Dienstag, 14. Juni 2016

Prozession vor dem Haus des berüchtigsten Mafiabosses in Corleone

es tut sich wieder etwas in Corleone. Und das verheißt nichts Gutes!
In der Mafia-Hochburg Corleone hielt am vergangenen Sonntag der Umzug mit einer Marienstatute minutenlang vor dem Haus des seit 1993 inhaftierten „Paten“ Salvatore Riina, der langjährigen Nummer eins der Cosa Nostra.



Die Ehefrau des Bosses, Ninetta Bagarella, zeigte sich am Balkon, als die Prozession ihr Haus erreichte. Ihr zu Ehren neigten die Träger die Marienfigur. Die Staatsanwaltschaft von Palermo leitete eine Untersuchung über den Vorfall ein, berichtete die italienische Tageszeitung „La Repubblica“ am Samstag.


Sizilianischer Bischof kritisiert Vorfall

Der sizilianische Bischof Michele Pennisi kritisierte den Vorfall. Die Organisatoren von Marienprozessionen in Süditalien sind vor allem katholische Bruderschaften. Diese sind häufig von der Mafia unterwandert, die solche Anlässe zur Selbstdarstellung nutzt.



Einige Prozessionen wurden zuletzt aus diesem Grund abgesagt. Süditalienische Bischöfe wollen entschiedener gegen eine Unterwanderung religiöser Feste durch die Mafia vorgehen. Papst Franziskus hatte bei seinem Besuch in Kalabrien 2014 erklärt, Mafiosi stünden durch ihr Tun nicht mehr in Gemeinschaft mit Gott und seiner Kirche und seien exkommuniziert.