Donnerstag, 21. Mai 2015

Die Mafia ohne Bargeld?

Dänemark möchte offenbar Vorreiter sein. Restaurants, Tankstellen und Geschäfte müssen kein Bargeld mehr als Zahlungsmittel akzeptieren. Die dänische Notenbank hat angekündigt, 2016 den Druck von Banknoten einzustellen, weil sie keine entsprechende Nachfrage mehr erwartet.



In Deutschland hat Peter Bofinger, ein Wirtschaftsweiser und anerkannter Volkswirtschaftsprofessor, die Bezahlung mit Bargeld ebenfalls für einen Anachronismus erklärt und die Abschaffung des Bargelds in der EU, der Schweiz und den USA empfohlen.

Droht nun wirklich das Ende Bargelds, wie dies in den sozialen Medien panisch prophezeit wird? "Bargeld wird es immer geben, solange es Geld gibt", sagt Franz Gasselsberger, Generaldirektor der Oberbank und Sprecher der Banken in der Wirtschaftskammer Oberösterreich. Die Bedeutung von Bargeld werde zwar abnehmen, ein Verschwinden hält er aber für äußerst unwahrscheinlich.

Auch der Linzer Volkswirtschaftsprofessor Friedrich Schneider bewertet die Wahrscheinlichkeit, dass Bargeld verschwindet, mit "höchstens zehn bis 20 Prozent. Abgesehen davon wäre die Abschaffung des Bargelds ein ganz großer Topfen."

Bargeld sei ein letzter Rest an Privatheit, die dem schon fast gläsernen Bürger geblieben ist. "Wenn ich als Fritz Schneider zwei Hemden oder eine Falsche Wein kaufe, geht das niemanden etwas an. Zahlt man mit Karte, wird das aber fein säuberlich aufgelistet", sagt Schneider.


Bankräuber ohne Bargeld

Befürworter einer "Cashless Society" führen neben der Bequemlichkeit des bargeldlosen Zahlungsverkehrs auch die Sicherheit an. Legendär ist der Fall eines Bankräubers, der angeblich ob fehlender Bargeldbestände wieder unverrichteter Dinge abziehen musste. Dazu würden der Pfusch und die organisierte Kriminalität massiv eingeschränkt, wenn nichts mehr bar bezahlt werden darf.

Das wiederum hält Pfusch-Experte Schneider für völlig überbewertet. "Ohne Bargeld würden Transaktionskosten vielleicht etwas erhöht. Aber zu glauben, dass deshalb nicht mehr gepfuscht wird, ist eine Illusion. Ebenso wie die Annahme, dass die Mafia mit Geldkoffern durch die Gegend läuft", sagt Schneider. Vielmehr würde im Pfusch auf Tauschhandel ausgewichen. Oder jemand bestelle mit seiner Kreditkarte entsprechende Waren für den Pfuscher.

Im Bereich der organisierten Kriminalität würden die großen Geldströme schon jetzt elektronisch und gefinkelter verlaufen, als sich das manche ausmalen würden.

Auch in der Praxis müssten bestimmte Dinge funktionieren. "Oder soll der Eisverkäufer für eine Tüte um 1,10 Euro Kreditkarte akzeptieren, die Transaktion speichern und einen Kassenbon aushändigen", stellt Schneider eine rhetorische Frage.


Verlust der Anonymität

 

Während in Skandinavien etwa jede zweite Zahlung mit Karte erfolgt, sind es in Österreich nur elf Prozent. Und auch wenn die Verwendung von berührungsloser Zahlung mit Karte sowie die Verwendung der Kreditkarte zu nehmen, können sich 82 Prozent der Österreicher keine bargeldlose Gesellschaft vorstellen. Die meisten befürchten eine Zunahme der digitalen Kriminalität und den Verlust der Anonymität, so wie auch Schneider dies im OÖ-Nachrichten-Gespräch ausführt.

