Freitag, 5. Juni 2015

Roms Mafia verdient massiv an Flüchtlingsgeldern


Die römische Staatsanwaltschaft, die am Donnerstag 44 Personen festgenommen hat, deckte mafiöse Organisationen auf, die dank der Flüchtlingsversorgung Millionen generierten.



Sechs Monate nach dem Skandal "Mafia Capitale" um enge Verstrickungen zwischen organisiertem Verbrechen und Politik erschüttern neue Ermittlungen im großen Stil die italienische Hauptstadt. Die römische Staatsanwaltschaft, die am Donnerstag 44 Personen festgenommen hat, deckte mafiöse Organisationen auf, die dank der Flüchtlingsversorgung Millionen lukrierten.


Aufträge zugeschanzt

Die 44 Festgenommenen werden verdächtigt, einem Netz von Politikern und Geschäftsleuten anzugehören, die sich lukrative öffentliche Aufträge für Flüchtlingseinrichtungen zugeschanzt haben. Pro Flüchtling zahlt der italienische Staat 35 Euro täglich für Unterbringung und Verpflegung. Die Aufnahmelager für Flüchtlinge werden oft von sozialen Organisationen betrieben. Sie haben sich aber auch als wichtige Geldquelle für einige Betreiber entwickelt, die sich offenbar in enger Partnerschaft mit korrupten Politikern und Beamten lukrative Verträge dafür gesichert haben.

Luca Odevaine - einer der Mitdrahtzieher und Mafioso


Von der organisierten Kriminalität unterwanderte Genossenschaften sollen laut Roms Staatsanwälten die Flüchtlingseinrichtungen betrieben haben, um einerseits satte Profite einzustreichen und andererseits Politiker und Verwaltungsmitarbeiter zu schmieren.
Zu den Drahtziehern der Organisation zählt der am Donnerstag verhaftete Luca Odevaine, Mitglied der für die Zuweisung der Flüchtlinge zuständigen Kommission beim Innenministerium.





Gegen die gesamte Führung der Genossenschaft "La Cascina", die mehrere Flüchtlingseinrichtungen in der Region Latium mit der Hauptstadt betreibt, wird ermittelt. Ihr Sitz wurde gründlich durchsucht. Zu den Festgenommenen zählen Politiker aus allen Lagern, darunter das Mitglied des Regionalparlaments im Latium, Luca Gramazio, der zu den Spitzenmitgliedern der Forza Italia um Ex-Premier Silvio Berlusconi zählt. 

Luca Gramazio


Er soll Schmiergelder in Höhe von 98.000 Euro in drei Raten erhalten und für die Anstellung von zehn Personen gesorgt haben, die dem skandalumwitterten Unternehmer Salvatore Buzzi nahe standen. Buzzi gilt mit dem im Dezember festgenommenen römischen Mafiaboss Massimo Carminati als Drahtzieher der Affäre "Mafia Capitale".

Salvatore Buzzi



Mafia kein regionales Problem

Die Ermittlungen zeigen wieder einmal, dass die Mafia schon lange kein regional begrenztes Problem mehr ist. Die römische Mafia ist unabhängig von der Cosa Nostra in Sizilien, der 'Ndrangheta in Kalabrien oder der Camorra um Neapel entstanden. Längst haben die Clans ihre Macht auch in der Hauptstadt ausgebaut.

Nach der neuen Festnahmewelle forderten Oppositionsparteien wie die populistische Lega Nord und die Fünf Sterne-Bewegung den sofortigen Rücktritt des römischen Bürgermeisters Ignazio Marino. Dieser verweigerte jedoch seine Demission. "Wir arbeiten weiter. In den letzten Monaten haben wir viel Aufräumarbeit geleistet. In den Institutionen der Gemeinde sitzen jetzt anständige Personen", versicherte Marino, der dem Mitte-Links-Lager angehört.

Premier Matteo Renzi forderte exemplarische Strafen für die Drahtzieher der "Mafia Capitale" und versprach neue Anstrengungen im Kampf für Transparenz in der Politik und in der öffentlichen Verwaltung. Der Generalsekretär der italienischen Bischofskonferenz CEI, Bischof Nunzio Galantino, verurteilte die Affäre. Es sei abscheulich, mit dem Schicksal von Flüchtlingen Geld zu machen.

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Donnerstag, 4. Juni 2015

Neue Mafia-Großrazzia in Rom

Neue Mafia-Ermittlungen im großen Stil erschüttern die italienische Hauptstadt Rom. Im Zuge einer Razzia wurde dort sowie in anderen Orten des Latiums und auch in Sizilien und den Abruzzen die Festnahme von 44 Menschen angeordnet, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Betroffen sind auch einige Regionalrats- und Gemeinderatsmitglieder.





