Freitag, 27. Februar 2015

Mafia und organisierte Kriminalität unbesiegbar

Auf dem 18. Europäischen Polizei-Kongress stellte Prof. Dr. Ernesto U. Savona, Direktor des Joint Research Centre on Transnational Crime an der Universität Mailand, sein Forschungsergebnis vor, wonach die Organisierte Kriminalität (OK) allein in Europa jährlich circa 107 Milliarden Euro umsetzt und rund 600.000 Menschen in diesen Kriminalitätsbereich involviert sind.


 Prof. Dr. Ernesto U. Savona


Diese Werte entsprechen finanziell und personell dem Volkswagen-Konzern. Die kriminellen Hauptströme umfassen unter anderem Tabak, Drogen, Medikamente und Müll. Die illegalen OK-Gewinne werden insbesondere in Immobilien, legale Wirtschaftsunternehmen und Aktien investiert – getreu dem alten kapitalistischen Grundsatz “Geld macht Geld”.

Auf die nahe liegende Frage, was die EU gegen die OK tun könne, betonte Prof. Savona, dass individuelle Gefängnishaft wirkungslos sei, da jedes inhaftierte OK-Mitglied sofort ersetzt werde. Seiner Meinung nach helfe einzig und allein die staatliche Beschlagnahme der illegal angehäuften Werte. Diese Vorgehensweise stößt jedoch in zahlreichen EU-Staaten an rechtliche Grenzen – auch hierzulande.

Prof. Savona hat von der EU-Kommission den Auftrag erhalten, sein bisheriges Forschungsprojekt – das finanzielle Aufkommen der OK in sieben EU-Staaten wissenschaftlich zu analysieren – auf alle Mitgliedsstaaten der Union auszuweiten. Mithilfe eines “Mapping and Measuring”-Ansatzes werden anhand offener Daten wie zum Beispiel Liegenschaftskataster oder Geo-Daten Analysekategorien gebildet, befüllt und dann ausgewertet.

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