Dienstag, 18. November 2014

Geheimes Mafia-Aufnahme-Ritual / VIDEO

Erstmals ist es Ermittlern gelungen, die Aufnahme neuer Mafiosi in die ’ndrangheta zu dokumentieren. Während bei vergleichbaren Ritualen anderer Mafia-Organisationen schon mal Blut fließt, wirkt die jetzt gefilmte Aufnahme recht geschäftsmäßig.




Immer wieder nehmen italienische Carabinieri der Sondereinheit R.O.S Mafiosi fest; so geschah es auch am Dienstagmorgen bei einer Razzia gegen die ’ndrangheta, dem organisierten Verbrechen aus Kalabrien. Dabei wurden in der Region Mailand, in Verona und im sizilianischen Caltanissetta 37 Personen in U-Haft und drei in Hausarrest genommen. Erstmals aber gelang es während der langwierigen Ermittlungen, die Aufnahme von Kollaborateuren in den Rang verschworener ’ndrangheta-Mafiosi zu dokumentieren.





Das veröffentlichte R.O.S.-Video zeigt drei Männer während eines Essens an einem Tisch. Zu hören ist ein Mafioso, der unauffällig zwischen Hauptgang und Dessert „genau an diesem heiligen Abend, in der Stille der Nacht und unter dem Licht der Sterne und dem Glanz des Mondes“ zwei neue Mitglieder in die „heilige Kette“ einschwört. So versteht die Polizei den schwer verständlichen Mitschnitt.

Dieser Aufnahmeritus fand im Norden Italiens statt und zeigt für die Polizei, dass sich die kalabrische Mafia längst über ihre alten Grenzen hinweg ausgedehnt hat. Für die Aufnahme war nach Interpretation der Polizei ein Mafia-Boss aus Calolziocorte bei Lecco in der Lombardei, wohl der Chef und „Santa“, zu dem Treffen mit zwei neuen Mafiosi aus Cermenate und Fino Mornasco bei Como gekommen.


Die Treueschwüre, die die Carabinieri aufgezeichnet haben, sind quasi nur die Unterschrift unter eine Vereinbarung über die nächsten „Geschäfte“ und die Aufteilung der Gewinne. Danach müssen die bisher schon faktisch am Geschäft Beteiligten schwören, alle Verbrechen „bis zur siebten Generation zu verleugnen“, nicht vor Staat und Polizei sondern auch vor der eigenen Familie, die „gesamte kriminelle Gesellschaft von Anfang bis heute anzuerkennen“ und die „Ehre der Blutsbrüder zu schützen“.
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