Montag, 12. Dezember 2016

Aufsteigender Camorra-Boss in Neapel erschossen

Ein aufsteigender Boss der Camorra, der Mafia in Neapel, ist am Sonntagnachmittag im berüchtigten Viertel Scampia auf offener Straße erschossen worden. Bei dem Opfer handelt es sich um den 30 Jahre alten Francesco Angrisani, der als wichtiger Teil des Camorra-Clans Vanella-Grassi gilt. Dieser Clan kämpft um die Kontrolle krimineller Geschäfte im Großraum von Neapel.




Fehde zwischen rivalisierenden Clans

Bei der Schießerei wurde auch ein 23-jähriger Vorbestrafter verletzt. Er befindet sich im Krankenhaus in Lebensgefahr, berichteten italienische Medien. Die Polizei ermittelt.

In Neapel ist schon seit Monaten eine Fehde zwischen rivalisierenden Clans der Camorra im Gange. Nachdem in den vergangenen Monaten mehrere prominente Bosse der Camorra festgenommen worden sind, hat eine junge Generation die Führung der kriminellen Geschäfte übernommen, analysierten Experten. Junge, skrupellose Kriminelle würden über ein riesiges Waffenarsenal verfügen. Ein beispielloser Krieg zur Kontrolle des Territoriums und der illegalen Aktivitäten wie Drogen- und Waffenhandel sowie Prostitution und Wucher tobe im Großraum von Neapel, der fast vier Millionen Einwohner zählt.


Festnahmen in Apulien

Zugleich wurden am Montag 58 Mafiosi im süditalienischen Apulien festgenommen. Sie sind Anhänger der lokalen Mafia-Organisation „Sacra Corona Unita“. Den Festgenommenen werden Drogen- und Waffenhandel, sowie mehrere Morde zur Last gelegt.


Die Sacra Corona Unita und andere apulische Verbrecherorganisationen sind der jüngste Spross der italienischen Mafia. Sie gehen auf traditionelle Schmugglerfamilien an der Küste Apuliens und andere kriminelle Gruppierungen zurück. Die italienischen Strafverfolgungsbehörden gehen von rund 95 Clans mit etwa 1.800 Mitgliedern aus.
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Montag, 5. Dezember 2016

57 Kilo reinstes Kokain der Mafia beschlagnahmt

Am Samstag hat die Straßenpolizei bei der Autobahn-Mautstelle in Sterzing einen grauen Multivan des Typs Hyundai H1 mit deutscher Kenntafel aufgehalten. In Inneren saß ein Ehepaar aus Fondi in der Region Latium, das aus dem ersten Blick keinerlei Verdacht erregte. Doch der Schein trügte.

Während der 52-jährige C. G. ursprünglich aus Savona stammt, ist seine Frau, die 45-jährige D. C. auch in Fondi geboren.



Ursprünglich hatte die Polizei größere Fahrzeuge im Visier, um zu verhindern, dass Flüchtlinge illegal über die Grenze gebracht werden. Obwohl sich keine weitere Person im Wagen aufhielt, wurden die Beamten dennoch stutzig. Zunächst waren der Mann und die Frau nicht die Besitzer des Fahrzeugs. Stattdessen war der Wagen auf einen Mann in Rastatt in der Nähe von Baden-Württemberg ausgestellt. Die Stadt liegt nur 22 Kilometer von Karlsruhe entfernt und befindet sich in der Nähe zur französischen Grenze.

Um sicherzustellen, dass das Fahrzeug nicht gestohlen worden war, kontaktierten die Ordnungshüter die deutschen Polizeibehörden.

Im Verlauf der Kontrolle verhielt sich der Mann sichtlich immer nervöser. Er beteuerte, dass er es eilig habe und seine Reise in Richtung Süden fortsetzen müsse. Allerdings konnte er keinen Grund für seine Eile angeben. Auch wie er in den Besitz des Wagens gekommen ist, konnte der Mann nicht plausibel erklären.
Er behauptete, in Frankfurt Freunde anlässlich des anstehenden Weihnachtsfestes zu haben und nun auf dem Rückweg zu sein.

Den Wagen, den er demnächst kaufen wolle, habe er von einem Konzessionär aus Rom erhalten. Um welchen Konzessionär es sich handelte, konnte der Mann jedoch nicht sagen.

