Dienstag, 23. Februar 2016

Mafia hat die gesamte Landwirtschaft im Griff

Von Geldwäsche bis Viehdiebstahl. Die Mafia schleicht sich zunehmend in die italienische Landwirtschaft ein und verdient Milliarden damit, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Italiens Mafia ist in großen Teilen der Landwirtschafts- und Lebensmittelbranche des Landes aktiv, wie der Nachrichtendienst Reuters.uk berichtet. Wie eine aktuelle Studie angibt, lag der Verdienst, den die Mafia allein im Jahr 2015 aus der Agrarbranche zog, bei etwa 16 Milliarden Euro.





Mafia nutzt Krise im Agrarbereich aus

Vom größten italienischen Landwirtschaftsverband "Coldiretti wurde eine Studie in Auftrag gegeben ", der Eurispes und dem Agro-Food Criminal Observatory. Sie besagt, dass sich die organisierte Kriminalität in Italien die aktuelle Krise zu Nutze macht, um Kontrolle über Ackerland und Betriebe zu erlangen.

Sizilien: Bauern im Würgegriff des Verbrechens. Vor allem in den ohnehin berüchtigten Gegenden wie Sizilien verfüge die Mafia über große Macht. So berichtet die Studie laut Reuters beispielsweise von der Gegend Ragusa, bekannt für seine ganzjährige Tomatenernte. Hier habe die Mafia die komplette Landwirtschaft im Würgegriff, so der Bericht. 

Nur vier Provinzen ohne kriminelle Machenschaften. Lediglich vier von Italiens insgesamt 102 Provinzen wiesen keine Anzeichen illegaler Aktivitäten in der Agrarindustrie auf, zitiert Reuters die Studie. Nun fordere Coldiretti die Regierung auf, härter vorzugehen, um die eigenen Landwirte vor den Mafiabanden zu schützen.


Geldwäsche, Viehdiebstahl und Produktfälschung

Die Kriminellen würden sich durch diverse Machenschaften Profit erschleichen, so Coldiretti. So gehe es um die Fälschung prämierter Produkte wie Olivenöl oder Mozzarella, illegale Geldwäsche aber auch den Diebstahl ganzer Tierherden oder Ackerfrüchte.

Sie trieben zudem die Verbraucherpreise in die Höhe, berichtet die Studie laut Reuters. Am schlimmsten von der Mafia infiltriert seien die Bereiche rund um die Gastronomie, die Fleischerzeugung sowie die Mehl-, Brot- und Pastaproduktion.
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