Samstag, 19. Januar 2013

Sieben Jahre Haft für Berlusconi-Vertrauten

Dell'Utri soll ins Gefängnis

Bei einem Prozess gegen den Senator und Unternehmer Marcello Dell'Utri wegen Mafia-Verstrickungen in Palermo hat die Staatsanwaltschaft für den Angeklagten eine siebenjährige Haftstrafe gefordert. Erstinstanzlich war Dell ́Utri, ein Vertrauensmann von Ex-Premier Silvio Berlusconi, bereits zu neun Jahren Haft verurteilt worden.


Marcello Dell'Utri
 Ein zweitinstanzliches Urteil, bei dem der Senator zu sieben Jahren Haft verurteilt worden war, war vom Obersten Gericht in Rom im vergangenen Jahr für ungültig erklärt worden und musste neu beginnen. Dell ́Utri wird beschuldigt, in den 80er und bis Ende der 90er Jahre intensive Kontakte zur sizilianischen Cosa Nostra gepflegt zu haben.


Staatsanwaltschaft: „Dell’Urti hat Mafia gestärkt“

Laut den Staatsanwälten, die gegen den Senator ermittelt hatten, habe Dell'Utri „einen beträchtlichen und gezielten Beitrag zur Konsolidierung und Stärkung der Mafia geleistet“. Dell'Utri habe es den Mafia-Bossen ermöglicht, mehrere Jahre lang Kontakte zum Medienzaren Berlusconi zu pflegen, der in jenen Jahren sein wirtschaftliches und finanzielles Imperium auf Sizilien aufgebaut hatte. Gegen Dell ́Utri laufen weiere Ermittlungen.


Wahlliste: Berlusconi verzichtet widerwillig auf Dell’Urti

Wegen Dell ́Utris Justizschwierigkeiten will Berlusconi darauf verzichten, den Senator in die Wahllisten seiner Mitte-rechts-Partei PdL für die nächsten Parlamentswahlen im Februar aufzunehmen. Wider Willen gab der Ex-Premier dem Druck seines Parteichefs Angelino Alfano nach, der keine verurteilten Kandidaten in den Wahllisten zulassen will. „Es ist eine Ungerechtigkeit, doch wir können Dell ́Utri nicht in den Wahllisten aufnehmen“, erklärte Berlusconi kürzlich. Der sizilianische Senator gibt sich jedoch nicht geschlagen. Er will um seine Kandidatur kämpfen.

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