Das Navigationsgerät im Fahrzeug förderte jedoch einen ganz anderen Streckenverlauf zutage. Demnach war der Mann am Freitag von Rom nach Rotterdam gestartet und befand sich nun wieder auf dem Rückweg nach Rom. Deshalb wurde das Fahrzeug in die Kaserne nach Sterzing gebracht.

Dort wurde unterhalb eines Hintersitzes ein kleiner Schnitt entdeckt. Als die Beamten den Stoffbezug hochhuben, entdeckten sie eine Schweißnaht. Schließlich ahnten die Ordnungshüter, was hinter dem Rätsel stecken könnte. Ein Drogenhund aus Padua, der zur Unterstützung der Polizeikontrollen auf dem Bozner Weihnachtsmarkt eingesetzt wird, wurde gegen 16.00 Uhr nach Sterzing gebracht. Der Hund schlug sofort an.

Das Fahrzeug wurde demnach weiter auseinander genommen, bis die Ordnungshüter auf eine Aluminiumplatte stießen, die mit vier Schrauben gesichert war. Das Teil war offensichtlich erst später eingebaut worden.

Als die Platte entfernt wurde, entdeckten die Beamten 56, 912 Kilogramm reinstes Kokain, das in 51 Packungen aufgeteilt war.

Für das Ehepaar klickten die Handschellen. Während der Mann ins Bozner Gefängnis gebracht wurde, landete seine Partnerin im Frauengefängnis in Trient.
Neben den Drogen wurden auch das Fahrzeug, vier Handys, zwei SIM-Karten, das Navigationsgerät, drei Führerscheine, die alle auf den Mann ausgestellt waren, und Bargeld in der Höhe von 1.400 Euro beschlagnahmt. Die polizeilichen Ermittlungen werden unterdessen fortgesetzt.



Sonntag, 4. Dezember 2016

Mord im Mafiastil in Hechingen

In Hechingen im Zollernalbkreis wurde auf ihn aus einem vorbeirasenden Wagen geschossen, als er sich vor einer Gaststätte befand. Aus einem fahrenden Auto heraus ist der deutschen Stadt Hechingen ein 22 Jahre alter Mann auf offener Straße angeschossen und tödlich verletzt worden. Der Täter ist auf der Flucht, die Hintergründe völlig unklar.



Auch kleinste Details würden zurückgehalten, um den Ermittlern nicht ins Handwerk zu pfuschen, heißt es am Morgen nach der Tat. Zu Spekulationen gebe man ohnehin keine Kommentare ab. Einer davon soll am Donnerstagabend aus einem fahrenden Auto heraus einen 22-Jährigen erschossen haben. Plötzlich fällt ein Schuss und trifft einen Mann, der vor dem Casino steht. "Das Sicherheitsgefühl der Menschen derzeit ist nachhaltig gestört", sagte Salomon: "Es gibt das Gefühl, dass man sich alleine, vor allem nachts, nicht mehr auf die Straße trauen kann".

Der 22-Jährige, zu dessen Identität zunächst nichts mitgeteilt wurde, starb noch am Tatort. Herbeigerufene Rettungskräfte versuchten vergeblich ihn zu reanimieren. Der Mann stand nach Angaben der Staatsanwaltschaft vor der Gaststätte "Ochsen" in der Altstadt. Der Schütze war in einem roten Kleinwagen unterwegs. Das Auto habe auf der linken hinteren Tür einen dunklen Fleck - möglicherweise ein Tierkopfaufkleber, ähnlich einem Tigerkopf. An die beiden Kickboxer etwa, die binnen weniger Monate in Bietigheim-Bissingen und Neu-Ulm vor ihren Wohnungen erschossen wurden.


Die Polizei in beiden Orten klingt am Freitag nicht sehr optimistisch, was die Aufklärung dieser Fälle angeht. Die Kriminalpolizei in Rottweil ermittelt. "Absolut keine Parallelen", sieht ein Sprecher zu dem Fall in Hechingen. Noch in der Nacht veröffentlichte die Polizei einen Fahndungsaufruf, bat um Hinweise und forderte Zeugen der Tat auf, sich zu melden. Dem wolle man entgegenwirken - und setze auf "sichtbare Präsenz". Die Bevölkerung in und um Freiburg sei verunsichert. 

Freitag, 2. Dezember 2016

Polizei fasst Mafiaboss Marcello Pesce

Er war bekannt als "der Tänzer" und galt als einer der einflussreichsten Mafiosi Italiens: In Kalabrien hat die Polizei Marcello Pesce gefasst. Der reagierte auf seine Festnahme gelassen.



