Sonntag, 31. Juli 2016

Europol veröffentlicht Plattform der meist gesuchten Verbrecher

Die europäische Polizeibehörde Europol hat dank einer neuen Internet-Plattform wichtige Erfolge bei der Jagd auf die meistgesuchten Verbrecher Europas verzeichnet. Bei "mindestens acht Festnahmen" habe es einen "direkten" Zusammenhang zwischen der Lokalisierung der Verdächtigen und der neuen Website 

https://eumostwanted.eu/

gegeben, teilte Europol mit. 14 Gesuchte, deren Fotos und Lebensläufe seit Jahresbeginn auf die Homepage gestellt wurden, seien inzwischen hinter Gittern.

Italien fasst meistgesuchten Mafiosi

Jahrelang ist die italienische Polizei dem Boss der berüchtigten 'Ndrangheta-Mafia auf den Fersen. Der Mafioso ist bereits wegen mehrfachen Mordes verurteilt, nun gelingt den Beamten die Festnahme. Die Nachricht versüßt selbst Präsident Renzi den Tag.



Ministerpräsident Matteo Renzi gratulierte den Einsatzkräften. "Ein wunderschöner Sonntag", schrieb Renzi auf Facebook. Es habe sich um eine "sehr schwierige Operation" gehandelt. Er sei stolz auf die Beamten. Der Kriminelle wurde im Schlaf in einem Haus bei Taurianova in Kalabrien überrascht. Laut Ansa wurde auch eine Frau festgenommen.

In einem Bericht der "Bild"-Zeitung heißt es, der Mafioso sei 1996 untergetaucht, und 1999 in Abwesenheit wegen mehrfachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Im Jahre 2004 habe ihn die italienische Polizei fast gehabt, als sie einen Bauernhof entdeckte, auf dem der Mafioso Weine, Champagner und Zigarren hortete. Doch damals entkam er durch einen Tunnel.


Die 'Ndrangheta gilt als mächtigste Mafia-Organisation Europas, heißt es weiter. Sie verdient ihr Geld vor allem mit Drogenhandel und Müllentsorgung. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung soll die 'Ndrangheta jährlich etwa 53 Milliarden Euro einnehmen. Sie betreibt Geschäfte in ganz Europa, Nord- und Südamerika sowie in Russland und in Australien.
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Mittwoch, 27. Juli 2016

24 Jahre danach: Falcone Mörder endlich verurteilt

Jahre nach dem Anschlag auf dem Mafia-Jäger Giovanni Falcone nahe Palermo sind am Dienstagabend vier Mafiosi zu lebenslänglicher Haft verurteilt worden. Damit nahm das Schwurgericht der sizilianischen Stadt Caltanissetta die Forderung der Staatsanwaltschaft an. Ein fünfter Angeklagter wurde freigesprochen.

Mafia-Boss Salvo Madonia 


Das Gericht urteilte, dass der Mafia-Boss Salvo Madonia zu den Mandanten des Anschlags zählte, bei dem am 23. Mai 1992 Falcone, seine Frau und drei Leibwächter ums Leben gekommen waren. Die anderen drei Mafiosi hatten bei der Organisation des Anschlags mitgewirkt. Bei einem weiteren Prozess wegen der Ermordung Falcones waren bereits 39 Personen zu lebenslänglicher Haft verurteilt worden. Zwei von ihnen sind inzwischen gestorben. Falcone, der 53-jährig starb, hatte sich stets bemüht, die internationalen Verbindungen der Cosa Nostra aufzudecken.

Eine entscheidende Rolle spielte er beim Aufbau des sogenannten Anti-Mafia-Pools, einer Gruppe von Staatsanwälten, die Mitte der 1980er Jahre große Erfolge im Kampf gegen das organisierte Verbrechen verbuchen konnten. Sein engster Kollege, Paolo Borsellino, wurde zwei Monate nach Falcone ebenfalls durch ein Sprengstoffattentat der Mafia getötet. 

