wurden am helllichten Tage mit Kalaschnikows niedergestreckt. Neben einem Mafia-Boss und seinem Fahrer trifft es auch zwei unschuldige Bauern. ANSA berichtet von einer amerikanischen Touristin, die Zeugin des Mordes wurde. Die neue Fehde zwischen den apulischen Clans kostete im vergangenen Jahr 18 Menschen das Leben. Seit den 80er Jahren starben 250 Menschen im Mafia-Krieg der Santa Corona Unita.

Jahrelang war es still um die Santa Corona Unita. Die Medien fokussierten sich auf die kalabrischer `Ndrangheta und die sizilianische Cosa Nostra. Der Tourismus boomte. Apulien galt als sicher. «In aller Stille konnten sich diese Clans ausbreiten», erklärt Staatsanwalt Giuseppe Volpe TPI News. Die Jungen übernahmen das Regiment.


Früher arbeitete die Mafia im Verborgenen

Neue Fehden haben aber vor zwei Jahren in der Provinz von Bari einen Mafia-Krieg entflammt. An der Front stehen drei Familien: Der Clan des Gargano, Badeparadies an der Adria, ist spezialisiert auf Waffen- und Drogenhandel sowie Schutzgelderpressung. Der Clan von Cerignola raubt und überfällt Geldtransporter. Die dritte Familie wütet als Stadt-Mafia von Foggia.

Zutiefst besorgt zeigt sich Giuseppe Nobiletti in einem Interview mit La Repubblica. «Der Tourismus ist unser Reichtum», sagt der Bürgermeister von Vieste im Gargano, «früher arbeitete die Mafia im Verborgenen, jetzt tötet sie jeden und hat keine Angst vor nichts.


Dienstag, 5. Dezember 2017

Mafia-Aktivitäten im Tessin

Ein mutmaßlicher «Finanzberater» der Mafia hat am Montag vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona seine Rolle in der kriminellen Organisation heruntergespielt. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm unter anderem Geldwäscherei vor.



Der im Tessin wohnhafte Italiener muss sich seit Montag außerdem wegen Gründung einer kriminellen Vereinigung, wegen Verstoßes gegen das Ausländergesetz sowie Behördenbetrugs verantworten.

Die Aktivitäten des Hauptverdächtigen und zweier Mitangeklagter legte die Bundesanwaltschaft in einer 40-seitigen Anklageschrift dar. Der Angeklagte soll als "Finanzberater" für eine Mailänder Zelle der kalabresischen `Ndrangheta fungiert haben und in dieser Funktion der mafiösen Organisation geholfen haben, Millionen, die aus kriminellen Aktionen in Mailand stammten, im Tessin oder andernorts - wie auf den Bahamas oder Dubai - zu waschen.

Eines der Mittel dazu waren millionenschwere Immobiliengeschäfte, die mit fiktiven Käufern abgewickelt wurden. Eigentliche Financiers waren jedoch immer eine Gruppe von Brüdern, die zum Teil bereits in Mailand wegen ihrer Zugehörigkeit zur und Delikte in der `Ndrangheta verurteilt wurden.


«La padrona»: Mafia-Chefin in Palermo verhaftet

Die Polizei hat auf Sizilien die Ehefrau eines Mafia-Bosses festgenommen. Sie sollte die Cosa Nostra neu organisieren. Selbst die alten Paten zollten ihr Respekt.


Alle Mafiosi in Palermo nennen sie nur «la padrona»: Mariangela Di Trapani. Sie ist die Ehefrau des Mafia-Bosses Salvino Madonia und hatte den Auftrag, die Cosa Nostra neu zu organisieren. «Sie verhält sich wie ein Mann», sollen die alten Paten über Mariangela Di Trapani, die Ehefrau des Mafia-Bosses Salvino Madonia, gesagt habe – als Kompliment. Jetzt hat die Polizei in Palermo die Frau festgenommen. In einer Steppdaunenjacke und mit geballten Fäusten wurde die Frau mit den blauen Augen von der Polizei abgeführt.

Und dies nicht zum ersten Mal: Wegen ihrer Verbindung zur Mafia verbrachte Di Trapani bereits acht Jahre in Haft, vor zwei Jahren war sie freigekommen. Mit ihr wurden 24 weitere Personen im Zug der Razzia in der Nacht auf Dienstag wegen Mafia-Zugehörigkeit festgenommen, berichteten italienische Medien.

