Dienstag, 3. Dezember 2013

Hanau: Mafiosi vor Gericht

Wegen eine Reihe von Delikten stehen in Hanau vier mutmaßliche Mafiosi vor Gericht. Unter anderem sollen sie Weinhandlungen in Frankfurt und Umgebung betrieben haben, um Schutzgeld zu erpressen.

 
 
 
Vier mutmaßliche Mafiosi müssen sich seit Dienstag vor dem Landgericht Hanau verantworten. Vorgeworfen wird ihnen Schutzgelderpressung, Drogenhandel, unerlaubter Waffenbesitz und Urkundenfälschung. Angeklagt sind vier Italiener zwischen 28 und 55 Jahren. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass das Quartett der 'Ndrangheta angehört, einer Vereinigung der kalabrischen Mafia.
 
Die vier Männer sollen von Juli 2012 bis Anfang 2013 in Hanau, Frankfurt und Umgebung einen Weinhandel als Kulisse genutzt und Betreiber von Lokalen erpresst haben. Laut Anklage belieferten sie die Geschäftsleute mit Wein zu überteuerten Preisen. So hätten sie ihr Schutzgeld eingetrieben. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, sollen sie auch brutal zugeschlagen haben, mit Knochenbrüchen und Mord gedroht haben.

Bei Durchsuchungen im Sommer fand die Polizei 500 Gramm Kokain, Waffen und Munition. Ein Angeklagter soll eine Fälscherwerkstatt betrieben und mit Zulassungspapieren von Autos gehandelt haben. Am Dienstag wurde die Anklage verlesen. Bei den Ermittlungen machten die Männer laut Oberstaatsanwalt Thomas Geschwinde Angaben, die als Teilgeständnisse gewertet werden könnten. Für das Verfahren kündigten sie an, keine weiteren Angaben machen zu wollen.
 
 
Mit kugelsicheren Westen
 
Für den Prozess hat das Landgericht zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Vor dem Sitzungssaal durchsuchten bewaffnete Polizisten mit kugelsicheren Westen die Zuhörer noch einmal.
Sechs Termine hat das Gericht bislang angesetzt. Die Richter tragen in der Verhandlung ebenfalls kugelsichere Westen.

Das Gericht hat dem Verteidiger-Antrag, erst kommende Woche fortzufahren, stattgegeben. Die Anwälte bemängeln unter anderem, dass sie wichtige Dateien und Unterlagen zu spät bekommen hätten. In der nächsten Sitzungswoche soll einer der Wirte aussagen. Dann sollen die Sicherheitsvorschriften noch einmal verschärft werden.
 
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