Entsprechend auch die Reaktion der Politik. Wirtschaftsstaatssekretär Harald Mahrer hat im ÖVP-Parteiprogramm das Bekenntnis zum Bargeld verankern lassen und sieht auch keinen Grund, daran zu rütteln. "Den Ansprüchen einer Demokratie und eines Rechtsstaats westlicher Prägung und dem Schutz der Privatsphäre wird eine bargeldlose Gesellschaft nicht gerecht", sagt Mahrer.

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Mittwoch, 20. Mai 2015

50 Festnahmen im Fußball-Wettskandal

Dutzende manipulierte Spiele, 30 beteiligte Clubs und mehr als 50 Festnahmen: Umfassende Ermittlungen bringen in Italien einen neuen Wettskandal ans Licht. Auch die Mafia hat ihre Finger im Spiel.




Neue Enthüllungen um manipulierte Spiele und Ergebnis-Absprachen erschüttern den italienischen Fußball. Mehr als 50 Menschen wurden festgenommen, gegen 70 Verdächtige wird ermittelt, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Ihnen wird die Bildung krimineller Vereinigung mit dem Ziel des Sportbetrugs vorgeworfen. Dutzende Spiele in der dritten und vierten Liga sollen manipuliert worden sein, etwa 30 Clubs aus den unteren Ligen sind laut Polizei in den Skandal verwickelt. Auch die kalabrische Mafia 'Ndrangheta soll an den Manipulationen beteiligt gewesen sein.


Spieler, Trainer, Club-Präsidenten verhaftet

Unter den Verdächtigen sind laut Polizei Spieler, Trainer und Club-Präsidenten. Mehrere Vereins-Räume wurden am Dienstag durchsucht, es gab Razzien in ganz Italien. Die Ermittlungen der Aktion "Dirty Calcio" führt die Anti-Mafia-Staatsanwaltschaft im süditalienischen Catanzaro. Der italienische Fußball wurde in den vergangenen Jahren immer wieder von Enthüllungen über manipulierte Spiele und Wettbetrug erschüttert. Ob die neuen Ermittlungen in Verbindung zu vorherigen Skandalen stehen, war zunächst unklar.

Den nun Festgenommenen wird vorgeworfenen, mit zwei kriminellen Netzwerken Partien beeinflusst und damit große Gewinne gemacht zu haben. Auch einige Ausländer sollen unter den Verdächtigen sein, so hatten die Betrüger wohl auch Verbindungen in andere Länder wie Serbien oder Slownien. Laut Staatsanwaltschaft planten sie zudem, auch Spiele in der Serie B und höheren Ligen zu manipulieren.


Mafia war an den Absprachen beteiligt

Auch ein Mitglied eines bedeutenden 'Ndrangheta-Clans wurde festgenommen, die Mafia soll an den Absprachen beteiligt gewesen sein. Die Ermittlungen zeigten, "wie die Verästelungen der Mafia nicht nur in ihren klassischen kriminellen Geschäftszweigen, sondern auch im Bereich des Sports ein extrem hohes Nivea" erreich hätten, erklärte Anti-Mafia-Staatsanwalt Renato Cortese.
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Dienstag, 19. Mai 2015

Dutzende Festnahmen in Italien

Im Rahmen einer neuen Untersuchung um Spielmanipulationen im italienischen Fußball sind am Dienstag zahlreiche Fußballer, Trainer und Vereins-Verantwortliche festgenommen worden.



Betroffen sind vor allem Dritt- und Viertligisten, denen Sportbetrug vorgeworfen wird. Sie sollen Dutzende Spiele der laufenden Meisterschaft in ihren Spielklassen manipuliert haben. Angeblich sind 30 Klubs von den Ermittlungen betroffen, die von der Anti-Mafia-Staatsanwaltschaft der süditalienischen Stadt Catanzaro durchgeführt werden.


