Dienstag, 12. April 2016

Mafia arbeitet mit Terroristen zusammen

120 führende Mafia-Ermittler tagen gerade in Zauchensee. Sie wollen das Verschmelzen von Mafia und Terrorgruppen verhindern. Spuren führen auch nach Österreich.




Die Männer mit den schwarzen Sonnenbrillen, die auffällig unauffällig nahe der Talstation in Zauchensee Stellung bezogen haben, könnte man auf den ersten Blick für Touristen halten. Erst auf den zweiten fallen die Waffen auf, die sie unter ihren Jacken tragen. Es sind Bodyguards, die für die Sicherheit von Staatsanwälten und führenden Ermittlern sorgen. 120 Kriminalisten und Staatsanwälte aus 40 Ländern tagen aktuell in dem kleinen Bergdorf im Pongau. Sie alle bekämpfen die organisierte Kriminalität (OK). Banden, die mit Raubserien, Drogen- Menschen- und Waffenhandel Millionen verdienen. Organisiert wie eine Firma, mit klarer krimineller Arbeitsteilung und einem Hang zur Gewalt.


Trend bereitet den Ermittlern dabei besonders Sorgen

 

Banden der organisierten Kriminalität arbeiten immer enger mit Terrorgruppen wie dem Islamischen Staat (IS) zusammen. Andreas Holzer, Leiter der OK im Bundeskriminalamt: "Wenn beide Seiten Gewinne erzielen können, dann verschmelzen die Organisierte Kriminalität und Terrogruppierungen zusehends." So würden organisierte Banden etwa Waffen für IS-Kämpfer besorgen. Nicht selten wechseln am Ende aber nicht nur Waffen die Seiten, sondern auch Männer.



"Die Terroristen rekrutieren unter den OK-Banden neue Kämpfer." Dass OK-Gruppen ein guter Nährboden für die Fänger des IS sind, zeigt ein Fall aus Wien, der den internationalen Ermittlern in Zauchensee präsentiert wurde: Jener Handlanger einer tschetschenischen Bande, die in der vergangenen Woche in Wien zerschlagen wurde, da sie über 240.000 Euro Schutzgeld erpresst hatte, war ein IS-Sympathisant. Er wurde auf dem Heimweg von einer Moschee verhaftet, wenig später fand man eine IS-Flagge in seiner Wohnung. "Wir beobachten hier einen besorgniserregenden Trend."

Die Männer mit den schwarzen Sonnenbrillen, die auffällig unauffällig nahe der Talstation in Zauchensee Stellung bezogen haben, könnte man auf den ersten Blick für Touristen halten. Erst auf den zweiten fallen die Waffen auf, die sie unter ihren Jacken tragen. Es sind Bodyguards, die für die Sicherheit von Staatsanwälten und führenden Ermittlern sorgen. 120 Kriminalisten und Staatsanwälte aus 40 Ländern tagen aktuell in dem kleinen Bergdorf im Pongau. Sie alle bekämpfen die organisierte Kriminalität (OK). Banden, die mit Raubserien, Drogen- Menschen- und Waffenhandel Millionen verdienen. Organisiert wie eine Firma, mit klarer krimineller Arbeitsteilung und einem Hang zur Gewalt.


Entwicklung hin zum Terrorismus soll gestoppt werden

 

Mit dem Projekt "Organised Crime - Coordinators Network", das in Zauchensee seinen Startschuss feiert, soll diese Entwicklung aufgehalten werden. Das Bundeskriminalamt setzt dabei auf eine enge Zusammenarbeit mit Ermittlern aus Georgien, Ukraine, Moldawien, Ascherbaidschan, Armenien, Weißrussland und Russland. In jedem Land werden spezielle Koordinatoren eingesetzt, die eine schnelle, unbürokratische Zusammenarbeit für die kommenden zwei Jahre ermöglichen. 90 Prozent der Kosten werden von der EU finanziert.

Für die kommenden Monate stehen 700.000 Euro zur Verfügung. Wie erfolgreich die länderübergreifende Kriminalitätsbekämpfung sein kann, bewies bereits ein ähnliches Projekt, das 2015 endete: 214 Täter wurden festgenommen, über eine Tonne Heroin und 165 Kilo Kokain, sowie unzählige Waffen sichergestellt. Dass sich bereits damals eine Kooperation der Mafia mit Terrorgruppen abzeichnete, beweist folgender Fall: In Montenegro wurde ein Drogenbaron verhaftet, der mit seinen Geschäften die Terrormiliz Al-Kaida finanzierte.