Die italienische Polizei hat einen Mafia-Boss festgenommen, der sechs Jahre lang untergetaucht war. Marcello Pesce sei am Donnerstagmorgen in der kalabrischen Stadt Rosarno gefasst worden, teilte die Polizei mit. Als die Mafiajäger die Wohnung stürmten, habe Pesce im Bett gelegen und sei nicht bewaffnet gewesen, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa.

Laut Polizei sagte Pesce, der in der Szene als "U Ballerinu" ("der Tänzer") bekannt ist, zu einem der Beamten: "Ich kenne Sie, ich habe Sie schon im Fernsehen gesehen."

Der Mafiaboss galt als Anführer des Pesce-Clans, der zu den einflussreichsten Clans der Mafia-Vereinigung 'Ndrangheta zählt. Die in der Region Kalabrien beheimatete 'Ndrangheta gilt als die mächtigste der italienischen Mafiaorganisationen.


Pesce war einer der meistgesuchten Kriminellen Italiens. Die Polizei veröffentlichte auf Twitter ein Video von der Festnahme und von dem Versteck Pesces in der Altstadt von Rosarno. Ansa zufolge wurden auch zwei Komplizen festgenommen.

Mittwoch, 30. November 2016

Wiener Mafia-Prozess läuft hermetisch abgesichert

Im Prozess gegen eine mafiöse Bande aus Sizilien, die unter anderem Schutzgeld-Erpressungen begangen haben soll, hat am Dienstag im Wiener Landesgericht der Hauptbelastungszeuge ausgesagt. Der Mann wurde von teilweise vermummten Justizwachebeamten in den Gerichtssaal gebracht, in dem sich schwer bewaffnete Wega-Beamte postiert hatten. Der Zeuge selbst trug eine schusssichere Weste.



Der Mann hatte die insgesamt sieben Angeklagten rund um den angeblichen Bandenboss Edin D. alias „Edo“ im Ermittlungsverfahren massiv belastet. Er hatte ursprünglich in einem Lokal gearbeitet, das die Gruppierung erpresst haben soll, wechselte dann die Seiten und war für „Edo“ tätig - für seine Beteiligung an Erpressungen wurde er in einem separat gegen ihn geführten Verfahren im vergangenen August in erster Instanz zu drei Jahren teilbedingter Haft verurteilt.


Dass er mit den Strafverfolgungsbehörden kooperiert und sein Wissen dem Bundeskriminalamt und der Staatsanwaltschaft anvertraut hat, wirkte sich bei der Strafbemessung mildernd aus. Für die Anklagebehörde offenbar zu milde - sie legte Strafberufung ein, über die Mitte Dezember verhandelt wird. Bis dahin ist der Mann in einem Gefängnis untergebracht, wo er seinen Angaben zufolge seit vergangenem August von einem Mithäftling bedroht wurde, der inzwischen in eine andere Justizanstalt verlegt worden ist. Auf den Mann, der „Edo“ ans Messer geliefert hatte, soll außerdem ein „Kopfgeld“ von 250.000 Euro ausgelobt worden sein.

Mittwoch, 23. November 2016

Zeuge in Wien sagt in Mafia-Prozess aus

Am Dienstag ging es im Wiener Mafia-Prozess zur Sache. 16 bewaffnete Bewacher füllten nach Drohungen gegen Zeugen den Saal. Dann überraschte ein Ex-Profikicker und Gastronom mit Mumm.




Er hat’s getan! Seit Prozessbeginn gegen eine Mafia-Bande um Boss Edo D. (38), die von Gastronomen in Wien 500.000 Euro Schutzgeld erpresst haben soll, war fraglich: Werden eingeschüchterte Opfer aussagen? Am Montag wurden sogar Todesdrohungen gegen Belastungszeugen bekannt. Doch am Dienstag machte ein Pfeiler der Anklage den Unterschied zwischen Mann und Memme deutlich: Alen ­O. (32) berichtete, wie ihn die Gang, die sich "Struja" nannte, terrorisiert und ausgenommen hat.

