Montag, 12. Oktober 2015

Rache-Akt: Mafiosi verbrannten dreijähriges Kind

"Coco" war gemeinsam mit seinem Großvater und dessen Freundin getötet worden. Zwei wegen Drogenhandels sitzende Mafiosi sollen für Tat verantwortlich sein. Fall hatte Entsetzen des Papstes geweckt.



Die italienischen Justizbehörden haben zwei Mafiosi identifiziert, die für einen Dreifachmord im vergangenen Jahr verantwortlich gemacht werden, bei dem auch ein dreijähriger Bub getötet wurde. Die Leichen des Kindes, seines Großvaters und dessen Geliebter waren im Jänner 2014 in einem ausgebrannten Autowrack in Kalabrien entdeckt worden.

Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich um einen Racheakt zwischen rivalisierenden Mafia-Clans um die Kontrolle von Drogengeschäften handelte. Für den Mord werden jetzt zwei Mafiosi verantwortlich gemacht, die bereits im vergangenen Jahr wegen Drogenhandels festgenommen wurden und seitdem hinter Gittern sitzen.


Trauriges Kinderschicksal

Das Schicksal des dreijährigen Nicola Campolongo, genannt "Coco", der gemeinsam mit seinem Opa getötet wurde, hatte auch den Papst geschockt. Sein 52-jähriger Großvater Giuseppe Iannicelli stand wegen Drogenhandels unter Hausarrest. Iannicellis Frau und seine Tochter, die Mutter des Buben, waren wegen desselben Delikts in Haft. "Coco" hatte als Baby gemeinsam mit seiner Mutter ein Jahr hinter Gittern verbracht, bevor er in die Obhut des Großvaters kam. Dieser unterhielt inzwischen eine Affäre mit einer 27-jährigen Marokkanerin, deren Leiche ebenfalls in dem Autowrack entdeckt wurde.

Die süditalienische Region Kalabrien ist die Hochburg der 'Ndrangheta, einer der gefährlichsten und mächtigsten Mafia-Vereinigungen Italiens, die vor allem mit dem internationalen Kokainhandel ihr Geld verdient. Laut italienischen Medien ist der brutale Mord ein weiteres Zeichen dafür, dass der einst gültige "Ehrenkodex" der kalabrischen Clans, der über Jahre hinweg Kinder, Frauen und Alte vor Racheakten schützte, keinen Bestand mehr hat. Laut den Ermittlern soll Giuseppe Iannicelli um sein Leben gefürchtet haben.

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