Donnerstag, 27. März 2014

Drogenboss Guzmán will nur Bauer gewesen sein

Joaquín Guzmán Loera war der meist gesuchte Drogenboss der Welt. Der Anführer des berüchtigten Sinaloa-Kartells sieht das jedoch offensichtlich ganz anders: Er habe lediglich Mais, Hirse und Öldisteln angebaut, behauptet "El Chapo".


Klick auf Bilder vergrößert
"El Chapo" in einem Polizeihubschrauber in Mexiko-Stadt:
 In der Wahrnehmung vieler Menschen tat er Böses, um Gutes zu bewirken.



Mexiko-Stadt - Nach Einschätzung der Ermittler war er der mächtigste Drogenhändler der Welt. Doch Joachín Guzmán will nach eigenen Angaben nur ein einfacher Bauer gewesen sein. Er habe Mais, Hirse und Öldisteln angebaut, zitierte die Zeitung "Excélsior" aus Guzmáns Aufnahmepapieren im Gefängnis. Er gehöre keinem Drogenkartell an und habe monatlich nur 20.000 Pesos (umgerechnet rund tausend Euro) verdient.


Ein Mann posiert vor dem Haus, in dem "El Chapo" festgenommen wurde.
Gut möglich, dass solche Orte nun ähnliche Pilgerstätten werden
wie die Stationen im Leben von Pablo Escobar.


Der Anführer des Sinaloa-Kartells war im Februar in der Hafenstadt Mazatlán im Westen des Landes festgenommen worden. Laut einem Bericht der Zeitung "El Universal" setzt das Verbrechersyndikat allein mit dem Drogenhandel jährlich rund drei Milliarden US-Dollar um. Außerdem ist es in Produktpiraterie, Menschenhandel und Schutzgelderpressung verwickelt.



Beide saßen in Gefängnissen, in denen sie sich nach Gusto einrichteten. 
Hier ist die Zelle zu sehen, in der Escobar einst einsaß. 



Wohnzimmer und Küche der "Gefängniszelle" von Escobar: 
Er schaffte es sogar, 
in der eigens für ihn errichteten Haftanstalt namens La Catedral (Die Kathedrale) Rivalen 
zu empfangen und sie an Ort und Stelle zu ermorden. 







Vor seiner Festnahme war Guzmán 13 Jahre lang auf der Flucht. "El Chapo" soll tonnenweise Kokain in die USA geschmuggelt haben und für den Tod Tausender Menschen verantwortlich sein. Die USA hatten ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar (3,8 Millionen Euro) auf ihn ausgesetzt.

Auf der Jagd nach dem berüchtigten Drogenboss setzten die Fahnder auch modernste Technik ein: Selbst Überwachungsdrohnen seien dem Kriminellen mit Zustimmung des mexikanischen Militärs zwei Wochen lang gefolgt, sagte ein Mitarbeiter des Justizministeriums in Washington. Zur Festnahme hätten schließlich auch abgehörte Telefonate geführt.


Auf einer Mauer in Medellín steht: "Willkommen im Viertel von Pablo Escobar. Hier atmen wir Frieden!"

Viele Mexikaner sehen in Guzmán keinen brutalen Gangster und Massenmörder, sondern ein Wohltäter. Nach der Festnahme gingen Tausende Menschen auf die Straße, sie feierten "El Chapo" als Helden.

.