Samstag, 23. Juli 2016

Riesen-Razzia bei der Mafia in Kalabrien

Eine der wichtigsten Familien von Europas mächtigster Mafia wurde festgenommen. Über 100 Haftbefehle wurden erlassen. Der Muto-Clan führte sich auf wie ein multinationaler Konzern.

Francesco Muto - der Boss der Bosse in Kalabrien


Die italienischen Justizbehörden haben bei Großeinsätzen gegen die kalabrische Mafia 100 Haftbefehle erlassen. «Heute haben wir eine der wichtigsten Familien der 'Ndrangheta am Kopf getroffen», sagte der Staatsanwalt von Catanzaro, Nicola Gratteri, am Dienstag bei einer Bilanz der Einsätze. Der Muto-Clan habe sich wie ein multinationaler Konzern aufgeführt.

Unter den Festgenommenen sind demnach Clan-Chef Francesco Muto alias «Der König der Fische» sowie seine Tochter und sein Sohn.


Kontrolle über Drogen, Fischerei und Tourismus

Die Untersuchungen gegen den Muto-Clan setzten 2010 nach der Ermordung des Bürgermeisters Angelo Vassallo ein. Die Ermittlungen zeigten, wie dieser Clan in der Umgebung von Cetraro, rund hundert Kilometer südlich von Neapel, die Kontrolle über den Drogenhandel, die Fischerei und den Tourismus an sich gezogen hatte.
Die am Dienstag publik gemachten Haftbefehle beziehen sich auf Erpressung, Raub, Drogenhandel, Bildung einer kriminellen Vereinigung und Korruption.

Neben dem Muto-Clan stehen zwei andere mafiose Familien im Zentrum der Ermittlungen. Die Aktivitäten der Clans reichten auch in andere italienische Regionen hinein.


Die Polizei teilte mit, zahlreiche Immobilien und Bankguthaben seien beschlagnahmt worden. Der Gesamtwert werde auf 40 Millionen Euro geschätzt. Die 'Ndrangheta kontrolliert Teile des internationalen Kokain-Handels. Sie gilt als die mächtigste Mafia-Organisation Europas. 

Mittwoch, 13. Juli 2016

Größter Mafia-Pate Provenzano stirbt in Haft

Er galt als "Boss der Bosse" und saß seit zehn Jahren in Haft. Nun ist Bernardo Provenzano im Alter von 83 Jahren gestorben. Er litt an Parkinson.

Einer der berüchtigtsten Mafiabosse Italiens ist tot. Der frühere Cosa-Nostra-Chef Bernardo Provenzano ist im Alter von 83 Jahren in Haft gestorben, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete.



Provenzano war 2006 nach einer jahrzehntelangen Flucht gefasst worden und bereits seit einiger Zeit krank. Er galt als der "Boss der Bosse" der sizilianischen Cosa Nostra und war lange einer der meistgesuchten Verbrecher und berüchtigtsten Mafiosi Italiens.

Der Mafia-Pate hatte 2011 eine vorzeitige Entlassung aus der Haft beantragt und dies unter anderem damit begründet, dass er unter der Parkinson-Krankheit leide. Dem wurde jedoch nicht stattgegeben.


Provenzano war im April 2006 in Sizilien verhaftet worden. Ihm waren Dutzende Morde vorgeworfen worden, in Abwesenheit war er bereits vor seiner Verhaftung zu mehrmals lebenslanger Haft verurteilt worden.

Dienstag, 12. Juli 2016

Mafiosi wegen Erpressung von Brotverkäufern festgenommen

Nach der Erpressung von Brotverkäufern im großen Stil hat die italienische Justiz Mitgliedern des berüchtigten Russo-Clans das Handwerk gelegt. Nach Erkenntnissen der Ermittler in Neapel zwangen die Täter die Händler, Ware von ihnen abzunehmen und zu einem überhöhten Preis zu verkaufen.





