Dienstag, 29. Dezember 2015

Drei Mafia-Killer aus dem Knast ausgebrochen

Sie sind brutal, gefährlich und sollten den Rest ihres Lebens im Knast verbringen. Doch diesen drei verurteilten Drogenmafia-Killern ist ein spektakulärer Ausbruch gelungen. Möglicherweise hat ihre Flucht sogar eine politische Dimension!



Sonntagnacht um 2.30 Uhr im General Alvear Gefängnis: Die drei Killer überwältigen eine Wache und entkommen mit Wachuniformen verkleidet aus dem Hochsicherheitsgefängnis, das rund 240 Kilometer westlich von Buenos Aires liegt.

Einer der Geflohenen, Martín Lanatta (40), hatte zuvor für einen Skandal im argentinischen Wahlkampf gesorgt. Der verurteilte Mörder hatte behauptet, der linksgerichtete Politiker Aníbal Fernández stehe in Verbindung mit der Drogenmafia.

Fernández bestritt die Vorwürfe, verlor aber trotzdem bei den Wahlen gegen eine Mitte-Rechts-Kandidatin. Der Politiker gehört der Peronisten-Bewegung an, die nach 30 Jahren zum ersten Mal eine Wahl in der Provinz Buenos Aires verloren hat. Die Präsidentschaftswahl gewann landesweit letztlich der konservative Politiker Mauricio Macri.

Angeblich wurde Lanatta mit der Möglichkeit belohnt, aus dem Gefängnis zu fliehen, weil er das Gerücht über Fernández streute. Fernández sagte am Montag dem Radio del Plata, die Regierung bedanke sich nun bei allen, die ihr beim Wahlkampf geholfen hätten. Der Anwalt von Martín Lanatta, Roberto Casorla, sagte in einem Interview auf Radio Once Diez, er sei überzeugt, dass „jemand die Flucht (der Häftlinge) bezahlt hat“.


Zusammen mit Martín Lanatta entkamen sein Bruder Chrístian (41) und Víctor Schillaci (33). Nach ihnen wird jetzt international gefahndet! Sie waren wegen eines Dreifachmordes im Jahr 2008 im Zusammenhang mit der Drogenmafia zu lebenslanger Haft verurteilt worden.
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