Unter anderem sollen die Festgenommenen illegale Geschäfte mit Flüchtlingsunterkünften und öffentlichen Geldern gemacht haben. Sie werden der Korruption und des Betrugs beschuldigt. Gegen mehr als 20 Menschen laufen zudem Ermittlungen.

Vergangenes Jahr hatte ein Mafia-Skandal Rom erschüttert, bei dem bereits Dutzende Verdächtige festgenommen worden waren. Heraus kam, dass die Mafia längst in der Hauptstadt Fuß gefasst hatte und mit Politikern, Verwaltung und Unternehmern unter einer Decke steckte.

Massimo Carminati



Die Ermittlungen drehten sich vor allem um den römischen Mafiaboss und ehemaligen neofaschistischen Terroristen Massimo Carminati. Der sitzt seitdem im Gefängnis.
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Kanadische Polizei zerschlägt Mafia-Drogenring

Nach zwei Jahren Vorbereitung hat die Polizei in Kanada einen Drogenring der Mafia zerschlagen. Dabei nahm sie viele Verdächtige fest.



Die kanadische Polizei hat einen Mafia-Drogenhändlerring ausgehoben und 19 Verdächtige festgenommen. Nach zweijährigen Ermittlungen schlugen am Dienstag 260 Polizeibeamte im Raum Toronto zu, wie die Royal Canadian Mounted Police am Mittwoch mitteilte.




Die Verdächtigen im Alter von 26 bis 66 Jahren sollen mehreren Familien der kalabrischen Mafiaorganisation 'Ndrangheta angehören. Ihnen werden unter anderem Drogenhandel, Waffenhandel, Erpressung und Geldwäsche vorgeworfen.

Die Durchsuchungen zahlreicher Gebäude im Toronto dauerten am Mittwoch an. Zunächst wurden drei Schusswaffen, 8,5 Kilogramm Kokain, sieben Kilogramm Cannabis, Bargeld sowie mehrere Autos beschlagnahmt.

Mittwoch, 3. Juni 2015

Mafia-Boss erstaunt, dass man einfach zurücktreten kann

Der Postillion schreibt heute: 
Reggio Calabria (dpo) - Seit mehr als 30 Jahren steht Luigi Tegano (73) unangefochten an der Spitze des Tegano-Klans – ein Job, der ihm schon längst keinen Spaß mehr macht. 
Doch Aussteigen schien für den 'Ndrangheta-Mafioso unvorstellbar – bis er gestern in den Nachrichten den Rücktritt von FIFA-Präsident Sepp Blatter miterlebte. 


Foto: Shutterstock


"Dass man als Chef einer kriminellen Vereinigung einfach so hinschmeißen kann, ohne sofort um die Ecke gebracht zu werden, war wie eine Erleuchtung für mich", so Tegano. "Das mache ich auch."

Schon beim Rücktritt von Papst Benedikt XVI. im Jahr 2013 hatten ihn erste Zweifel an seinem Weltbild beschlichen. Doch ganz sicher war er sich nicht. "Schließlich sieht und hört man von Benedikt auch nichts mehr", erklärt er. "Ich vermute, dass er mit Betonschuhen im Tiber liegt." 

Sepp Blatter dagegen scheint nach wie vor wohlauf und unversehrt zu sein. Sicherheitshalber will Tegano aber nach eigenen Angaben noch zwei Wochen abwarten, ob Blatter erschossen wird, bevor er selbst offiziell seinen Rücktritt einreicht.

Mafioso und Opfer in selbe Zelle gesteckt

Die Causa um die Messerstecherei in der Pizzeria Camorra ist um ein skurriles Detail reicher. In der Justizanstalt Josefstadt waren der mutmaßliche Täter und sein Opfer sechs Wochen lang in derselben Zelle untergebracht - und das, nachdem der eine den anderen beinahe umgebracht haben soll.



Der 28-jährige Marokkaner war wegen Mordversuchs angeklagt, er soll seinem 24-jährigen Landsmann am 2. April 2014 in der Pizzeria Camorra einen lebensgefährlichen Bauchstich versetzt haben. Der jüngere Mann war wegen eines kleineren Delikts ebenfalls eingesperrt - in derselben Zelle.