Insgesamt seien 24 Tatverdächtige festgenommen worden, meldete die Nachrichtenagentur Ansa am Montag unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft in der Camorra-Hochburg.

Die Masche ging so: Das Kilogramm Brot sollte für 1,30 Euro statt für einen Euro verkauft werden. Die Differenz floss den Ermittlern zufolge direkt in die Kasse des Clans, der zur Camorra gehört. Die Camorra ist eine lokale Organisation der Mafia in der Region Kampanien.

Erst am Sonntag war es der Justiz gelungen, einen seit 20 Jahren gesuchten Boss der aus dem süditalienischen Kalabrien stammenden 'Ndrangheta zu fassen. Sogar Ministerpräsident Matteo Renzi hatte dazu via Facebook gratuliert.

Freitag, 8. Juli 2016

Elfjähriger sagt gegen eigenen Mafia-Vater aus

Er ist erst elf Jahre alt - und wird nun gegen seinen eigenen Vater aussagen: In Italien soll der Sohn eines Mafiabosses helfen, die Geheimnisse der 'Ndrangheta aufzudecken.


'Ndrangheta-Boss Gregorio Malvaso


Ein elfjähriger Junge ist in Italien laut Presseberichten zum jüngsten Anti-Mafia-Informanten aller Zeiten geworden. Er sei der Sohn des im Oktober 2014 inhaftierten 'Ndrangheta-Bosses Gregorio Malvaso und sage nun gegen seinen eigenen Vater aus, berichtete die Zeitung "La Repubblica" aus San Ferdinando, einem Küstenort nahe der Zehenspitze des italienischen Stiefels. "Natürlich weiß ich, was ein Mafioso tut, er handelt mit Drogen, er schießt, das ist normal", zitierte die Zeitung den Jungen.




Die ' Ndrangheta ist eine kriminelle Organisation in der südlichen Region Kalabrien, vergleichbar der Camorra in Neapel oder der Cosa Nostra in Sizilien. Oft wird sie als die inzwischen mächtigste aller dieser Banden in Italien beschrieben. Im Drogenhandel, der Geldwäsche und anderen illegalen Geschäften ist sie längst weltweit tätig. Laut Zeitung wurde auch der Junge zum Mafioso erzogen, doch nach der Festnahme des Vaters vertraute sich die Mutter den Behörden an und brachte dann den Sohn dazu, dies ebenfalls zu tun. Über den Jungen habe die Polizei unter anderem die frühere Handy-Karte des Vaters mit wichtigen Kontaktdaten bekommen.

Donnerstag, 7. Juli 2016

Mafia unterwanderte Mailänder Expo: Elf Festnahmen

Elf Personen, darunter ein Rechtsanwalt, sind am Mittwoch im Rahmen einer Untersuchung der Anti-Mafia-Staatsanwaltschaft von Mailand wegen Geldwäsche und Mafia-Verstrickungen festgenommen worden.





Die Verdächtigen leiteten Unternehmen, die Aufträge für die Mailänder Expo im vergangenen Jahr erhalten hatten.

Im Mittelpunkt der Untersuchung steht ein Konsortium, das Aufträge für den Bau mehrerer Expo-Pavillons erhalten hat, berichteten die Ermittler. Den Leitern des Konsortiums werden gute Verbindungen zu einem Clan der Costa Nostra vorgeworfen.

Die in den Skandal verwickelten Unternehmer hatten ein System falscher Rechnungen zur Ansammlung von Schwarzgeldern aufgebaut. Das Geld wurde zum Großteil auf Sizilien gewaschen.


