Dienstag, 10. Februar 2015

Mit der Camorra am Ball


Vergangene Woche wurde in Italien das Gerichtsjahr eröffnet. Eines der schlimmsten Probleme ist demnach immer noch die Unterwanderung des Fußballs durch Mafia und Camorra. Eine unheilvolle Verbindung, die wohl auch in Deutschland Fuß fasst.




Neapel hat viele Gesichter. Die süditalienische Stadt im Schatten des Vesuvs ist die Stadt der Razzien, der Camorra und des Fußballs. Die Verbindungen der Camorra zum Spitzenfußball sind dabei seit Jahren sehr eng. Es geht um Macht und Geld. Das Management einer Fußballmannschaft führt zu Kontakten mit potenten Unternehmern und der Politik. Zudem gibt es im Fußball große Geldflüsse – legale und illegale.

Ein besonderes Interesse der Camorra gilt den Fußballwetten, die genutzt werden, um Geld zu waschen. Spiele werden manipuliert, indem bei unterklassigen Mannschaften einer oder mehrere Spieler bestochen werden, damit am Ende das richtige Ergebnis herauskommt.

Doch die Camorra längst ist nicht nur in Italien unterwegs. Ihre Spuren führen auch nach Deutschland. Während die Camorra in Neapel mitunter sehr gewalttätig ist, muss sie sich im Ausland hinter Geschäftsleuten unsichtbar machen. Auch hier geht es um Geldwäsche und Wettbetrug. Fast täglich stoßen Monitoringunternehmen auf verdächtige Wettquoten. In zweiten und dritten Ligen soll es Mannschaften geben, die komplett aus manipulierenden Spielern bestehen.