Im Zug der Razzia wurden weitere 24 Personen wegen Mafia-Zugehörigkeit festgenommen, berichteten italienische Medien. Wegen ihrer Verbindung mit der Mafia hatte Di Trapani bereits acht Jahre in Haft verbracht und war vor zwei Jahren frei gekommen. Seitdem hat sie nach Erkenntnissen der Behörden die Führung des Mafia-Clans Resuttana erobert, der seit jeher dem im November verstorbenen Mafia-Boss Salvatore Riina treu war. "Sie verhält sich wie ein Mann", sollen die prominentesten Mafia-Bosse in Haft über sie gesagt haben, berichtete die in Rom erscheinende Tageszeitung "La Repubblica" am Dienstag. Diese sollen Di Trapani beauftragt haben, nach Riinas Tod den Clan neu zu organisieren.



Die kriminelle Organisation bereichert sich vor allem durch Erpressungen von Unternehmern. Mariangela Di Trapanis Ehemann Salvino Madonia ist wegen des Mordes an dem Anti-Mafia-Unternehmer Libero Grassi in den 90er-Jahren zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Auch ihre beiden Schwager sitzen wegen Mafia-Morden lebenslänglich hinter Gittern. Frauen spielen in den Spitzenstrukturen des organisierten Verbrechens eine immer aktivere Rolle, ergaben die Ermittlungen. Wenn ihre Väter, Ehemänner oder Söhne inhaftiert werden, rücken sie in die Chefetagen mafiöser Strukturen auf. Die Clan-Chefinnen, die den Drogenmarkt beherrschen, Geld waschen und Killer anheuern, sind die neuen "Patinnen" der Mafia, die genauso kaltblütig agieren wie ihre männlichen Familienmitglieder, erklärten die Ermittler.

La padrona» führte den Clan an


Nach Erkenntnissen der Behörden hatte Di Trapani in den vergangenen Jahren die Führung des Mafia-Clans Resuttana übernommen, der seit jeher dem im November verstorbenen Mafiaboss Salvatore Riina treu war. Di Trapani ist Mafiosa durch und durch, ist sie doch die Tochter des Mafioso Ciccio Di Trapani und wuchs in die mafiösen Strukturen Siziliens hinein. In der Familie soll die Frau den Spitznamen «la picciridda», die Kleine, gehabt haben.

Dienstag, 26. September 2017

Razzia gegen 'Ndrangheta: 27 Festnahmen in der Lombardei

Im Rahmen einer groß angelegten Anti-Mafia-Razzia sind am Dienstag in der Lombardei 27 Personen festgenommen worden. Die Untersuchung der Staatsanwaltschaften von Monza und Mailand kreist um Verstrickungen zwischen der 'Ndrangheta, der Mafia in der süditalienischen Region Kalabrien, Unternehmen und Politik, teilte die Polizei mit.



Den Festgenommenen wird Beteiligung an mafiösen Organisationen, Erpressungen, illegaler Waffenbesitz, Drogenhandel und Korruption vorgeworfen. Die 'Ndrangheta ist die stärkste unter den Mafia-Organisationen in Italien.

Der Antimafia-Staatsanwalt Vincenzo Macri warnte am Sonntag vor der Verbreitung mafiöser Organisationen, vor allem der in Kalabrien verankerten 'Ndrangheta, in Norditalien und im Rest Europas.

Die 'Ndrangheta sei nicht nur in die norditalienische Wirtschaft eingedrungen, sie habe ganze Bereiche infiltriert. Mailand sei die europäische Hauptstadt des Kokains. „Mailand ist der Ort, an dem der Kokainpreis bestimmt wird“, sagte Macri.


Montag, 4. September 2017

....meist gesuchte Mafia-Boss in Uruguay verhaftet

Einer der meistgesuchten Mafia-Bosse Italiens ist nach 23 Jahren in Lateinamerika gefasst worden. Rocco Morabito sei in der Hauptstadt von Uruguay, Montevideo, festgenommen worden, bestätigte der italienische Innenminister Marco Minniti am Montag. Morabito gehört zur kalabrischen Mafia 'Ndrangheta und ist nach italienischen Angaben einer der gefährlichsten Super-Bosse.



 Der 50-jährige Italiener wurde seit mehr als zwei Jahrzehnten international gesucht, nachdem er unter anderem wegen Drogenhandels und Mafia-Zugehörigkeit zu 30 Jahren Haft verurteilt worden war. Morabito steht wie der legendäre Super-Boss Matteo Messina Denaro auf der Top-Fahndungsliste der italienischen Behörden. Er soll vor allem für den Drogenhandel zwischen Südamerika und Mailand verantwortlich gewesen sein, wie das Innenministerium von Uruguay mitteilte. Er wurde in einem Hotel in Montevideo gefasst und soll ausgeliefert werden. 