Die Polizei führte Durchsuchungen in der Lombardei und auf Sizilien durch. Dabei wurden fünf Millionen Euro beschlagnahmt. Die dem Thema Ernährung gewidmete Expo hatte von Mai bis Oktober 2015 rund 20 Millionen Menschen nach Mailand gelockt. 
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Donnerstag, 30. Juni 2016

Mafiamord in Hessen nach 23 Jahre vor der Aufklärung

Vor 23 Jahren wurde in Hessen der Pizzabäcker Giuseppe Sabia getötet. Die mutmaßlichen Täter blieben bis heute unbehelligt. Am Montag, 13. Juni 2016, wurde nun ein 43 Jahre alter Mann festgenommen, dem dieser Mord zur Last gelegt wird. 



Die Beweislage ist erdrückendt: am Tatort des Mordes wurde Erbgut gefunden, das mit der DNA des nun Festgenommenen übereinstimmt. Verhaftet wurde der Mann in Spanien, dort soll er seit einigen Jahren leben.

 Die Festnahme des Verdächtigen ist ein wichtiger Durchbruch in dem Fall. Der Mordfall von 1993 erfolgte sozusagen im Mafia-Stil: das Opfer, ein 41 Jahre alter Mann, wurde in der Nähe seiner Pizzeria entführt, misshandelt und danach mit einem Schuss ins Gesicht in einem Wald bei Offenbach getötet. Sein Wagen wurde von den Entführern zurück nach Mannheim gefahren und dort angezündet. Die Tat sorgte damals für viel Aufsehen.


Aus Ermittlungsgründen geben die Staatsanwaltschaft und die Polizei keine weiteren Informationen über den Fall. Der Festnahme lagen sowohl ein europäischer als auch ein deutscher Haftbefehl zugrunde. Die spanischen Behörden erwägen nun die Auslieferung des mutmaßlichen Mörders.

Montag, 27. Juni 2016

Italienische Polizei überrascht schlafenden Mafia-Boss

·        *  20 Jahre hat die italienische Justiz nach Ernesto Fazzalari gesucht, jetzt ist die Festnahme gelungen.

·         * Die Ermittler überraschten den 46-Jährigen im Schlaf, sodass er nicht mehr zur Waffe greifen konnte.

·         * Ministerpräsident Matteo Renzi gratulierte den Einsatzkräften.



Italiens Justiz hat im Kampf gegen die Mafia einen wichtigen Erfolg errungen. Am Wochenende fassten die Ermittler den seit 20 Jahren gesuchten Mafia-Boss Ernesto Fazzalari. Der 46-Jährige aus dem süditalienischen Kalabrien gehörte zu den am dringlichsten gesuchten Verbrechern des Landes, berichtet die Nachrichtenagentur Ansa.

Fazzalari war Mitte der Neunzigerjahre unter anderem wegen zweifachen Mordes, Erpressung und anderer Verbrechen zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Bevor ihn die Behörden hinter Gitter bringen konnten, gelang ihm jedoch die Flucht. Staatsanwalt Federico Cafiero De Raho bezeichnete ihn damals als "Mörder ohne Gnade".



Der Zugriff gelang einem Bericht der Nachrichtenagentur Ansa zufolge in Molochio, einer schroffen Bergregion Kalabriens. Beamte hätten Fazzalari im Schlaf überrascht, an seiner Seite habe eine 41-jährige, ebenfalls schlafende Frau gelegen. Der Mafioso habe eine Pistole mit zwei Magazinen gehabt, aber keine Zeit, die Waffe zu benutzen, hieß es weiter. Fazzalari habe sich nicht widersetzt, sondern sei ganz im Gegenteil lückenlos "vom Schlaf in die Handschellen der Carabinierie" geglitten, verkündete der zuständige Polizeichef Reportern in Reggio Calabria.


Ministerpräsident Matteo Renzi gratulierte den Einsatzkräften. "Ein wunderschöner Sonntag", schrieb Renzi auf Facebook. Es habe sich um eine "sehr schwierige Operation" gehandelt. Er sei stolz auf die Beamten.