In mehreren Fällen wurden demnach Verstrickungen zwischen den Fußballmanagern und Mafiosi festgestellt. Die Festnahmen erfolgten in mehreren italienischen Regionen. Im Visier der Ermittler sollen 70 Personen stehen, darunter mehrere Ausländer. Verwickelt seien auch Mitglieder der 'Ndrangheta, der Mafia in der süditalienischen Region Kalabrien.

Rocker-Blutbad in Waco - Texas

Focus-online / DPA

Die Polizei spricht von einem riesigen Tatort. In der Stadt Waco in Texas stehen die Behörden nach Kämpfen von Motorradgangs vor langen Ermittlungen gegen die Täter. Der Vorwurf lautet auf organisierte Kriminalität in Verbindung mit Mord.
Nach dem Tod von neun Menschen bei Kämpfen verfeindeter Rockergruppen im US-Bundesstaat Texas steht die Polizei vor schwierigen Ermittlungen.






Rund 170 Beteiligte seien unter dem Verdacht der organisierten Kriminalität in Verbindung mit Mord verhaftet worden, sagte Polizeisprecher Patrick Swanton. Die Polizei befürchtet Vergeltungsaktionen der beteiligten Rockergruppen. „Es wurden Drohungen ausgesprochen, unsere uniformierten Beamten zu töten“, sagte Swanton. Im Mittelpunkt des Streits standen Berichten zufolge die Gruppen „Bandidos“ und „Cossacks“.

Der Gewaltausbruch hatte sich am Sonntag in einem Grill-Restaurant in der Stadt Waco ereignet. Der Auslöser ist noch unklar. Der zu untersuchende Tatort, ein Parkplatz vor dem Einkaufszentrum, in dem sich das Lokal befindet, ist laut Swanton riesig. Mehr als 100 Motorräder und 50 bis 75 Fahrzeuge könnten als Beweismittel beschlagnahmt und auf Einschusslöcher und Blutspuren untersucht werden. „Wir haben es nicht eilig. Dies ist unser Tatort, und er ist abgeriegelt. Wir wollen nichts übersehen.“

Ein Richter setzte die Kaution gegen jedes Bandenmitglied auf eine Million Dollar (880 000 Euro) fest, wie die Zeitung „Waco Tribune-Herald“ berichtete. „Es ist wichtig, eine Botschaft zu senden“, sagte er demnach. Viele der Täter seien Fremde gewesen. Auch sieben der Toten kämen nicht aus Waco. 18 weitere Menschen wurden verletzt.


Die Behörden entzogen dem Restaurant, das für leicht bekleidete weibliche Bedienungen bekannt ist, vorerst für die kommenden sieben Tage die Lizenz, Alkohol auszuschenken. Er hoffe, das Management des Restaurants entschließe sich, so lange geschlossen zu bleiben, sagte Swanton. Zuvor war berichtet worden, das Lokal sei für eine Woche ganz von den Behörden geschlossen worden..
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Montag, 18. Mai 2015

'Ndrangheta verjagt Lidl aus Kalabrien

Die ‘Ndrangheta hat die Eröffnung einer Lidl-Filiale in Lamezia Terme (Kalabrien) verhindert. Die Eröffnung hätte die Interessen eines Einkaufszentrums beschädigen können, dessen Besitzer mit einem mächtigen Clan liiert wart.



Der Lebensmitteldiscounter Lidl macht mit seinen billigen Preisen oft Konkurrenz. Wenn der Besitzer des wirtschaftlich bedrohten Mitbewerbers ‘Ndrangheta-Freunde hat, ist das Problem schnell gelöst. Die ‘Ndranghetisti der Familie Iannazzo-Canizzaro-Daponte hätten zuerst die Bauarbeiter bedroht und schließlich den Unternehmer, der die Lidl-Lizenz erworben hatte, überredet, das Geschäft abzugeben. Das ergaben Ermittlungen der Anti-Mafia-Behörde aus Catanzaro.

