Montag, 16. Dezember 2013

Mallorca / Chef der russischen Mafia in Untersuchungshaft

Nach der Einvernehmung durch die Ermittlungsrichterin ist für den am Mittwoch vergangener Woche (11.12.) auf Mallorca festgenommenen mutmaßlichen Chef der russischen Organisation Taganskaya am Sonntag Untersuchungshaft ohne Kaution angeordnet worden. Die Organisation unterhält auch enge Verbindungen zur 'Ndangheta. Alexander Romanov sowie seiner Frau werden neben der Zugehörigkeit zu einer kriminellen Vereinigung die Delikte Geldwäsche, Dokumentenfälschung, Steuerbetrug sowie die Verletzung von Arbeiterschutzrechten vorgeworfen.


Villa des Mafia-Bosses Romanov


Der ebenfalls festgenommene Anwalt muss ebenfalls in Untersuchungshaft, in seinem Fall wurde jedoch eine Kaution in Höhe von 100.000 Euro festgelegt, die innerhalb von fünf Tagen zu zahlen ist. Der Anwalt soll Romanov bei den Investitionen zur Geldwäsche auf Mallorca beraten haben.
Die Guardia Civil hatte mit der "Operation Dirieba" nach anderthalbjährigen Ermittlungen zu einem großen Schlag ausgeholt. Die Gruppe Taganskaya soll sich vor vier Jahren auf Mallorca niedergelassen haben. Laut Guardia Civil handelt es sich um eine der bedeutendsten mafiosen Netzwerke Moskaus.


Anwalts- und Steuerkanzlei Sastre & Asociados in Palmas


Eine Einsatzgruppe der Guardia Civil stürmte am Mittwoch das Hotel Mar y Pins in Peguera. Romanov wurde zusammen mit seiner Frau und seinen Schwiegereltern in seiner luxuriösen Villa festgenommen, die sich direkt neben dem Hotel in erster Meereslinie befindet. Eine weitere, mehrstündige Durchsuchung fand in der Anwalts- und Steuerkanzlei Sastre & Asociados in Palmas Altstadt statt. Die Aktion in der Fußgängerzone erregte großes Aufsehen. Auch die Villa von Amado Jaime in der Nähe des königlichen Marivent-Palasts in Cala Major wurde durchsucht.

Die Organisation hatte sich laut den Ermittlern darauf spezialisiert, sich in Russland unter Gewaltandrohung Unternehmen einzuverleiben: Die Firmeninhaber wurden erpresst, Geschäftspartner und Lieferanten unter Druck gesetzt. Nach der Übernahme zog die Organisation die Gewinne ab und ließ die Unternehmen bankrott gehen. Die Gelder aus den Machenschaften wurden dann auf Mallorca investiert.

Die Ermittler gehen davon aus, dass der Russe mit dem Kauf des Hotels Mar i Pins in Peguera im Südwesten von Mallorca rund 6 Millionen Euro gewaschen haben könnte. "Ich habe mein Geld ehrlich verdient", sagte dagegen Romanov nach seiner Festnahme gegenüber den Polizisten. Die Festgenommenen sollten am Samstag dem Haftrichter vorgeführt werden.

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