Alen O. war Fußball-Profi, bis ihn eine Verletzung stoppte. Mit Krediten versuchte er einen Neustart als Gastronom – und eröffnete das "Cafe City" in Ottakring. "Nach zwei Jahren lief das Lokal blendend", erzählt der Zeuge, "dann gab es plötzlich eine wüste Schlägerei." Am nächsten Tag erschien Edo D. mit Gefolge und sagte, er könne für Ruhe und Sicherheit sorgen. Der Cafetier müsse nur "Struja"-Personal engagieren.

Aus einem Türsteher wurden vier, die nie erschienen, aber 1.600 Euro im Monat kosteten und in Summe 20.000 Euro Spesen abpressten. Muckte Alen O. auf, lag sein Nichtraucherbereich in Scherben. Oder Boss Edo zeigte eine Pistole und fragte: "Weißt du nicht, wer wir sind?" Das Opfer wünschte die Gang ins Grab – und sollte als Strafe dafür 50.000 Euro zahlen. "Da habe ich mein Cafe verkauft", seufzt der Zeuge – und auch die Staranwälte der Gang zeigen Wirkung. Fortsetzung am nächsten Dienstag.

Kickbox-Weltmeister mit Schüssen von Mafia hingerichtet

Auf offener Straße schießt ein Unbekannter in Neu-Ulm mehrfach auf einen Mann. Der stirbt nach einer Notoperation kurze Zeit später im Krankenhaus. Jetzt ist klar: Es handelt sich um einen ehemaligen Kickbox-Weltmeister.



Ein bewaffneter Maskenmann hat seine Flucht auch fünf Tage nach seinen tödlichen Schüssen auf ein Opfer in Neu-Ulm fortgesetzt. Der Täter hatte einen 37-Jährigen am Freitag mit mehreren Schüssen niedergestreckt. Das Opfer starb in der Nacht zum Samstag nach einer Notoperation. Trotz zahlreicher Hinweise blieb die Fahndung nach dem Täter zunächst erfolglos. "Der entscheidende Hinweis war noch nicht dabei", sagte ein Polizeisprecher.

Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, soll es sich bei dem toten Mann um den mehrfachen russischen Kickbox- und Mixed-Martial-Arts-Weltmeister Musa Musalaev handeln. Wie die "Bild" spekuliert, könnte Musalaev Beziehungen zur russischen Mafia gehabt haben. Eine Bestätigung gibt es dafür nicht.


Musa Musalaev stirbt  in Neu-Ulm: Mörder war nicht alleine

Zeugen wollen den Schützen mit einer Pistole oder einem Revolver gesehen haben. Er sei komplett in Schwarz gekleidet und mit einer Sturmhaube maskiert gewesen. Nach der Tat flüchtete er nach Polizeiangaben zunächst zu Fuß und stieg dann nicht weit vom Tatort als Beifahrer in ein wartendes Auto. Die Beamten gehen deshalb von einem Komplizen aus. Die Täter hätten das Opfer wohl gekannt.

Anwohner hatten am Freitag gegen 18.00 Uhr Schüsse vor einem Hochhaus gehört, die Polizei verständigt und dem Opfer, das in dem Haus wohnte, Erste Hilfe geleistet. Als die Beamten eintrafen, war der Wagen mit dem Schützen bereits verschwunden. Das Polizeipräsidium alarmierte einen Hubschrauber und zahlreiche Einsatzkräfte. Das Fahrzeug und die beiden Insassen blieben aber zunächst verschwunden. Eine Beschreibung des Wagens fehlte zunächst. Die Ermittler suchen nach Zeugen, die auch im Vorfeld der Tat in dem Wohngebiet auffällige Dinge bemerkt haben.



Cosa Nera - die Neue Mafia in Palermo / VIDEO

In Italien scheint sich durch die Flüchlingskrise eine Katastrophe ungeahnten Ausmaßens anzubahnen. Cosa Nostra hat jetzt an Cosa Nera - „die Schwarze Axt“ Reviere abtreten müssen. Das führt zu blutigen Auseiandersetzungen in den Stadtteilen. Erst gestern wurden in Palermo 17 Funktionäre der neuen nigerianischen Mafia verhaftet. Durchweg Migranten aus Nigeria. Die Cosa Nera ist durch extreme Brutaliät, ausgedehntes Foltern und Initiationsrituale berüchtigt, bei denen Menschenblut getrunken wird. Die Schwarze Axt dient bei Taten als Unterschrift.


