Sonntag, 2. März 2014

Piraten machen lukrative Müllgeschäfte mit italienischer Mafia

In einen neuen Geschäftszweig sind das organisierte Verbrechen in Italien und ostafrikanische Piraten eingestiegen. Sie verdienen bei der Müllentsorgung kräftig mit. Während man früher in „klassischen“ Zweigen des Verbrechens, wie Drogenhandel, illegale Grundstücksspekulation, Menschen- oder Waffenhandel verdiente, hat man sich modernen Anforderungen gegenüber „diversifiziert“. Die illegale europäische Abfallentsorgung, und hier vor allem die italienische, gerät immer mehr in den Einflussbereich der Mafia. Als Partner dienen moderne Piraten, die sich mit Waffenlieferungen bezahlen lassen.





Moderne Waffen gegen illegale Müllablagerungsplätze

Das Geschäft ist simpel. Die italienische Mafia versorgt die international geächteten ostafrikanischen Piratenclans mit hochmodernen Waffen. Im Gegenzug „erlauben“ die dortigen Warlords der italienischen Mafia die Endlagerung hochgefährlicher Abfallstoffe in „ihrem Hoheitsgebiet“. Die Waffen sollen über den westlichen Balkan per Schiff nach Somalia und andere Basisstaaten der Piraterie geliefert werden. Dazu wird der französischen Kriminologe Michel Koutouzis, als EU-Experte von den Medien zitiert: „Tonnen von Abfall werden jedes Jahr vor den Küsten Somalias, des Sudan und Eritreas vor der Nase unzähliger Kriegsschiffe, die Seefracht im Roten Meer und Golf von Aden kontrollieren, entsorgt“. Im Gegenzug gibt es nicht nur Waffen, sondern auch Bargeld. Dieses wird wiederum in bevorzugten Tourismusgebieten, wie etwa in Kenia gewaschen.





Umweltkriminalität hat oft tödliche Folgen


Obwohl man diese neue Art der Umweltkriminalität seit einem knappen Jahrzehnt kennt, wird seit Jahren wenig dagegen unternommen. Bereits nach dem Tsunami Ende 2004 sollen an der somalischen Küste Abfälle wie Spitalsmüll, Blei, Cadmium oder Quecksilber angeschwemmt worden sein. Die Folge waren Erkrankungen und Todesfälle. Spätschäden sollen bis heute in einzelnen Regionen gehäuft auftreten. Auf Grundlage von einschlägigen Studien soll nun der internationale Kampf gegen diese Art der modernen Kriminalität endlich aufgenommen werden. Der EU-Sonderbeauftragte Alexander Rondos hat entsprechende Initiativen angekündigt.