Die neue Lidl-Filiale wäre in Lamezia Terme (Kalabrien) in einem Gebiet entstanden, das von dem ‘Ndrangheta-Clan Iannazzo kontrolliert wird. Die Eröffnung hätte die Interessen des nahgelegenes Einkaufszentrum Agorà beschädigen können, dessen Chef, Claudio S., an die Iannazzo liiert war.

In Rahmen der Operation “Andromeda” wurden am 14. Mai 45 ‘Ndrangheta-Mitglieder festgenommen, darunter der Boss Vincenzino Iannazzo und der Besitzer von “Agorà” Claudio S. Sie werden unter anderem  der Erpressung, des illegalen Waffenbesitzes und der der Mitgliedschaft in einer mafiösen Vereinigung beschuldigt.

Der Oberstaatsanwalt aus Catanzaro, Vincenzo Antonio Lombardo, lobte die Operation. Dem Staat sei es gelungen, eine wichtige ‘Ndrangheta-Familie zu treffen. Einige Unternehmer hätten sie sich dermaßen vor dem Iannazzo-Clan gefürchtet  dass sie dem Boss Geld bezahlt hätten, noch bevor er sie dazu aufforderte.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Lebensmitteldiscounter von der ‘Ndrangheta bedroht wird: 2013 hatten Ermittler bekannt gegeben, dass ‘Ndranghetisti Lieferanten der kalabresischen Lidl-Filialen bedroht hatten, um die Warenlieferung einzig dem Transportunternehmen VM Trans zu garantieren.

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Mafia-Boss zwingt Flüchtling zum Nierenverkauf

Im katalanischen Tarragona hat die Polizei Mitglieder einer Mafiabande festgesetzt, die einen Flüchtling aus Marokko zum Nierenverkauf gezwungen haben sollen. 

Der Mafia-Boss bot dem Mann 6.000 Euro für dessen Organ, als dieser sich weigerte, wurde er gekidnappt und mit dem Tod bedroht.

Bereits im letzten Jahr machten Fälle von Organhandel in Spanien Schlagzeilen, damals sollte einem Obdachlosen die Niere genommen werden.

Sonntag, 17. Mai 2015

Wuppertal liefert Camorra-Boss an Italien aus


Bereits am 1. Mai hatte die Wuppertaler Polizei Giovanni C. festgenommen. Am Freitagvormittag ist das Camorra-Mitglied an die italienischen Ermittler übergeben worden.

Giovanni C. scheint eine Vorliebe für Deutschland zu haben. Das 47-jährige Mitglied des Camorra-Clans Boccolato-La Torre war bereits im August vergangenen Jahres aus Wuppertal nach Italien ausgeliefert worden. Daraufhin hätte er sich täglich bei der Polizei in Mondragone (Provinz Caserta, Kampanien) melden müssen.




Giovanni C. war aber geflohen – und wieder in Wuppertal untergetaucht.

Ermittlungen der deutschen Behörden, in Kooperation mit den italienischen Kollegen, führten aber zu einer erneuten Festnahme. Giovanni C., der bereits am 1. Mai festgenommen worden war, wurde am Freitagvormittag nach Italien ausgeliefert.
Giovanni C. war wegen Mitwirkung in einer mafiösen Vereinigung, wegen illegalen Waffenbesitzes und wegen Drogenhandel gesucht worden. In Italien handelte er mit Kokain und Haschisch und hatte, gemeinsam mit anderen Camorra-Mitgliedern, einen Versicherungskaufmann und den Verkäufer eines Bekleidungsgeschäftes erpresst.


