Montag, 23. September 2013

In den Fängen der Camorra

Bei der Ausschreibung für die Errichtung von Lärmschutzwänden entlang der A22 soll die Camorra ihre Finger im Spiel haben. Die Opposition will deshalb eine außerordentliche Regionalratssitzung einberufen. Ein Artikel der Tageszeitung „Il Trentino“ über die Brennerautobahn hat landesweit für Aufsehen gesorgt.

Demnach führt die Polizei zurzeit eine Reihe von Kontrollen durch. Ihr Verdacht: Bei der Ausschreibung für die Errichtung einer Reihe von Lärmschutzwänden in der Gemeinde Bussolengo soll getrickst worden sein – und dabei soll niemand geringeres als die Camorra maßgeblich involviert gewesen sein.

Laut dem „Trentino“ ging die Gesellschaft P.T.A.M. mit Sitz in Castellammare di Stabia (Sizilien) im Dezember als Sieger aus dem Wettbewerb hervor – mit einem bemerkenswerten Abschlag von 40 Prozent. Der Gesellschaft werden jedoch enge Kontakte zur Camorra nachgesagt, weshalb italienweit gegen sie ermittelt wird.





Die Trentiner Polizei wurde stutzig, nachdem die Gesellschaft den Auftrag für die Errichtung der Lärmschutzwände für läppische 3 Millionen Euro übernehmen wollte. Die A22 hatte die Arbeitskosten zuvor noch auf 5 Millionen Euro geschätzt.

Außerdem berichtet der „Trentino“ von zwei Zeugen, die ausgesagt hätten, dass die Firma mit dem Clan D’Alessandro zusammenarbeite. Dieser Clan gilt als eine höchst gefährliche Unterorganisation der Camorra.

Der Bericht hat nun auch die Landespolitik aufgeschreckt. „Da die Region Mehrheitseigentümer der Brennerautobahn ist, fordern wir unverzüglich Aufklärung in dieser Sache“, erklärt der Freiheitliche Roland Tinkhauser.

Eine Gruppe von 15 Abgeordneten will deshalb eine außerordentlichen Regionalratssitzung einberufen lassen. Die Sache gehöre ausdiskutiert, meint Tinkhauser. In dieselbe Scherbe schlägt die Lega-Abgeordnete Franca Penasa: „Die Region kann nicht so tun, als würde sie von den Ermittlungen nichts mitbekommen. Sie muss Aufklärung in diese besorgniserregende Geschichte bringen.“

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