Montag, 1. Dezember 2014

Mafia-Boss versteckte sich im Kühlschrank

So schillernd ihre Häuser in Mafia-Filmen sind, so erbärmlich sind die tatsächlichen Verstecke der Clan-Chefs in Italien.


 Camorra-Boss Valentino Gionta jr. bei seiner Verhaftung


Im neapolitanischen Vorort Torre Annunziata ist der Camorra-Boss Valentino Gionta jr. festgenommen worden. Eine Spezialeinheit der Carabinieri war nach einem Tipp in eine Wohnung seines Onkels eingedrungen. Zunächst fanden sie nichts als Unordnung, Möbel und Bücher vor. Erst als sie in einem Raum eine Kühlschranktür öffneten, wurden sie fündig.






Denn hinter der Tür entdeckten sie statt eines Kühlschrankbodens eine geflieste Platte, die als Falltür diente. Darunter kauerte der Mafia-Boss in seinem Versteck, einer einfachen Kammer mit Betonwänden. Der Chef des Gionta-Clans ergab sich ohne Gegenwehr. Seit eineinhalb Jahren war er auf der Flucht. Als bei einer Razzia neun Mitglieder der Camorra-Vereinigung festgenommen wurden, konnte er fliehen.




Die Giontas gelten seit den 80er-Jahren als eine der mächtigsten und blutrünstigsten Familien in Neapel und Umgebung. Schätzungen zufolge machten sie in den vergangenen Jahrzehnten Hunderte Millionen Euro mit Drogen- und Waffengeschäften. Valentino Gionta senior, der Großvater des jetzt festgenommenen Clanchefs, hatte Anfang der 80er-Jahre die Oberhäupter rivalisierender Familien ermordet, um die Macht seines Clans zu festigen.

Mit der Festnahme von Valentino Gionta jr. ist der Clan aber wahrscheinlich am Ende. „Wir haben der Familie endgültig den Kopf abgeschlagen“, so ein Mitglied der Anti-Mafia-Einheit.


Denn nun folgt Valentino Gionta jr. seinem Vater Aldo und seinem Großvater Valentino, seiner Großmutter Gemma, seinem Onkel Ciro und seinem Cousin Salvatore . Sie alle sitzen bereits im Gefängnis. Die meisten von ihnen sind zu lebenslanger Haft verurteilt worden.
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