Mittwoch, 8. Juli 2015

Schlag gegen Cosa Nostra: 1,6 Mrd. Euro beschlagnahmt

Mafiöse Unternehmer im Visier der Fahnder – Konfiszierter Betrag ist einer der höchsten der vergangenen Jahre




Rom – Der Anti-Mafia-Polizei auf Sizilien ist ein Schlag gegen die Cosa Nostra gelungen. Immobilien, Bargeld und Grundstücke im Wert von 1,6 Milliarden Euro wurden bei einigen bekannten Unternehmern aus Palermo beschlagnahmt. Ihnen werden Verstrickungen mit Clans aus der Mafia-Hochburg Corleone vorgeworfen.

Ins Visier der Fahnder sind fünf im Bauwesen aktive Geschwister geraten. Sie sollen jahrelang mithilfe ihrer Verbindungen zur Cosa Nostra Bauaufträge erhalten haben.
Sie hatten Trusts aufgebaut, um sich öffentliche Bauaufträge zu sichern, berichteten italienische Medien. Laut der Polizei ist der konfiszierte Betrag einer der höchsten der vergangenen Jahre.



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Den Verdächtigen wird vorgeworfen, mit Hilfe der Cosa Nostra öffentliche Bauaufträge bekommen zu haben. Anti-Mafia-Organisationen hatten die Familie 2013 noch als Vorbild gelobt, weil sie gegen mehrere Mafiosi ausgesagt hatte.

Die Cosa Nostra, die kalabrische 'Ndrangheta und die Camorra in Neapel sind seit Jahrzehnten eine Mafia-Plage in der italienischen Gesellschaft. In den vergangenen Jahren haben sie ihre Aktivität vom Süden in die norditalienischen Städte ausgedehnt. Die Rezession in der Wirtschaft hat die in Italien tief verwurzelte Korruption weiter wuchern lassen.


Auf dem Korruptionsindex von Transparency International rangierte Italien 2014 unter den 177 untersuchten Ländern auf Platz 69, wobei der erste Platz dem Land mit der geringsten Korruption gebührt. In der Europäischen Union (EU) belegt Italien zusammen mit dem von Pleite bedrohten Griechenland den letzten Platz.
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