Während seines ersten deutschen Aufenthalts hatten die Ermittler die führende Rolle des Giovanni C. feststellen können:  In einem abgehörten Anruf hatte er den Kollegen Alessandro S. und Salvatore A. befohlen, einem ausländischen Mitbürger von Mondragone eine Lektion zu erteilen.
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Mittwoch, 13. Mai 2015

Polizei Münster gelingt Schlag gegen Drogenhandel

Von Axel Roll

In einem ehemaligen Bordell in Burgsteinfurt führt die Polizei am Dienstagmorgen eine Razzia bei der Rockerbande Bandidos durch. Die Aktion ist Teil einer europaweiten Maßnahme gegen Drogenkriminalität, die vom Polizeipräsidium Münster geleitet wird.



Mit zehn Mannschaftswagen rückte die Polizei am Dienstagmorgen gegen sechs Uhr vor einem ehemaligen Bordell an der Ochtruper Straße in Burgsteinfurt an. Auch Drogenspürhunde wurden eingesetzt.

Bei der europaweiten Drogenrazzia hat die Polizei auch acht Gebäude in Rheine durchsucht, darunter eine Garage im Bereich Hermannstraße / Ecke Bannewiese und ein Haus in der Elter Straße.

Doch die Durchsuchung des Gebäudes in Burgsteinfurt ist nicht der einzige Schlag, den die Polizei am Dienstagmorgen gegen das organisierte Verbrechen austeilt. Nach Aussage einer Polizeisprecherin ist die Razzia Teil einer groß angelegten Aktion gegen organisierte Drogenkriminalität, bei der das Polizeipräsidium Münster federführend ist. 


Schlag gegen internationale Drogenhandel

Wie die Polizei Münster am Mittag mitteilt, wurden dabei zeitgleich mehr als 40 Objekte in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt durchsucht. Schwerpunkte der Aktion waren Emmerich am Niederrhein und Rheine im nördlichen Münsterland. Weitere Ziele der Ermittler lagen in Magdeburg, Lüneburg und Hasbergen sowie in Selm und Lünen. Auch einzelne Objekte in Finnland und den Niederlanden standen im Fokus der dortigen Beamten. „Wir ermitteln in diesem Verfahren gegen Angehörige der Rockergruppe Bandidos", erklärte Oberstaatsanwalt Stefan Lechtape. „Ihnen wird die gewerbsmäßige Herstellung und der internationale Handel mit Rauschgift vorgeworfen. Sie sind international organisiert und professionell vernetzt."


Abgeerntete Marihuana-Plantagen 

Die gefundenen verkaufsfertigen Drogen in Form von Marihuana, Kokain und Amphetaminen haben nach Angaben der Polizei einen Wert von rund 30.000 Euro.Darüber hinaus wurde eine größere Menge Marihuana-Pflanzen in unterschiedlichen Wachstumsphasen sichergestellt. Weiterhin konnten die Ermittler Materialien zur Herstellung von Amphetaminen beschlagnahmen. In Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen entdeckten die Beamten abgeerntete Marihuana-Plantagen. Die geernteten Pflanzenteile befanden sich bereits in einer Trocknungsanlage in den Niederlanden. Nach ersten Schätzungen der Kriminalisten hätten die Beschuldigten mit dem Verkauf der Drogen einen sechsstelligen Eurobetrag erzielen können.


Sieben Bandidos aus dem Münsterland verhaftet

Insgesamt wurden 15 Haftbefehle vollstreckt: Acht Angehörige des finnischen Ablegers der Bandidos in Finnland und sieben Angehörige des Münsterland-Chapters der Bandidos im Alter von 36 bis 51 Jahren in Deutschland nahmen die Beamten fest. Zum Schutz der eingesetzten Beamten und Unbeteiligter setzte das federführende Polizeipräsidium Münster bei den länderübergreifenden Durchsuchungen auch Spezialeinheiten ein.Neben den Drogen fanden die Ermittler in den durchsuchten Räumen vier scharfe Schusswaffen samt Munition sowie einen fünfstelligen Bargeldbetrag. Bei den Durchsuchungen in Finnland kamen mehrere scharfe Schusswaffen, eine Handgranate und ein Chapter-Emblem der Bandidos Steinfurt zum Vorschein.