Donnerstag, 10. August 2017

Mafia-Killer richten Massaker an

Mafia-Killer richten in einem idyllischen Städtchen ein Massaker an. Die Kultur des Schweigens schützt die Täter.



Wer glaubt, die Mafia habe sich auf harmlose Geschäftstätigkeiten verlegt, wurde am Mittwoch eines Besseren belehrt: In der süditalienischen Provinz Foggia hat eine Gruppe von Mafiosi vier Menschen massakriert. Beim alten Bahnhof von San Marco in Lamis soll das Tötungskommando auf zwei Mitglieder eines verfeindeten Clans gewartet haben. Als die Männer vorfahren, feuern die Mafiosi los – mit einer Kalaschnikow und einem großkalibrigen Jagdgewehr. Die Opfer, ein mutmaßlicher Clan-Boss und sein Schwager, sterben im Kugelhagel.




Abrechnung unter verfeindeten Clans

Zwei Brüder werden zufällig Zeuge der Bluttat. Sie werden verfolgt und ebenfalls niedergeschossen. Die Carabinieri mutmaßen, es könnte sich um ein neues Kapitel in einem langjährigen Krieg zwischen verfeindeten Clans handeln, der «Faida del Gargano» («Fehde von Gargano»).

«Gargano ist vielen Touristen als wunderschöne Gegend Apuliens bekannt», sagt SRF-Korrespondent Rolf Pellegrini. Die Morde stehen in Kontrast zur Urlaubsidylle, doch in der Region sind sie blutiger Alltag: Seit Anfang Jahr wurden bereits 17 Menschen ermordet.


Die Gegend sei «unglückselig verdammt», beklagte gestern die Präsidentin der regionalen Kommission, die sich der Verbrechensbekämpfung widmet. In und um Foggia sollen 18 verschiedene Mafia-Clans aktiv sein, sie sind Teil der «Sacra Corona Unita» – der vierten Mafia Italiens.

Mittwoch, 26. Juli 2017

Zwei prominente Mafia-Bosse gefasst

Die italienische Polizei hat zwei prominente Bosse der ́Ndrangheta, der Mafia in der süditalienischen Region Kalabrien, festgenommen. Sie werden für Anschläge auf Polizisten im Jahr 1994 in Kalabrien verantwortlich gemacht.


Bei den Anschlägen im Jahr 1994 wurden zwei Polizisten ermordet und vier weitere schwer verletzt, wie die Polizei am Mittwoch berichtete.

Festgenommen wurde der Mafia-Pate Giuseppe Graviano, ein Vertrauensmann der langjährigen Nummer Eins der sizilianischen Cosa Nostra, Salvatore Riina, und Rocco Santo Filippone, Spitzenmitglied des einflussreichen Ndrangheta-Clans Piromalli, berichtete die Polizei.

Die Anschläge waren Teil einer Strategie der Mafia zur Destabilisierung des italienischen Staates Anfang der 1990er-Jahre. Im Sommer 1992 waren bei Anschlägen in Palermo die Anti-Mafia-Staatsanwälte Giovanni Falcone und Paolo Borsellino ermordet worden. Vor wenigen Tage wurde des 25. Todestags der beiden Mafia-Jäger gedacht.


Dienstag, 4. Juli 2017

Baden-Württemberg - Schlag gegen die Mafia


Sie lebten ganz unauffällig in Baden-Württemberg, betrieben Restaurants und Geschäfte – jene 15 mutmaßlichen Mafia-Mitglieder, die bei einer Razzia im Juni festgenommen wurden.



Die Polizei geht im Augenblick davon aus, dass festgenommenen Tatverdächtigen, zumeist Italiener im Alter zwischen 25 und 77 Jahren, mehr als 200 Kilogramm Cannabis und Kokain verdealt haben. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Rottweil mit. Die Drogen seien aus Holland beschafft worden, aus Italien bzw. Albanien und zum Teil auch über einen Zwischenhändler im Raum Stuttgart.

Die Beschuldigten waren "bestens integriert"
Die führenden Köpfe seien ein 48 Jahre alter Gastwirt aus Donaueschingen und ein 52-jähriger aus Rottweil gewesen. "Wir haben es zunehmend mit einer bürgerlichen Mafia zu tun, und das hat sich genau hier auch bestätigt. Alle Beschuldigten waren in allen Gesellschaftsschichten bestens integriert", sagt Wolfgang Rahm vom Landeskriminalamt. Sie betrieben Pizzerien, ein Textilgeschäft, in dessen Paketen allerdings nicht nur Kleidung verschickt wurde, und in einem Fall einen Goldankauf.