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Die Schwarze Axt ist auch schon in Norditalien etabliert. In Mailand wurde ein Tempel entdeckt, der den Initiatonsritualen diente. Eine Kaserne, deren Verwendung als Asylantenheim 6000 Bürger der Umgebung vergeblich zu verhindern versuchten, dient jetzt ebenfalls als Stützpunkt. 

Sonntag, 20. November 2016

Berlusconi unter dem Schutz der Mafia / VIDEO

Der frühere italienische Regierungschef Silvio Berlusconi soll fast 20 Jahre lang unter dem Schutz der sizilianischen Mafia gestanden haben. Das geht aus der Begründung eines Urteils gegen einen Vertrauten Berlusconis hervor, aus der italienische Medien zitierten. Nach Angaben des Berufungsgerichts in Palermo fungierte der frühere Senator Marcello dell’Utri „als Vermittler eines Paktes zwischen Silvio Berlusconi und der Mafia“.



Demnach genoss der „Cavaliere“ zwischen 1974 und 1992 gegen Bezahlung großer Bargeldsummen den Schutz der Cosa Nostra.

Dell’Utri, der wegen seiner Verbindungen zur Mafia im März zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilt worden war, stellte den Angaben zufolge den Kontakt zwischen dem damals aufsteigenden Geschäftsmann Berlusconi und den Mafiabossen her…
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'Ndrangheta in Münster

Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt findet, angesprochen auf die Mafia-Verbindungen nach Münster, klare Worte: Einen Generalverdacht gegen italienische Gastronomen oder Mitbürger gebe es definitiv nicht – und, so betont er: „Es gibt auch keine Anhaltspunkte für Straftaten.“ Na sowas…!



Ein Ermittler der italienischen Antimafia-Behörde DIA widerspricht vehement. Es reicht nicht aus, diesen Leuten von weitem auf die Finger zu sehen. Überdies scheint es sehr sonderbar, dass gleich mehrere Restaurantbetreiber in Münster aus demselben Stadtteil von Crotone stammen wie der 55-jährige Geschäftsmann, der sich in Turin weiterhin dem Verdacht der Mafia-Zugehörigkeit stellen muss.

Nicht mal 3500 Einwohner zählt sein Herkunftsort, doch in Münster kann der Mann regelmäßig Bekannte treffen: Gastronomen, die beschlossen haben, im mehr als 2100 Kilometer entfernten Münsterland „Kulinarisches“ aus Italien anzubieten, was auch immer damit gemeint ist.

Dass allein der Name des besagten Stadtteils für negative Assoziationen in Italien sorgt, ist nicht verwunderlich, steht er doch immer wieder in Zusammenhang mit der ´Ndrangheta: mehrere Mafiamorde im Jahr 2008 als Beginn einer blutigen Fehde verfeindeter Clans, der Fund von Sprengkörpern, die Beschlagnahmung von Gütern und Immobilien im Besitz eines dort tätigen Clans im Jahr 2009, neun Verhaftungen im gleichen Ambiente 2010.


Zuletzt geriet der Ort Crotone im August 2016 in die Schlagzeilen, weil Ermittler laut übereinstimmenden italienischen Medienberichten dort ein riesiges Waffenarsenal aushoben, bei denen der 55jährige Pizzabäcker aus Münster wohl eine Rolle spielte.
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Freitag, 18. November 2016

Italienischer Staatssekretär wegen Mafia-Verbindungen verurteilt

Ein ehemaliger Abgeordneter und Staatssekretär in der letzten Regierung Silvio Berlusconis ist wegen Verstrickungen in Mafia-Geschäfte zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Ein Gericht im italienischen Santa Maria Capua Vetere bei Neapel sprach Nicola Cosentino am Donnerstag schuldig, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete.



Die Richter sahen seine Verbindungen zu der neapolitanischen Mafiaorganisation Camorra als erwiesen an. Der 57-jährige Cosentino, der derzeit unter Hausarrest steht, saß für Berlusconis Forza Italia und PdL (Volk der Freiheit) als Abgeordneter von 1996 bis 2013 im Parlament. Die Vorwürfe der Mafia-Verstrickungen hatte er stets von sich gewiesen. Von 2008 bis 2010 war er Wirtschaftsstaatssekretär.


Cosentino war Ende 2011 ins Visier der Fahnder geraten, durfte zunächst aber wegen seiner parlamentarischen Immunität nicht verhaftet werden. Auf Berlusconis Druck hin war Cosentino bei den Parlamentswahlen 2013 nicht mehr angetreten.