Die Beamten stellten zahlreiche Dokumente und Datenträger sicher. Die genaue Analyse der Flüssigkeiten, die in größeren Mengen in Nordrhein-Westfalen gefunden wurden, dauert an. „Mit diesem Einsatz ist uns ein großer Schlag gegen den Vertrieb dieser verbotenen Substanzen gelungen", äußerte Kriminaloberrat Thomas Marx, der den Einsatz aus dem Polizeipräsidium Münster verantwortlich leitet. „Die Ermittlungen in diesem Verfahren werden von Polizei und Justiz länderübergreifend fortgeführt."

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Razzia gegen die Mafia auch in Bonn

von Thorsten Moeck
KÖLN.  Es geht um Scheinfirmen, falsche Rechnungen, Schwarzarbeit, Sozialversicherungsbetrug und Steuervergehen. Die Liste der Vorwürfe gegen mutmaßliche Mitglieder der Baumafia ist lang, der angerichtete Schaden soll im zweistelligen Millionenbereich liegen.





Fünf Verdächtige wurden bei einer Razzia in Deutschland, Italien und den Niederlanden verhaftet. Der Schwerpunkt der Durchsuchungen lag im Rheinland, auch Bonn war dabei. Drei Männer wurden in Hürth verhaftet, ein Italiener (56) soll vom Kölner Stadtteil Nippes aus illegale Machenschaften geleitet haben.

Mit einem Geflecht von Scheinfirmen sollen die Männer das Baugewerbe systematisch unterwandert haben.




Die Kölner Staatsanwaltschaft wirft den verdächtigen die Gründung von 15 solcher Firmen vor. "Die Lebensdauer lag manchmal nur bei einigen Monaten, dann wurde eine neue Firma gegründet", sagte Staatsanwalt Daniel Vollmert. Dadurch sei die Zahlung von Sozialabgaben umgangen worden. Bei der Razzia wurden mehrere zehntausend Euro Bargeld beschlagnahmt. Auch Waffen und Rauschgift seien entdeckt worden. Geprüft werde nun auch, ob die Verdächtigen mit der italienischen Mafia in direktem Kontakt stehen.

Seit vielen Jahren versuchen die deutschen Ermittlungsbehörden die mafiösen Strukturen im Baugewerbe zu zerschlagen, schon 2001, 2011 und 2013 waren in Nordrhein-Westfalen umfangreiche Durchsuchungen erfolgt. Erst voriges Jahr waren am Kölner Landgericht Beschuldigte verurteilt worden. Auch in Bonn wurden Mitglieder der Baumafia in Haft geschickt.



Nun haben die Beschuldigten offenbar nach ähnlichem Muster den Staat betrogen. Die Scheinfirmen sollen falsche Rechnungen erstellt und diese an andere Firmen verkauft haben. Gegen eine Provision sei das überwiesene Geld in bar zurückerstattet worden. Hiervon seien anschließend Bauarbeiter angeheuert und schwarz bezahlt worden.


Um bei Baustellenkontrollen nicht aufzufallen, seien einige Arbeiter zum Schein bei der Sozialversicherung angemeldet worden. Weil die Firmen jedoch schnell wieder verschwanden, seien Sozialabgaben letztlich nicht entrichtet worden.
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Dienstag, 12. Mai 2015

Riesen-Razzia gegen Bandidos-Rocker

VON FRANK SCHNEIDER / BILD

Emmerich/Münster – Zeitgleich morgens um sechs Uhr schlugen Spezialeinheiten und Fahnder europaweit zu. Riesen-Drogen-Razzia gegen Bandidos-Rocker im Morgengrauen!
In Emmerich sprengten die schwer bewaffneten Elitepolizisten mehrere Türen am Sauna-Club „Golden Dreams” auf, stürmten das Gebäude. Der Beschuldigte leistete keinen Widerstand, alles ging blitzschnell. Während der Erstürmung des Privathauses eines Verdächtigen mussten SEK-Beamte allerdings einen Kampfhund erschießen.
Oberstaatsanwalt Stefan Lechthape: „Ihnen wird die gewerbsmäßige Herstellung und der internationale Handel mit Rauschgift vorgeworfen. Sie sind international organisiert und professionell vernetzt.”




