Sonntag, 14. Dezember 2014

Von der Mafia mit 14 Schüssen hingerichtet

Das Licht hinter den weihnachtlich geschmückten Fenstern der Pizzeria „La Casa“ in Nierstein ist gerade ausgegangen, als um 23.55 Uhr plötzlich Schüsse die nächtliche Stille in dem Örtchen bei Mainz durchbrechen. Sie treffen Domenico Battista, den Inhaber des Restaurants. Er stirbt vor seinem Lokal.




„Bestimmt 14-mal hat es geknallt“, sagt ein Nachbar. Eine Kugel soll das Herz von Domenico Battista zerfetzt haben. In Nierstein gibt es seitdem nur noch ein Thema: Warum musste Domenico sterben?

Domenico, der Spaßmacher. Domenico, der Fußballfan. Domenico, der Superkoch. Alle hier kannten ihn. Und alle mochten ihn. Seit 17 Jahren betrieb er mit seinem Bruder Mario das „La Casa“.

Domenico Battista


„Das war kein Überfall, das war eine Hinrichtung. Wie bei der Mafia“, sagen Anwohner zu BILD am SONNTAG. Ihre Namen wollen sie nicht nennen. Sie haben Angst, sagen sie.

Tatsächlich erinnert die Tat an die Mafia-Morde in Duisburg am 15. August 2007, als sechs Menschen vor einer Pizzeria erschossen wurden. Später stellte sich heraus, dass es ein Racheakt zwischen verfeindeten Mafia-Clans war.


Ist ein solches Motiv auch in Nierstein möglich?

Ein mutmaßlicher Täter, ein 36 Jahre alter Italiener, wurde wenige Stunden nach der Tat gefasst. Doch er schweigt. Auch die Staatsanwaltschaft und die Polizei wollen sich nicht zu den Hintergründen äußern. Man werde „intensiv sowohl das Umfeld des 36-jährigen italienischen Tatverdächtigen, der in Deutschland aufgewachsen ist, als auch das des 51-jährigen Getöteten“ abklären, hieß es in einer Pressemitteilung.





Domenico Battista wurde inzwischen in seiner italienischen Heimat beerdigt. Angeblich soll der Tatverdächtige aus demselben Ort in den Abruzzen kommen wie die Familie des Opfers, sagten die Besitzer einer anderen Pizzeria in der Nähe von Nierstein.





„Ich weiß nicht, warum mein Sohn sterben musste, ich weiß nur, dass ein Teil meines Herzens mit seinem aufgehört hat zu schlagen. Über den Täter weiß ich nichts, das müssen Sie die Deutschen fragen“, sagte Concetta B., die Mutter des Opfers.

Freunde und Verwandte haben Blumen und Kerzen vor der Pizzeria „La Casa“ für Domenico abgelegt. In der Eingangstür sieht man neben einer Sternenlichterkette vier Einschusslöcher. Stumme Zeugen einer rätselhaften Tat.
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