Samstag, 13. Dezember 2014

Roms Ermittler rechnen mit weiteren Festnahmen

Der Mafia-Skandal, der seit Tagen die Gemeinde Rom erschüttert, zieht weitere Kreise. Der Ministerrat tagt am Freitag, um die Mindeststrafen für Korruption von vier auf sechs Jahren anzuheben.





Verbindungen zur 'Ndrangheta

Den zwei am Donnerstag festgenommenen Personen werden Verbindungen zur kalabrischen Mafia 'Ndrangheta vorgeworfen. Zwei der Beschuldigten, Rocco Rotolo und Salvatore Ruggiero, sollen die Verbindungsmänner zwischen der römischen Mafia und der süditalienischen Organisation gewesen sein. "Die römische Mafia und die `Ndrangheta hatten in der Hauptstadt gemeinsame Interessen", stellten die Ermittler fest.

Die 'Ndrangheta soll den Ermittlern zufolge durch die Zusammenarbeit mit dem römischen Kriminellenring einen Auftrag für das Management eines Marktes in Rom erhalten haben. Im Gegenzug bekam die römische Mafia Schutz für ihre kriminellen Aktivitäten im Geschäft mit der Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen.
Zwei Genossenschaften konfisziert

Inzwischen wurden zwei Genossenschaften mit einem jährlichen Umsatz von 15 Millionen Euro konfisziert. Sie sind auf Salvatore Buzzi zurückzuführen, dem Drahtzieher im sogenannten Skandal "Mafia Capitale". Seit Beginn der Untersuchung seien Besitztümer im Wert von 220 Millionen Euro beschlagnahmt worden, berichteten die Justizbehörden. "Doch diese Zahl wird weiterhin wachsen", versicherte am Donnerstag der im Skandal ermittelnde Staatsanwalt Giuseppe Pignatone. Er kündigte weitere Festnahmen an.

Im Kampf gegen Korruption greift die Regierung Renzi zur Gegenwehr. Der Ministerrat tagt am Freitag, um die Mindeststrafen für Korruption von vier auf sechs Jahren anzuheben. "Von 50.000 Sträflinge in Italien sitzen lediglich 257 eine Strafe wegen Korruption ab. Empörung über die Skandale genügt nicht. Jetzt sind strengere Regeln notwendig", erklärte Renzi. Roms Bürgermeister Ignazio Marino versprach gründliche Aufräumarbeit im Gemeinderat.

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