Donnerstag, 4. Februar 2016

Italiener vor Trattoria in Jena angeschossen

Nach dem Schuss auf einen Italiener in Jena hält die Geraer Staatsanwaltschaft einen Mafia-Hintergrund für nahe liegend. Behördensprecher Ralf Mohrmann sagte, konkrete Beweise dafür lägen den Ermittlern jedoch nicht vor. Sowohl das Opfer als auch der Beschuldigte schwiegen zu den Hintergründen der Tat. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Totschlags, gefährlicher Körperverletzung und Verstoßes gegen das Waffengesetz.



 Nach gegenwärtigem Ermittlungsstand kam es Mitte Februar vor einer Jenaer Trattoria zu einem Streit zwischen den beiden Italienern. Grund sei nach Angaben des 22-jährigen Opfers ein versäumtes Treffen an einem anderen Ort gewesen. Es kam zu einer Schlägerei, in deren Verlauf der 51-jährige Beschuldigte seinem Kontrahenten ins Bein schoss. Nach der Tat setzte sich der Beschuldigte nach Italien ab. Bei seiner Wiederkehr nach Deutschland wurde er durch die automatische Pkw-Kennzeichenerfassung in Bayern gefasst.


Geldwäsche in Thüringen?

 Nach Recherchen des MDR kommt der Mann aus einer Stadt in Apulien. Er ist Betreiber eines Eis-Cafés im Zentrum Jenas und hat offenbar Geschäftsbeziehungen nach Potsdam und Freiburg im Breisgau. Das Opfer befindet sich weiter in stationärer Behandlung in Jena.

Einen Bezug zu der apulischen Mafia Sacra Corona Unita sehen die Ermittler den Angaben zufolge nicht. Der Thüringer Verfassungsschutz habe auf eine MDR-Anfrage lediglich bestätigt, dass die kalabrische Mafia in Thüringen aktiv ist. Er vermute, dass die sogenannte N´drangheta in Thüringen über Gaststätten und Immobilienkäufe Geld wäscht.
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