Nach Wodka-Juice in Strömen verhöhnte der Marokkaner Khalid (24) seinen Landsmann Mohamed Y. (28): "Deine Freundin schläft doch mit jedem." Folge: ein Handgemenge, bei dem der Provokateur ein Messer in den Bauch bekam – und nur dank einer Notoperation überlebte.

Donnerstag vor Gericht bestritt Mohamed Y. versuchten Mord: "Es war ein Unglück in Notwehr." Zeugen des blutigen Streits am 2. April 2014 sitzen mittlerweile selbst wegen Straftaten in Haft und haben "nichts gesehen". Zwei sind untergetaucht.

Diese Situation war für das Opfer nicht angenehm, seinem Rechtsvertreter zufolge hat sich der junge Mann vor dem mutmaßlichen Täter gefürchtet. Aus juristischer Sicht ist die gemeinsame Unterbringung ebenfalls fragwürdig, weil es zwischen Täter und Opfer zu gegenseitiger Beeinflussung kommen kann.

Von Seiten der Justizanstalt bedauert man den Fehler, so etwas komme einmal in tausend Jahren vor "und leider gerade bei uns", so ein Sprecher gegenüber Ö1. Allerdings habe sich der 24-Jährige nie beschwert. Was der Opfer-Anwalt anders sieht, er räumt aber mögliche Verständigungsschwierigkeiten ein.

Die Staatsanwaltschaft achtet üblicherweise darauf, dass Komplizen nicht gemeinsam in einer Zelle einsitzen, um mögliche Absprachen zu vermeiden. Das Computersystems der Haftanstalt ist sogar mit den Täterdaten der Staatsanwaltschaft verknüpft, nicht aber mit den Opferdaten.

Das Verfahren gegen den 28-Jährigen ist übrigens mit der Bestätigung eines rechtskräftigen Freispruchs zu Ende gegangen.


Richter Ulrich Nachtlberger schrieb sie zur Fahndung aus und vertagte auf Mai. Die Pizzeria "Camorra" gibt es nicht mehr. Was Wien sicherer macht.

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Das Blut der Mafia auf Heiligenbildern

Gedeckt, ermuntert, verehrt: Eine TV-Doku beleuchtet die unheilvolle Verbindung von katholischer Kirche und italienischer Mafia. Das entscheidende Problem spart der Film aber aus.

Von Matthias Drobinski




Der Film beginnt mit dem vorläufigen Ende. Papst Franziscus steht in Kalabrien und sagt: "Diejenigen, die in ihrem Leben die Straße des Bösen einschlagen, wie die Mafiosi, sind nicht in Gemeinschaft mit Gott. Sie sind exkommuniziert. “Der Papst exkommuniziert die Mafia“ - in diesem Fall konkret die kalabresische 'Ndrangheta. Das war im vergangenen Jahr.

Auch seine Vorgänger Papst Johannes Paul II. und Benedikt XVI. verurteilten das organisierte Verbrechen in Italien, doch so klar und hart wie der amtierende Pontifex hat das noch kein Papst getan. Es ist der zumindest offiziell endgültige Bruch einer unheilvollen Verbindung, die zur Schuldgeschichte der katholischen Kirche in Italien gehört: Jahrzehntelang konnten sich Mörder als gute Katholiken inszenieren. Gedeckt und ermuntert von den Priestern in der Region, aber auch von höchsten Kirchenmännern im Vatikan.

Der britische Journalist und Historiker John Dickie ist dieser Schuldgeschichte nachgegangen. Den Film, der aus seinen Recherchen entstanden ist, zeigt nun Arte. Die Dokumentation ist seriös und solide gemacht und bietet vor allem einige spektakuläre Bilder.


Mafia-Versteck mit schimmelnder Dusche und Hanf-Plantage

Zum Beispiel, wenn Dickie in eines der unterirdischen Verstecke steigt, in denen die Bosse der 'Ndrangheta sich monatelang verbergen konnten, mit einer schimmelnden Dusche und einer unterirdischen Hanf-Plantage mit künstlichem Licht. Er zeigt die enge Verbindung von Religion und Verbrechen. Die Aufnahmerituale, bei denen der Kandidat Blut auf ein Heiligenbildchen tropfen lässt, das dann verbrannt wird.

Heiligenprozessionen, die diskret von den 'Ndrangheta-Bossen gesteuert werden und die allen Bewohnern einer Stadt zeigen, wer die Macht hat. Er beschreibt, wie die Mafia in Italien so groß und mächtig werden konnte: Die Amerikaner förderten sie nach dem Krieg, Italiens Christdemokraten arbeiteten mit ihr zusammen, die Vatikanbank half, das Geld zu waschen - alles im Namen des Antikommunismus und der angeblichen Rettung des Landes.

