Samstag, 9. Mai 2015

Villa von Mafia-Boss Toto Riina als Polizeikaserne eingeweiht


Die Villa, die als letztes Versteck der langjährigen Nummer eins der sizilianischen Cosa Nostra, Salvatore Riina, gedient hatte, ist am Samstag bei einer feierlichen Zeremonie unweit von Palermo als Polizeikaserne eingeweiht worden.




Das Gebäude, das nach der Verhaftung Riinas im Jahr 1993 leer stand und seitdem verfiel, wurde zuletzt Renovierungsarbeiten unterzogen.

Die neue Carabinieri-Kaserne wurde in Anwesenheit von Italiens Innenminister Angelino Alfano und vom Bürgermeister Palermos, Leoluca Orlando, eingeweiht, berichteten italienische Medien. „Der Staat hat gesiegt und die Mafia verloren. Das bezeugt die Tatsache, dass Riinas letzter Versteck jetzt eine Kaserne für die Carabinieri ist, die die Sicherheit der Stadt Palermo und Siziliens garantieren“, sagte der Innenminister.

In der Luxusvilla mit umfangreichen Gärten und Swimmingpool hatte Riina seine letzten Tage als freier Mann verbracht. Nach seiner Festnahme war das Gebäude mit einer Wohnfläche von 500 Quadratmetern beschlagnahmt worden und anschließend nach und nach verfallen.

Der frühere Mafia-Boss soll die in den 1990er-Jahren verübten Morde an den Antimafia-Richtern Giovanni Falcone und Paolo Borsellino in Auftrag gegeben haben. Zudem wird Riina für die Bombenanschläge in Rom, Florenz und Mailand im Jahr 1993 verantwortlich gemacht.


Insgesamt sollen 150 Morde auf sein Konto gehen, weshalb der 84-Jährige zwanzigfach zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Nachdem Riina zwei Jahrzehnte lang flüchtig war, wurde er 1993 in Palermo gefasst. Diese Woche wurde er wegen schweren Gesundheitsbeschwerden ins Spital eingeliefert.
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