Samstag, 4. April 2015

Mafia-Boss Rancadore wird doch nicht ausgeliefert

Urteil wegen Mitgliedschaft in der Cosa Nostra verjährt: Der ehemalige Mafia-Boss Domenico Rancadore soll nun wohl doch nicht von Großbritannien nach Italien ausgeliefert werden.




Ein italienisches Gericht gab der Forderung seiner Anwälte statt, wonach das 1999 gegen ihn gefällte Urteil aus dem Jahr 1999 wegen Mitgliedschaft in der Cosa Nostra verjährt sei. Der heute 65-Jährige hatte damals eine siebenjährige Haftstrafe bekommen.

Seine Anwälte gehen davon aus, dass damit auch die Auslieferung vom Tisch ist. „Es freut mich sehr, dass Herr Rancadore nun in der Lage sein wird, mit seiner Familie in Frieden in England weiterzuleben“, sagte seine Anwältin Karen Todner am Mittwoch der BBC.

Rancadore war 1994 mit Frau und Kindern nach Großbritannien geflohen und hatte auf der Insel unter falschem Namen ein bürgerliches Leben begonnen.

Mitte des Jahres 2013 war er aufgeflogen und festgenommen worden. Seine Anwälte hatten sich lange erfolgreich gegen eine Auslieferung gewehrt, allerdings entschied ein britisches Gericht im Februar, er müsse seine Haft in Italien antreten. Italienische Haftstrafen verjähren dem Bericht zufolge jedoch, wenn das doppelte der verhängten Haftzeit überschritten ist.
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