Gewerbebetriebe, die vor allem dazu dienten, ein geregeltes, legales Leben vorzutäuschen, sagt Thomas Hechinger von der Kripo in Rottweil: "Natürlich lässt sich nicht verhindern, dass über solche Objekte dann auch mal irgendwelche strafrechtlich relevante Dinge geschehen, aber man darf sich das jetzt nicht so vorstellen, dass in diesen Objekten jetzt ein Rauschgifthandel stattgefunden hat."

Mutmaßliche Täter aus dem Umfeld der "Cosa Nostra"
Die Beschuldigten seien familiär verbandelt, hieß es heute. Es wurden aber auch Leute aus Italien geschickt, die dort Schulden hatten, die sie hier dann als Dealer auf den unteren Rängen der Hierarchie abarbeiten sollten. Alle hätten sich im Umfeld der "Cosa Nostra" bewegt. Wolfgang Rahm vom LKA spricht von etwa 180 Angehörigen der italienischen Mafia in Baden-Württemberg, die polizeibekannt seien.



Mehr als 300 Einsatzkräfte, darunter auch vier Beamte der italienischen Guardia di Finanza aus Palermo, hatten im Morgengrauen des 21. Juni zeitgleich in Deutschland und Italien Türen aufgebrochen und 30 Objekte durchsucht, unter anderem in den Kreisen Rottweil, Schwarzwald-Baar, Konstanz, Esslingen und Stuttgart. Die Beschuldigten, von denen man wusste, dass einige bewaffnet sind, hätten sich widerstandslos festnehmen lassen. Um 8.00 Uhr morgens waren alle Haftbefehle vollstreckt.

Deutsch-Italienische Ermittlungen
Vorausgegangen waren seit Frühjahr 2016 intensive Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Konstanz, unter anderem mit 200 richterlichen Beschlüsse für Telefonabhörmaßnahmen, ab Oktober das Ganze dann im direkten Informationsaustausch mit der Guardia di Finanza in Palermo. Beide Seiten lobten heute die Zusammenarbeit, wenngleich Giuseppe Campobasso aus Palermo die unterschiedlichen Rechtssysteme in beiden Ländern ansprach:
"In Italien stehen uns Überwachungsinstrumente relativ schnell zur Verfügung im Vergleich zu hier. Wir haben in Italien auch die Möglichkeit der vermögensbezogenen Präventionsmaßnahmen, ein sehr gutes und schnell anwendbares Rechtsinstrumentarium. Hingegen hier in Deutschland wird das Strafverfahren schneller geführt im Vergleich zu den Strafverfahren in Italien."



Millionen-Vermögenswerte sichergestellt
Bei der Razzia wurden zehn Kilogramm Cannabis und Kokain sichergestellt, Pistolen und Munition, sieben hochwertige Autos und 60.000 Euro Bargeld. Außerdem wurden in beiden Ländern Villen und Grundstücke im Wert von etwa sechs Millionen Euro beschlagnahmt. Für die Ermittler ist dieser Einzug von Vermögenswerten ganz wichtig - man will so der Mafia das Investitionskapital entziehen. Ermittelt wird aktuell gegen 24 Beschuldigte wegen Drogen- und Waffenhandels, Brandstiftung, und, in einem Fall - den Schüssen auf eine Gastwirtschaft in Hüfingen (Schwarzwald-Baar-Kreis) -, versuchter Mord. Mit der Anklage sei frühestens Anfang 2018 zu rechnen, so die Staatsanwaltschaft Konstanz.



Großeinsatz gegen Mafia: Über 100 Verhaftungen

Die italienische Polizei hat bei einem großangelegten Einsatz im Süden des Landes rund 116 mutmaßliche Mitglieder der Mafia-Organisation 'Ndrangheta festgenommen.



Mehr als 1000 Beamte hätten am Dienstag mit Hubschraubern und Spürhunden nach Verstecken in den unzugänglichen Bergregionen aber auch in größeren Städten der per Haftbefehl gesuchten Mafiosi gesucht, teilte die Polizei mit. Der Einsatz sei einer der größten gegen die 'Ndrangheta überhaupt gewesen. Ob alle Verdächtigen gefasst werden konnten, wurde zunächst nicht bekannt.


Mafia-Organisation auch in Deutschland sehr aktiv

Die Aktion richtete sich nach Polizeiangaben gegen mehr als 20 Mafia-Familien in Ost-Kalabrien. Die 'Ndrangheta hat ihren Ursprung in der süditalienischen Region. Bei dem Einsatz sei auch das „schlagende Herz“ der Organisation getroffen worden.

