Sonntag, 25. August 2013

Camorra-Boss machte Urlaub: In der Strandbar festgenommen

In einer Strandbar ist den italienischen Mafia-Jägern am Sonntag ein seit langem europaweit gesuchter Camorra-Boss ins Netz gegangen.




Polizei-Sondereinheiten verhafteten den 34 Jahre alten Michele Di Nardo in der Nähe von Salerno direkt am Meer, wo er gerade Urlaub machte.

Er war mit mehreren Haftbefehlen wegen Zugehörigkeit zu einer kriminellen Mafia-Organisation und Erpressung gesucht worden, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete.


Michele Di Nardo  - gefürchteter Camorra-Boss


Di Nardo galt als der Kopf des im Rauchgiftgeschäft tätigen Mallardo-Clans, nachdem die frühere Clan-Führung hinter Gitter gebracht worden war. Im Zuge dieser Verhaftungswelle hatten die Ermittler etwa 900 Immobilien, rund 200 Bankkonten sowie mehrere Luxusautos beschlagnahmt, versiegelt oder gesperrt: Ermittler haben in Italien Mafia-Güter im Wert von 600 Millionen Euro sichergestellt. Sieben Mafiosi wurden festgenommen.

Unternehmen des kampanischen Mallardo-Clans hatten sich in Rom unter anderem auf Bauspekulation, illegalen Großhandel mit Getränken und Medikamenten sowie auf den Betrieb von Wettbüros spezialisiert. Dabei seien enorme Summen investiert worden, hieß es. Nicht zuletzt floss schmutziges Geld in das Rösten und den Vertrieb von Kaffee. Bars in Latium und Kampanien mussten den Kaffee dann abnehmen.

Solche Erfolge gegen die Mafia nach langen Ermittlungen gelingen immer wieder einmal. Vor allem die illegalen Geschäfte der Milliarden umsetzenden kalabrischen 'Ndrangheta machten wiederholt Schlagzeilen. Früheren Berichten zufolge hat sich die Mafia stark in Rom eingenistet - mit dem Ziel, Geld zu waschen, etwa in Restaurants und Betrieben rund um die legendäre Via Veneto.

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