Sonntag, 26. Juni 2016

Polizei schnappt Nummer zwei der ’Ndrangheta / VIDEO

Die italienische Polizei hat die Nummer zwei der Mafia-Organisation 'Ndrangheta festgenommen. Ernesto Fazzalari wurde seit 20 Jahren international gesucht. Fazzalari wurde im Schlaf in seinem Haus von der Polizei überrascht.




Das berichten italienische Medien. Fazzalari wurde bereits in Abwesenheit wegen Zugehörigkeit zur Mafia, Mordes und illegalen Waffenbesitzes zu lebenslanger Haft verurteilt. Nach dem Boss der Cosa Nostra, Matteo Messina Denaro, war Fazzalari  der zweitmeiste gesuchte Kriminelle Italiens.

Freitag, 24. Juni 2016

Verhafteter Mafioso an Italien ausgeliefert

Eines der beiden Mitglieder der kalabresischen Mafia-Organisation 'Ndrangheta, die im März im Wallis verhaftet worden waren, ist am Dienstag nach Italien ausgeliefert worden. Zwei italienische Polizeibeamte begleiteten den Mann auf dem Flug von Genf nach Rom.




Das Bundesamt für Justiz (BJ) bestätigte am Mittwoch eine Meldung der italienischen Nachrichtenagentur Ansa. Der Mann war in Italien wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren verurteilt worden. Er hatte am 13. Juni über seinen Anwalt der Auslieferung zugestimmt.

Der zweite im Wallis verhafteten Italiener kündigte hingegen an, beim Bundesstrafgericht Beschwerde gegen den Auslieferungsentscheid einzureichen, wie das BJ weiter mitteilte. Ihn hatte das Gericht in Reggio Calabria wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation in Abwesenheit zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt.

Zusammen mit den beiden Männern waren bei der koordinierten Aktion im März in den Kantonen Thurgau und Zürich 13 weitere mutmaßliche 'Ndrangheta-Mitglieder festgenommen worden. Bei ihnen besteht aber grundsätzlich keine Auslieferungsverpflichtung, weil die strafbaren Handlungen in der Schweiz begangen worden sein sollen.


Die italienischen Staatsbürger wurden wenige Tage später gegen Kaution und weitere Auflagen aus der Haft entlassen. Gemäß den italienischen Behörden sollen die Verdächtigen an Treffen mitgewirkt, an Riten teilgenommen und sich den hierarchischen Strukturen und dem bedingungslosen Gehorsam untergeordnet haben.

Montag, 20. Juni 2016

Im Würgegriff der Korruption

Die Ewige Stadt wird von einem umfangreichen Korruptionsnetz im Würgegriff gehalten, das Ende 2014 ans Licht kam. Das mafiöse Netzwerk aus Kriminellen, Unternehmern, Beamten und Politikern, auch "Mafia Capitale" genannt, soll die Verwaltung von Rom unterwandert und Geld in Millionenhöhe unterschlagen haben. Das Netzwerk dealte mit öffentlichen Ausschreibungen statt mit Drogen. Derzeit wird Dutzenden von Verdächtigen der Prozess gemacht.
Rom wird derzeit vom bisherigen Mailänder Präfekten Francesco Paolo Tronca geleitet, nachdem der Bürgermeister Ignazio Marino Ende vergangenen Jahres zurückgetreten war. Der Politiker der Demokratischen Partei war über einen Spesenskandal gestolpert, außerdem war ihm vorgeworfen worden, dem Amt nicht gewachsen zu sein. Eigentlich wäre in Rom erst im übernächsten Jahr gewählt worden.
Kein leichter Job, den sich Virginia Raggi da aufhalsen will. Doch die 37-Jährige ist guter Dinge: "An Entschlossenheit hat es mir noch nie gefehlt." Dem "Mafia Capitale"-System will sie ein Ende bereiten. Das Gesetz müsse richtig angewandt, Angebote müssten geprüft und öffentliche Ausschreibungen nach Leistung vergeben werden, sagt sie.
Raggi ist vor allem davon überzeugt, dass die Römer nach jahrelangen Fehlleistungen der großen Parteien bereit für sie und die Fünf-Sterne-Bewegung sind. "Es ist Zeit, sie alle nach Hause zu schicken", sagt sie über die etablierten Politiker. Ihr Einzug ins römische Rathaus könnte auch der von Beppe Grillo einst als Protestbewegung ins Leben gerufenen Partei Fünf Sterne Aufschwung verleihen. Der Starkomiker hegt große Hoffnungen für seine populistische Partei bei der Parlamentswahl im Sommer .