Neben Drogen im Wert von 30000 Euro stellten die Ermittler auch größere Mengen Marihuana-Pflanzen sicher sowie abgeerntete Marihuana-Blätter in einer niederländischen Trocknungsanalge. Außerdem fanden die Fahnder vier scharfe Schusswaffen und eine Handgranate.

Razzia gegen Mafia in Aachen und Heinsberg

Bei der Schwarzarbeit im deutschen Baugewerbe soll nach wie vor die italienische Mafia ihre Hände im Spiel haben. Mit einer internationalen Razzia in Deutschland, Italien und den Niederlanden gingen Ermittler gegen ein Firmengeflecht vor, hinter dem sie die Mafia vermuten.

Mit Spezialeinheiten ist die Polizei am Dienstagmorgen auch in Heinsberg angerückt, um gegen italienische Mafiagruppen vorzugehen, die bei der Schwarzarbeit im deutschen Baugewerbe mitmischen. 




450 Polizisten waren bei der Razzia gegen die Mafia in mehreren Ländern beteiligt. Es geht um die illegale Beschäftigung von Arbeiterkolonnen. Staat und Sozialversicherer sind nach Einschätzungen der Ermittler um einen zweistelligen Millionenbetrag gebracht worden. Erstmals bestehe der Verdacht, dass auch etablierte Baufirmen Scheinrechnungen gekauft haben, um in ihren Bilanzen Kosten vorzutäuschen, die aber nicht wirklich entstanden seien. Auch in Heinsberg rückten Spezialeinheiten der Polizei am Dienstagmorgen an und führten Untersuchungen durch. Vielerorts klickten Handschellen. Dabei standen überwiegend italienische Verdächtige im Fokus.

Samstag, 9. Mai 2015

Villa von Mafia-Boss Toto Riina als Polizeikaserne eingeweiht


Die Villa, die als letztes Versteck der langjährigen Nummer eins der sizilianischen Cosa Nostra, Salvatore Riina, gedient hatte, ist am Samstag bei einer feierlichen Zeremonie unweit von Palermo als Polizeikaserne eingeweiht worden.




Das Gebäude, das nach der Verhaftung Riinas im Jahr 1993 leer stand und seitdem verfiel, wurde zuletzt Renovierungsarbeiten unterzogen.

Die neue Carabinieri-Kaserne wurde in Anwesenheit von Italiens Innenminister Angelino Alfano und vom Bürgermeister Palermos, Leoluca Orlando, eingeweiht, berichteten italienische Medien. „Der Staat hat gesiegt und die Mafia verloren. Das bezeugt die Tatsache, dass Riinas letzter Versteck jetzt eine Kaserne für die Carabinieri ist, die die Sicherheit der Stadt Palermo und Siziliens garantieren“, sagte der Innenminister.

In der Luxusvilla mit umfangreichen Gärten und Swimmingpool hatte Riina seine letzten Tage als freier Mann verbracht. Nach seiner Festnahme war das Gebäude mit einer Wohnfläche von 500 Quadratmetern beschlagnahmt worden und anschließend nach und nach verfallen.

Der frühere Mafia-Boss soll die in den 1990er-Jahren verübten Morde an den Antimafia-Richtern Giovanni Falcone und Paolo Borsellino in Auftrag gegeben haben. Zudem wird Riina für die Bombenanschläge in Rom, Florenz und Mailand im Jahr 1993 verantwortlich gemacht.