Dem vor zwei Wochen vorgestellten Jahresbericht der nationalen Antimafia-Behörde zufolge hat die 'Ndrangheta alle wichtigen Bereiche der italienischen Gesellschaft infiltriert. Auch in Deutschland habe die Organisation seit Jahren eine „stabile Präsenz“.

Dienstag, 27. Juni 2017

Mafia-Boss in Palermo hingerichtet

In Sizilien ist ein Cosa-Nostra-Boss auf offener Straße getötet worden. Unbekannte erschossen den Mafioso, als er mit dem Fahrrad unterwegs war. Eine klare Botschaft des organisierten Verbrechens, sagen Ermittler.



Eigentlich hätte Giuseppe Dainotti den Rest seines Lebens im Gefängnis verbringen sollen. Doch 2014 wurde der wegen dreifachen Polizistenmordes und Entführung verurteilte Mafia-Boss aus dem Knast entlassen - ein Beschluss des Verfassungsgerichts hatte eine Verkürzung des Strafmaßes ermöglicht.

Am Montagmorgen gegen 8 Uhr fand man seine Leiche in der Via D'Ossuna in Palermo. Neben ihm lag noch sein Fahrrad, ein weißer Drahtkorb am Lenker, auf dem Gepäckträger ein grünes Paket. Unbekannte hatten den 67-Jährigen mit mehreren Kopfschüssen getötet. Eine Augenzeugin sagte der Zeitung "Repubblica", sie habe vier Schüsse gehört. Die Polizei hat dies nicht bestätigt. Mutmaßlich zwei Killer sollen sich ihrem Opfer auf einem oder zwei Motorrädern genähert haben. Der Tatort befand sich nur 30 Meter von einer Grundschule entfernt.



Dass es sich um eine Hinrichtung nach klassischem Mafiamuster handelt, steht für italienische Experten außer Frage. "Bei Mafia-Straftaten gibt es keine Zufälle", sagte der Senatspräsident und ehemalige Chef der Nationalen Antimafia-Staatsanwaltschaft, Pietro Grasso, nach dem Attentat. "Wir haben immer gesagt, dass wir die Corleoneser Mafia zerstört haben, die staatliche Institutionen angegriffen hat", so Grasso. "Aber wir haben nie gesagt, dass die Mafia nicht mehr existiert."

Auch der Staatsanwalt von Palermo ist davon überzeugt, dass die Hinrichtung eine Botschaft nach Innen und Außen ist: Der Mord sei auch eine Warnung der Cosa Nostra an den Staat, sagte Francesco Lo Voi dem Portal livesicilia.it. "Sobald irgendwer behauptet, die Mafia existiere nicht mehr oder sei zerschlagen, passiert etwas, das bestätigt, dass sie immer noch da ist." Wenn es nötig sei, schieße die Mafia - "auf bildhafte und symbolische Art".



Der Mord ereignete sich kurz vor dem Jahrestag des Attentats auf den Antimafia-Staatsanwalt Giovanni Falcone am 23. Mai 1992. Knapp zwei Monate später, am 19. Juli 1992, wurde auch dessen Freund und Kollege Paolo Borsellino getötet. Beide Ermittler waren Nationalhelden im Kampf gegen die Cosa Nostra - ihr Tod war Teil einer Terrorstrategie der Cosa Nostra und löste eine nationale Krise in Italien aus.

Der jetzt hingerichtete Dainotti gehörte dem Porta-Nuova-Clan der Cosa Nostra an. Er galt als rechte Hand des Bosses Salvatore Cancemi, der seit 1993 mit den italienischen Strafverfolgungsbehörden zusammengearbeitet und widersprüchliche Aussagen zu den mutmaßlichen Verbindungen Silvio Berlusconis zur sizilianischen Mafia gemacht hatte. Cancemi war unter anderem an den Attentaten auf die Antimafia-Staatsanwälte Falcone und Borsellino beteiligt. Er starb 2011 an einem Schlaganfall.

Der "Corriere del Mezzogiorno" berichtet, Dainottis Spitzname sei "Gano di Magonza" gewesen. Ganelon ist eine Figur aus dem altfranzösischen Rolandslied, ein Ritter und Schwager von Karl dem Großen, der sein Land an die Sarazenen verrät. Dainotti soll innerhalb der Cosa Nostra schon länger auf der Abschussliste gestanden haben.

Der Mord in Parlermo sei eine Aufforderung, weiter gegen die Mafia zu kämpfen, betonte Pietro Grasso. "Falcone hat gesagt, dass sie ein Ende haben wird und wir sind überzeugt, dass es so sein wird."