Samstag, 18. Juni 2016

halbe Tonne Kokain aus Venezuela beschlagnahmt

Das südamerikanische Land Venezuela hat sich im letzten Jahrzehnt zu einer der wichtigsten Vertriebsstandorte für den illegalen Drogenhandel entwickelt, selbst Mitglieder der Präsidentenfamilie sitzen in den USA in Untersuchungshaft. Längst kontrolliert die Mafia weite Bereiche des politischen Lebens, im Nachbarland Kolumbien verdienen linke Guerilla-Organisationen wie die Farc oder rechtsgerichtete Paramilitärs Milliarden an dem Drogenhandel.




Mexiko kämpft seit Jahren einen blutigen Krieg gegen die Drogen, dem seit 2006 mehr als 80.000 Menschen zum Opfer gefallen sind. Beamte der Nationalen Kommission für Sicherheit (CNS) haben am Freitag (17.) auf dem internationalen Flughafen von Mexiko-Stadt acht Koffer geöffnet und 600 Kilogramm Kokain beschlagnahmt. Der Flug kam aus der venezolanischen Hauptstadt Caracas, den Namen der Fluggesellschaft gaben die Behörden nicht bekannt.


Auf einer Zufahrtstraße zum Airport hatten Bundestruppen routinemäßige Kontrollen durchgeführt. Dabei entdeckten sie einen VAN und drei Personen, die Gepäck aus dem Flugzeug schleppten und „unter Verletzung der Zollkontrolle“ in das Fahrzeug verstauten.

LKA vermutlich von Mafia ausspioniert

Das Thüringer Landeskriminalamt ist vermutlich von der armenischen Mafia ausgespäht worden. Das LKA geht demnach dem Verdacht der Spionage am Gebäudekomplex in der Kranichfelder Straße in Erfurt nach. Nach Informationen von MDR THÜRINGEN haben am Donnerstag hochrangige Vertreter des LKA den Innenausschuss des Thüringer Landtages entsprechend informiert.



Mutmaßliche Mafia-Mitglieder am Gebäude gesichtet
Mehrfach sollen Personen in der Nähe des Gebäudes beobachtet worden sein, die mutmaßliche Mitglieder eines Ablegers der Mafia in Erfurt sind. Bei diesen Personen gebe es eindeutige Bezüge zur organisierten Kriminalität, sagten die LKA-Beamten im Ausschuss. Derzeit würden die Vorfälle ausgewertet und die Sicherheit der Mitarbeiter und des Gebäudes geprüft. Die CDU-Opposition hatte nach mehreren Medienberichten das Thema im Innenausschuss auf die Tagesordnung gesetzt.

Seit Jahren sind Clans in Thüringen aktiv

Seit Jahren gibt es in Thüringen, besonders in Erfurt, Gotha, Gera und Jena, Aktivitäten Mafiaclans. Nach Recherchen von MDR THÜRINGEN unterhalten sie Verbindungen zu andere Mafiafamilien in ganz Deutschland, aber auch nach Frankreich und Belgien.

Zurzeit müssen sich elf mutmaßliche Mafiamitglieder vor dem Landgericht Erfurt verantworten. Sie sollen sich im Juli 2014 eine Schießerei mit einer rivalisierenden Gruppe aus Leipzig und Berlin im Norden von Erfurt geliefert haben. Beteiligt daran war offenbar auch ein Mafiapate, der inzwischen im Ausland abgetaucht ist. Beamte des Landeskriminalamtes hatten in dem Fall ermittelt.