Insgesamt sollen 150 Morde auf sein Konto gehen, weshalb der 84-Jährige zwanzigfach zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Nachdem Riina zwei Jahrzehnte lang flüchtig war, wurde er 1993 in Palermo gefasst. Diese Woche wurde er wegen schweren Gesundheitsbeschwerden ins Spital eingeliefert.
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Freitag, 8. Mai 2015

Polizei zerschlägt Drogenhändler-Ring der Mafia

Die italienischen und US-amerikanischen Behörden sind mit Razzien gegen ein internationales Drogenschmuggler-Netz der kalabrischen Mafia 'Ndrangheta vorgegangen. Gegen insgesamt 30 Verdächtige im süditalienischen Kalabrien und in den USA werde ermittelt.



Ihnen wird vorgeworfen, große Mengen Kokain von Südamerika in die USA und nach Europa geschmuggelt zu haben. Ihr Hauptquartier soll in einer italienischen Pizzeria im New Yorker Stadtteil Queens gewesen sein, wie die italienische Polizei am Donnerstag mitteilte.

Laut Polizei wurden der aus Kalabrien stammende Besitzer und seine Eltern in den USA festgenommen. Die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete, es habe in Italien 13 weitere Festnahmen gegeben.

Die Behörden in beiden Ländern hatten nach eigenen Angaben seit Monaten gemeinsam ermittelt; die Anti-Mafia-Staatsanwaltschaft in Reggio Calabria leitete die Aktion «Columbus». Mehrere Kokain-Lieferungen konnten an US-Häfen gestoppt werden.


«Mit der heutigen Operation wurde dem internationalen Drogenhandel ein schwerer Schlag zugefügt», sagte Italiens Innenminister Angelino Alfano. Nach Angaben der Polizei wurden bei den Ermittlungen neue und alte kriminelle und mafiöse Bündnisse aufgedeckt. Die führende Rolle der 'Ndrangheta im internationalen Drogenhandel sei bestätigt worden.

Samstag, 2. Mai 2015

4,5 Millionen Euro der 'Ndrangheta in der Schweiz beschlagnahmt

Die Schweiz ist ein Standort der ‘Ndrangheta. Auch der mächtige Bellocco-Clan hatte dort seine Strukturen aufgebaut. Güter der Familie im Wert von 4,5 Millionen wurden heute in Kalabrien konfisziert.



Immobilien, Grundstücke und Gewerbe im Wert von 4,5 Millionen Euro. So viel hat das Gericht Reggio Calabria heute in Kalabrien beschlagnahmen lassen. Die Güter waren zum größten Teil im Besitz des ‘Ndrangheta-Bosses Michele Bellocco aus Rosarno (Kalabrien).Die Polizei hatte ihn 2012 gemeinsam mit rund zwanzig Clan-Mitgliedern festgenommen. 

Auch in der Schweiz ist es damals zu Hausdurchsuchungen und Verhaftungen gekommen: Carlo Antonio Longo, der ab 2008 mit seiner Familie im Tessin lebte, wurde verhaftet. Die italienische Staatsanwaltschaft verdächtigte ihn, Geldwäsche für die Bellocco zu betreiben.Die Schweizer Fedpol und die italienische Polizei hatten weitere kriminelle Geschäfte aufgedeckt, die mit Longo zusammenhingen: Ein italienischer Callcenter -Unternehmer hatte Schutz vor einem anderen Mafia-Clan gesucht und sich an die Belocco gewandt.

Das Angebot des Clans: Schutz gegen Unternehmensanteile, die von Longo vermittelt worden waren. Zu einem späteren Zeitpunkt hatte der Clan versucht, das ganze Unternehmen an sich zu reißen. Die von der italienischen Polizei und der Fedpol geführte Aktion hatte damals gezeigt, wie die ‘Ndrangheta auch außerhalb Italiens aktiv ist.