Donnerstag, 10. November 2016

Tiroler von Mafioso hingerichtet - Fahndung

Grauen am Morgen: Ein Lkw-Fahrer war Montag früh auf die Leiche gestoßen. Ein Mann lag neben dem Parkplatz "Steinerne Stiege" in Söll (Tirol), sein Killer hatte ihn mit einer Schusswaffe hingerichtet. Nun hat die Polizei eine neue Spur: Laut Landeskriminalamt Tirol handelt es sich bei dem Toten mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen 28-jährigen Sizilianer mit Wohnsitz vermutlich in Deutschland / Ruhrgebiet. Er hatte zuletzt im süddeutschen Raum gelebt.


Um die Ermittlungen nicht zu gefährden, will die Behörde vorerst keine weiteren Informationen veröffentlichen. Von der Tatwaffe dürfte nach wie vor jede Spur fehlen. Es werden Zeugen gesucht, die in der Nacht auf Montag verdächtige Dinge rund um den Busparkplatz "Steinerne Stiege" gehört oder gesehen haben. Hinweise bitte an die Kriminalpolizei unter  Österreich-059133 70 3333.

Italienischer Bischof weist Mafia-Spenden zurück

Keine Spenden mehr vom organisierten Verbrechen: Ein Bischof in Kalabrien hat nach eigenen Angaben Spendengelder von mutmaßlichen Mafia-Mitgliedern abgelehnt. „Man kann mit schmutzigem Geld keine Kirchen bauen, auch wenn das bedeutet, dass man Projekte aufgibt“, hat Francesco Oliva der Zeitung „La Repubblica“ vom Donnerstag gesagt.



Auslöser war eine Spende von 10 000 Euro für die Reparatur des Kirchendachs in Bovalino in der süditalienischen Diözese Locri-Gerace. Die Spende sei von einem Geschäftsmann gekommen, der im vergangenen Monat wegen möglicher Verbindungen zur 'Ndrangheta, der kalabrischen Mafia, festgenommen worden war. Er habe den Priester von Bovalino aufgefordert, die Spende zurückzugeben, sagte Bischof Oliva. Für ihn sei dies eine eindeutige Entscheidung gewesen. „Mit blutbeflecktem Geld kann man nichts Schönes erbauen.“

Bischof: „Mit blutbeflecktem Geld kann man nichts Schönes erbauen.“

In der Vergangenheit war der katholischen Kirche oft vorgeworfen worden, Mafia-Verbrechen zu ignorieren. Bei seinem Besuch in Kalabrien vor zwei Jahren exkommunizierte Papst Franziskus jedoch die Mafiosi. Die 'Ndrangheta gilt als eine der mächtigsten Verbrecherorganisationen weltweit und ist für einen großen Teil des Kokainschmuggels nach Europa verantwortlich.

Montag, 31. Oktober 2016

Italienischer Mafia-Boss auf Mallorca verhaftet

Beamte der Policía Nacional und der italienischen Anti-Mafia-Einheit DIA verhafteten in der vergangenen Woche ein hochrangiges Mitglied des italienischen Mafia-Clans “Zazo-Mazzarella”.


Der Mann wird schon seit 2014 von den Behörden in Italien per internationalen Haftbefehl gesucht. Er steht in Verdacht auf Geldwäsche durch den Handel mit deutschen Luxusautos und der Bestechung hoher italienischer Finanzbeamte.

Nachdem die Behörden auf Mallorca am vergangenen Montag erfahren hatten, dass sich der Gesuchte auf Mallorca aufhalten könnte fahndeten sie intensiv nach ihm. Am Mittwoch konnte er dann festgenommen werden.


Inzwischen befindet er sich zur Auslieferung nach Italien in Madrid.
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Sonntag, 23. Oktober 2016

Mafia-Clan Marrazzo empfindlich geschwächt

In Italien sind bei einem Schlag gegen den ’ndrangheta-Clan Marrazzo 36 Personen festgenommen worden. Der Clan Marrazzo hat seinen Sitz in Belvedere Spinello bei Crotone, im Süden von Kalabrien, ist aber in ganz Italien und anderen Ländern Europas aktiv. 




Daher erfolgten die Festnahmen auch in ganz Italien. Über 150 Beamtinnen und Beamte der Sicherheitskräfte waren daran beteiligt. Den Festgenommenen wird neben der Mitgliedschaft in der Mafia Drogenhandel, Mord, Erpressung, illegaler Waffenbesitz und die Unterstützung flüchtiger Verbrecher vorgeworfen.