Und Dickie besucht auch jene Katholiken, die gegen dieses Bündnis von Religion und Gewalt kämpfen und auch heute noch bedroht werden. Das Verdikt des Papstes hat seine Grenzen: Immer noch bleiben Prozessionen vor den Häusern der Mafiabosse ehrfürchtig stehen, immer noch leben Priester gefährlich, die sich gegen die "ehrenwerte Gesellschaft" stellen.


Die 'Ndrangheta hat unterirdische Bunker längst verlassen

Das alles zusammen liefert einen guten Überblick, der zwar Neues bringt, sich aber trotzdem gut anschauen lässt - von ein paar Längen beim volkshochschulmäßigen historischen Rückblick abgesehen. Einem Problem allerdings stellt der Film sich nicht: Vielleicht kommt das Verdikt von Franziskus zu spät, um wirklich wirken zu können. Die 'Ndrangheta hat die unterirdischen Bunker längst verlassen. In den Jahren des Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi sind sie Teil des globalisierten Geschäfts geworden, und man weiß gar nicht mehr so recht, wo das Legale aufhört und das Illegale anfängt.

Die Kirche mit ihrem bisschen Vatikanbank braucht das organisierte Verbrechen längst nicht mehr.


Der Papst und die Mafia, Dienstag, Arte, 20.15 Uhr

Samstag, 30. Mai 2015

Aus Angst vor der Mafia keine Wahlen

Bei den Regional- und Kommunalwahlen haben die Bewohner des süd-italienischen Dorfes Platì buchstäblich keine Wahl: 




Aus Angst vor der kalabrischen Mafia 'Ndrangheta hat sich kein einziger Kandidat gemeldet. Vor 30 Jahren wurde der Bürgermeister von Platì nach einem Streit mit Gangstern erschossen, derzeit kümmert sich ein vom Staat eingesetzter Verwalter um die Alltagsgeschäfte des Ortes. Die 'Ndrangheta kontrolliert weite Teile des europäischen Kokainhandels.

Freitag, 29. Mai 2015

'Ndrangheta: 45 Personen verurteilt, 25 freigesprochen

Erpressung, Wucher, Drogen- und Waffenhandel: 'Ndrangheta, die Mafia-Vereinigung der süditalienischen Region Kalabrien, ist auch im Piemont sehr aktiv.




In Turin ist am Donnerstag ein großer Prozess gegen mutmaßliche Mitglieder der 'Ndrangheta, der Mafia in der süditalienischen Region Kalabrien, zu Ende gegangen. Das Turiner Berufungsgericht verurteilte zweitinstanzlich 45 Personen, 25 wurden freigesprochen.

Zwölf Jahre Haft wurden über den 'Ndrangheta-Boss Salvatore Giorgio Demasi verhängt, der enge Beziehungen zu Politikern gepflegt und mit Wählerstimmen gehandelt haben soll. In erster Instanz war er zu 14 Jahren Haft verurteilt worden. Die Verurteilten können noch beim Kassationsgericht, der letzten und dritten Instanz im italienischen Strafsystem, Einspruch gegen die Strafe einreichen.




Die meisten Angeklagten waren im Zuge der größten Untersuchung von Mafia-Verstrickungen im Großraum Turin der vergangenen 15 Jahre ausgeforscht worden. Als Nebenkläger nahmen die Gemeinde Turin und die Region Piemont teil.


Auch Bürgermeister angeklagt

Angeklagt waren auch einige Bürgermeister piemontesischer Gemeinden, denen Mafia-Verstrickungen vorgeworfen wurden. Infolge der Ermittlungen wurden die Gemeinderäte wegen krimineller Unterwanderung aufgelöst. Die meisten Angeklagten waren im Juni 2011 bei einer groß angelegten Razzia wegen Erpressung, Wucher sowie Drogen- und Waffenhandels festgenommen worden.

Immobilien, Wohnungen und Grundstücke, zehn Unternehmen und 200 Bankkonten im Wert von über 70 Millionen Euro wurden im Rahmen der Ermittlungen beschlagnahmt. Die Anti-Mafia-Behörde DIA koordinierte die Ermittlungen.