Freitag, 17. Juni 2016

Pizzamord in Mannheim - Doch Mafia-Hintergrund

Mehr als zwei Jahrzehnte nach dem Mord an einem Mannheimer Pizzabäcker in Hessen ist deutschen Fahndern wohl ein Coup gelungen: Die spanische Polizei nahm am Montag in Saragossa auf Betreiben der Mannheimer Ermittler einen 43-Jährigen fest - ein DNA-Treffer hatte ihn überführt. Aber gab es noch Mittäter? Einiges spricht dafür. Die Ermittler selbst halten sich bedeckt. "Wir können aus ermittlungstaktischen Gründen nichts sagen", erklärte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft heute.



Der in Spanien festgenommene Verdächtige - er war damals 20 Jahre alt - soll den 41-jährigen Wirt am späten Abend des 2. Februar 1993 nahe der Pizzeria im Stadtteil Neckarstadt-West abgepasst und in ein Waldgebiet bei Langen verschleppt haben. Dort wurde der Wirt misshandelt und später mit einem Kopfschuss getötet. Ein Förster hatte die Leiche des Italieners gefunden. Es war ein "Mord nach Mafia-Art" hatte der "Mannheimer Morgen" am 5. Februar 1993 geschrieben.

Fest steht: Gesucht wurde damals nach mehreren Tätern. Die Polizei in Offenbach hatte nach der Tat eine Belohnung von 5000 Mark für Hinweise ausgesetzt, die auf die Spur der Mörder des Pizzabäckers führen sollten, der in Ludwigshafen gewohnt hatte. Demnach hatten die Täter das dunkelblaue Auto des Opfers offenbar im Mannheimer Stadtteil Neuostheim in Brand gesteckt. Die Festnahme in Spanien geschah aufgrund der Infos von Mannheimer Fahndern: "Die Deutschen haben den Mann nach und nach eingekreist", sagte heute eine Polizeisprecherin der Deutschen Presse-Agentur in Saragossa. Der Verdächtige sitze in Auslieferungshaft. Er ist demnach in Weinheim geboren, lebte 20 Jahre in Mannheim und siedelte dann nach Saragossa über.

Dienstag, 14. Juni 2016

Prozession vor dem Haus des berüchtigsten Mafiabosses in Corleone

es tut sich wieder etwas in Corleone. Und das verheißt nichts Gutes!
In der Mafia-Hochburg Corleone hielt am vergangenen Sonntag der Umzug mit einer Marienstatute minutenlang vor dem Haus des seit 1993 inhaftierten „Paten“ Salvatore Riina, der langjährigen Nummer eins der Cosa Nostra.



Die Ehefrau des Bosses, Ninetta Bagarella, zeigte sich am Balkon, als die Prozession ihr Haus erreichte. Ihr zu Ehren neigten die Träger die Marienfigur. Die Staatsanwaltschaft von Palermo leitete eine Untersuchung über den Vorfall ein, berichtete die italienische Tageszeitung „La Repubblica“ am Samstag.


Sizilianischer Bischof kritisiert Vorfall

Der sizilianische Bischof Michele Pennisi kritisierte den Vorfall. Die Organisatoren von Marienprozessionen in Süditalien sind vor allem katholische Bruderschaften. Diese sind häufig von der Mafia unterwandert, die solche Anlässe zur Selbstdarstellung nutzt.



Einige Prozessionen wurden zuletzt aus diesem Grund abgesagt. Süditalienische Bischöfe wollen entschiedener gegen eine Unterwanderung religiöser Feste durch die Mafia vorgehen. Papst Franziskus hatte bei seinem Besuch in Kalabrien 2014 erklärt, Mafiosi stünden durch ihr Tun nicht mehr in Gemeinschaft mit Gott und seiner Kirche und seien exkommuniziert.