Interessant an der Anklage ist, dass Mitglieder der Clans auch internationale Großunternehmen erpresst hatten und von ihnen einen Anteil von fünf Prozent ihrer Ausgaben für Baumaßnahmen einstrichen, darunter das US-amerikanische Ölunternehmen Halliburton sowie den Dienstleister Baker Hughes.



Die Familie Marrazzo war (zumindest in der Vergangenheit) auch in Deutschland aktiv. Sie kooperierte früher mit dem Clan Vrenna und geriet so in Ermittlungen des LKA in Düsseldorf. Beispielsweise bekam ein Mitglied der Familie Marrazzo in Düsseldorf größere Geldbeträge aus Italien per Post zugesandt, der Vorwurf der Geldwäsche stand damit im Raum.


Ferner soll das Clanmitglied einen Raubüberfall auf einen Geldboten geplant haben, der dann auch stattfand, ebenfalls in Düsseldorf. In Italien fand die Polizei heraus, dass das Clanmitglied aus Düsseldorf für den Clan Vrenna große Mengen an Kokain nach Turin brachte. Später schieden sich die Wege der Familien Vrenna und Marrazzo.

Mittwoch, 19. Oktober 2016

Europol - schwerer Schlag gegen Bandenkriminalität

Der Polizei ist ein Schlag gegen Schleuserbanden und Drogenhändler gelungen: In einer europaweiten Aktion wurden mehr als 300 Verdächtige festgenommen. Im Fokus standen auch Cybercrime-Delikte.



Im Kampf gegen das organisierte Verbrechen haben Polizisten in der vergangenen Woche in ganz Europa 314 Verdächtige festgenommen und 2,38 Tonnen Kokain beschlagnahmt. Das teilte die EU-Polizeibehörde Europol mit. Die Aktion "Ciconia Alba" (Weißstorch) richtete sich vor allem gegen Schlepperbanden, Menschen- und Drogenhandel sowie Kreditkartenbetrug.

Alle 28 EU-Staaten sowie 24 weitere Länder seien beteiligt gewesen, teilte Europol mit. Von den Verdächtigen wurden die meisten wegen Cybercrime-Delikten festgenommen (193 Personen), Dutzende wegen Menschenhandels und Schleuserei sowie 18 Verdächtige wegen Drogenhandels.


Die Ermittler fanden eigenen Angaben zufolge 529 Opfer von Menschenhändlern und griffen 745 Migranten auf. Insgesamt habe die europaweite Aktion zur Einleitung von 449 neuen Ermittlungsverfahren geführt, so Europol.

Montag, 17. Oktober 2016

Mafia-Report - Verbrecherkonzerne in Deutschland

Die Drahtzieher und Bosse sitzen meist irgendwo im Ausland, planen von dort ihre Verbrechen im großen Stil und schicken Armeen von schweren Jungs - Auftrags-Kriminelle, Killer und Schlägertrupps nach Deutschland, die hier rauben, dealen, schmuggeln, Geld waschen, notfalls auch unliebsame Zeitgenossen liquidieren. In 566 Verfahren zur organisierten Kriminalität wurde 2015 ermittelt. Damit hat sich zwar die Anzahl gegenüber 2014 (571 Verfahren) kaum verändert, die Zahl der Mafia-Gruppen dagegen schon. Das meldet das Bundeskriminalamt.




„Mehr als ein Drittel der Verfahren entfiel auf Rauschgiftkriminalität“, erklärte BKA-Präsident Holger Münch in Wiesbaden. Eigentumskriminalität macht 14,8 Prozent aus, Wirtschaftskriminalität 11,8 Prozent. Die organisierte Kriminalität (OK) ist laut BKA stark von international agierenden Gruppen geprägt. 80 Prozent der Ermittlungsverfahren weisen internationale Bezüge auf. Der Anteil der Deutschen an den 8675 Tatverdächtigen sank auf gut ein Drittel. Der überwiegende Teil sind ausländische Staatsangehörige, und hier meist die sizilianische Cosa Nostra und die kalabresische `Ndragheta. 

Mafia - die Facebook-Generation

Bisher hatten alle Mafiosi eines gemeinsam: Die Schweigepflicht. Seit Generationen wurden die Rituale der Mafia streng geheim gehalten. Jetzt gilt diese Regel offenbar nicht mehr. 