Die 'Ndrangheta ist laut den Staatsanwälten im Großraum von Turin gut verankert. Sie soll unter anderem Kaufleute und Bauunternehmen erpresst haben. 150 Personen waren 2011 im Rahmen der Razzia verhaftet worden. Etwa die Hälfte wurde bereits in einem Prozess verurteilt, der am 2. Oktober 2012 zu Ende gegangen ist.
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Mittwoch, 27. Mai 2015

Die sieben mächtigen Mafia-Clans in Palermo zerschlagen

Im Rahmen der Operation Verbero hat die italienische Polizei 39 Mafiosi festgenommen. Sie enthüllte dabei die Struktur der Cosa Nostra in einem Bezirk von Palermo.




Ein Mandamento – das ist in der Sprache der Cosa Nostra ein Gebiet, auf dem eine oder mehrere Familie herrschen. Die Stadt Palermo hat acht  Mandamenti: Boccadifalco, Brancaccio, Pagliarelli, Passo di Rigagno, Porta Nuova, Resuttana, Santa Maria di Gesù und San Lorenzo. Das Mandamento von Pagliarelli war eins der mächtigsten – bis heute.

Am Dienstagvormittag hat die Polizei 39 Cosa-Nostra-Mitglieder festgenommen –  20 davon sitzen nun im Gefängnis, 13 stehen unter Hausarrest und  sechs sind auf Bewährung frei. 300 Carabinieri waren im Rahmen der Operation Verbero der Anti-Mafia-Behörde Palermos beschäftigt. 

Die Ermittler haben dabei die Struktur des Mandamento von Pagliarelli enthüllt. Ein Dreigespann führte es: Die Bosse Giuseppe Massimiliano P. (41), Alessandro A. (40) und Vincenzo G. (37). Alle drei wurden in den frühen Morgenstunden festgenommen.


Das Mandamento verdiente hauptsächlich mit Drogenhandel Geld – insbesondere mit Haschisch aus dem Piemont oder aus Kampanien.
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Mafia-Boss nach 30 Jahren in Brasilien gefasst

Brasiliens Polizei hat in einer Gemeinschaftsaktion mit Interpol einen italienischen Mafia-Boss festgenommen, der seit 1986 auf der Flucht war. In seinem Heimatland Italien wurde er im Zusammenhang mit 20 Mordfällen in der Zeit von 1980 bis 1983 zu lebenslanger Haft verurteilt. Italien dürfte seine Auslieferung beantragen. Italiens Innenminister Angelino Alfano dankte Brasilien und sprach von einem außergewöhnlichen Erfolg.




Den Ermittlern gelang es, den Verdächtigen anhand von Fingerabdrücken zu identifizieren. Pasquale Scotti sei in Recife im Nordosten des südamerikanischen Landes festgenommen worden, teilte die Polizei am Dienstag mit. Mehr als 30 Jahre war er auf der Flucht.

Der 56-Jährige wurde 1991 in Abwesenheit von einem italienischen Gericht wegen des illegalen Besitzes von Feuerwaffen, Erpressung und mehr als 30Tötungsdelikten verurteilt. Scotti galt früher als rechte Hand des mächtigen neapolitanischen Camorra-Chefs Raffaele Cutolo.


Überführt anhand von Fingerabdrücken


Zuletzt wurde er 1983 verhaftet und dabei bei einer Schießerei mehrfach getroffen. Weihnachten 1984 gelang ihm die Flucht aus einem Krankenhaus. Laut Polizei bemühen sich die italienischen Behörden bereits um die Auslieferung.

Dienstag, 26. Mai 2015

39 Mafiosi in Palermo verhaftet

Eine große Anti-Mafia-Operation in Palermo brachte den Carabinieri reiche Beute. In der Morgendämmerung hat die Polizei 39 Personen verhaftet. Den Mafiosi werden die Bildung einer kriminellen Vereinigung, Verschwörung, Drogenhandel, Erpressung, mehrfacher Mord und Bestechung vorgeworfen.. Beschlagnahmt wurden bei dieser Aktion Hunderte von Kilogramm Drogen.


Alessandro Alessi





Dabei handelte es sich um mächtige Familienclans der "Pagliarelli", "Corso Calatafimi" und "Villaggio Santa Rosalia angeführt von dem Boss Massimiliano Giuseppe Perrone. Weitere gefährliche Bosse gingen den Carabinieri dabei ins Netz, so auch Alessandro Alessi und Vincenzo Giudice.







Dabei stellte sich heraus, dass diese Clans innerhalb kürzester Zeit riesige Geschäfte abwickelten, die je Drogenauftrag und Lieferung nie 500.000 €. Unterschritten.

Bei der Operationen wurden 400 Kilo Haschisch, 250 Kilogramm Kokain, 200 Kilogramm und 560 Kilogramm Heroin sichergestellt.
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