Mittwoch, 25. Dezember 2013

Silk Road 2.0: Neuer Drogenmarktplatz ist online

Etwas einen Monat, nachdem das FBI den Drogenmarktplatz Silk Road gesperrt hat, ist nun der Nachfolger online: die Silk Road 2.0. Unter dem Pseudonym des Dread Pirate Roberts, dem Avatar, den der Betreiber der ersten Silk Road verwendet hatte, wurde der Launch unter anderem auf Twitter angekündigt und Einlade-Codes dafür heraus gegeben. 



Die Startseite der neuen Silk Road parodiert den Sperr-Screen auf der alten Silk-Road-Adresse


Wie bei der ersten Silk Road erreicht man den Nachfolger nur, wenn man den Anonymisierungsdienst Tor nutzt. Bezahlen kann man die feilgebotenen Drogen, gefälschten Ausweise und sonstigen Waren wie gehabt nur mit der virtuellen Währung Bitcoin. Frühere Nutzer dürften sich in dem aktuell noch überschaubaren Angebot und dem Seitenlayout problemlos zurechtfinden. In einem Forumsbeitrag höhnt der neue Dread Pirate Roberts, dass das FBI zweieinhalb Jahre für seine Ermittlungen gegen die Silk Road gebraucht habe, um lediglich vier Wochen Funkstille zu erreichen.

Laut Informationen von Mashable ist das Forum zu der Seite bereits seit dem 7. Oktober online und hat derzeit rund 3100 Nutzer. 172 Händler der alten Silk Road sollen demnach bereits wieder mit an Bord sein. Bei der alten Silk Road habe es rund 110.000 Foren-Accounts gegeben, ferner 3877 Verkäuferprofile und 146.946 Käuferprofile. Waffen, Auftragsmorde und Kinderpornographie seien aus dem Angebot der neuen Silk Road ausgeschlossen, zitiert der Bericht den neuen Dread Pirate Roberts.




„Qualitätsheroin“ aus China gehört zu den Angeboten auf der Silk Road 2.0



Bei den US-Behörden blieb der Neustart nicht unbemerkt. Der US-Senator Tom Carper erklärte dazu, dass sich die Strafverfolger der dynamischen Weiterentwicklung der Technik unbedingt anpassen müssten. Dabei müssten kluge und sinnvolle Maßnahmen entwickelt werden, die die Öffentlichkeit schützen, ohne Innovationen und Wachstum zu behindern. Unter anderem werde es darum auch bei der kommenden Senatsanhörung im November gehen, die sich mit virtuellen Währungen wie Bitcoin befassen soll.

Ob die Seite an die Erfolge der früheren Silk Road anknüpfen kann – das FBI spricht von 1,2 Milliarden US-Dollar, die an Umsatz generiert wurden – bleibt abzuwarten. Ebenso, ob das Angebot wirklich authentisch ist oder vielleicht doch eine raffiniert konstruierte Falle. Auf Ross William Ulbricht, den mutmaßlichen Betreiber der ersten Silk Road, wartet nun in jedem Fall der Prozess. Ulbricht hat bereits alle Vorwürfe zurückgewiesen, in Folge der Razzia Anfang Oktober gab es auch schon eine eine Reihe von weiteren Verhaftungen.