Die neue Mafia-Generation protzt öffentlich mit Macht und Reichtum, wie das italienische Magazin "l'Espresso" berichtet. Naiv melden sich die Nachwuchs-Gangster unter falscher Identität in sozialen Netzwerken an. Der 28-jährige Mafioso Domenico Palazzotto postet Bilder von sich in pompösen Limousinen und auf Luxus-Yachten bei Hummer und Champagner-Dinner.



Genau wie er verwenden viele aufstrebende Mafiosi Facebook und WhatsApp, um zu zeigen, dass sie in den angesagtesten Clubs und an den schönsten Stränden feiern. So veröffentlicht auch ein anderer Nachwuchs-Gangster Bilder von seinem Rennboot. Das Problem: Bisher galt unter Gangstern die Schweigepflicht. Seit Generationen wurden die Rituale der Mafia streng geheim gehalten. Eine neue Generation macht nun die Straßen Siziliens unsicher – und prahlt damit auf Facebook. 



Sie sind leichter zu schnappen! Ermittler sind sich sicher, dass das Online-Protzen den Untergang für viele Mafiosi bedeuten wird, denn auch sie verfolgen die virtuellen Streifzüge der Gang-Mitglieder. Domenico Palazzotto war einer von 95 Mafiosi, die im Juni in der Operation "Apocalypse" festgenommen wurden. Doch seit kurzem wird es wieder ernst. Die "alten Bosse" scheinen die "Jungen" wieder an die Kandarre zu nehmen.


Donnerstag, 13. Oktober 2016

Mafiaboss im Schlafzimmerschrank gefasst / FILM / VIDEO

Fünf Jahre lang versteckte sich Antonio Pelle vor der Polizei - die letzten Minuten davon in einem Schrank. Die Polizei filmte die Verhaftung des Capo der kalabrischen 'Ndrangheta.





Der "Mamma" genannte Italiener (54) war Boss der Stadt San Luca und wurde bereits 2009 zu zwanzig Jahren Haft verurteilt. 2011 flüchtete er allerdings aus einem Krankenhaus und war seitdem untergetaucht. Seitdem befand er sich auf der Liste der 30 meist gesuchten Verbrecher Italiens.

Er erlangte besondere "Berühmtheit", als 2007 eine Blutfehde zwischen seinem Clan und einer anderen 'Ndrangheta-Familie zu einem Massaker im deutschen Duisburg mit sechs toten Italienern führte.




Jetzt wurde Pelle in einer Wohnung in der Kleinstadt Bovalino gefasst. Er hatte sich einem Schrank verschanzt, der den Eingang zu seinem Versteck verdecken sollte. Die Polizei filmte seine Verhaftung und den skurrilen Moment, als der Italiener aus dem Kasten kam.

Nach Mafia-Schießerei in Erfurt Verfahren gegen Angeklagte eingestellt

Im Prozess um die armenische Mafia-Schießerei vor einer Erfurter Spielhalle gibt es eine überraschende Wende: Gegen fünf der elf Angeklagten wurde das Verfahren gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt.



Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Gera dem MDR Thüringen. Das Landgericht Erfurt sei einem entsprechenden Antrag gefolgt. Die fünf Männer müssen Auflagen zwischen 2.500 und 1.000 Euro zahlen.

Grundlage für den Antrag auf Einstellung sei die Auswertung eines Überwachungsvideos gewesen. Auf diesem ist die Schießerei am 13. Juli 2014 vor einer Erfurter Spielhalle zu sehen. Ein Gutachter hatte im Prozess erklärt, dass nicht allen Angeklagten eine aktive Teilnahme zweifelsfrei nachzuweisen sei. Es sei nicht nachzuweisen, dass sie eine Waffe in der Hand gehalten oder damit geschossen hätten. Daher wäre eine Verurteilung zu einer Haftstrafe gegen diese Fünf nicht zu erwarten gewesen, so die Staatsanwaltschaft.

Nach Informationen des MDR betreffen die eingestellten Verfahren auch die beiden mutmaßlichen Köpfe der armenischen Mafia-Gruppe in Erfurt. Beide organisieren seit mehr als acht Jahren die Geschäfte in Thüringen. Dabei halten sie auch Kontakte zu anderen armenischen Mafia-Clans in Deutschland, Frankreich, Belgien, Italien oder Armenien.