Mittwoch, 9. April 2014

Innenminister Gall soll stärker gegen Mafia vorgehen

Der baden-württembergische Innenminister Reinhold Gall soll nach Auffassung der Opposition stärker gegen die Mafia kämpfen. FDP-Fraktionschef Rülke forderte außerdem eine engere Kooperation zwischen den deutschen und italienischen Behörden.


Der baden-württembergische Innenminister Reinhold Gall (SPD) soll den Kampf gegen die Mafia verstärken.


Stuttgart - FDP-Fraktionschef Hans Ulrich Rülke hat Innenminister Reinhold Gall (SPD) aufgefordert, stärker gegen die italienische Mafia vorzugehen. „Der Innenminister ist so beschäftigt mit seiner Polizeireform, dass solche Dinge zu kurz kommen“, sagte Rülke am Mittwoch in Stuttgart.

Gleichzeitig forderte Rülke eine intensivere internationale Kooperation zwischen den deutschen und italienischen Behörden. Im Jahr 2012 gab es im Südwesten 48 Ermittlungsverfahren im Bereich der Organisierten Kriminalität. Drei davon hatten Bezug zu den italienischen kriminellen Organisationen Camorra und ‚Ndrangheta, wie ein Sprecher des Innenministeriums mitteilte. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet, dass besonders der Südwesten bei der Mafia als Betätigungsfeld beliebt sei.

Den Recherchen zufolge leben in keinem anderen Bundesland mehr Mafia-Angehörige als hier: Die Medien sprachen von 145 mutmaßlichen Mitgliedern. „Baden Württemberg ist Rückzugs- und Fluchtraum der Mafia“, sagte der Chef des Landeskriminalamts, Dieter Schneider, dem Südwestrundfunk.

Die italienische Mafia mischt vor allem in Nordrhein-Westfalens Baugewerbe kräftig mit. Die vertrauliche Analyse des dortigen Landeskriminalamts liegt einem Rechercheverbund aus „Spiegel“, WDR und Funke-Mediengruppe vor. Süditaliener mit Bezügen zur Cosa Nostra würden an Rhein und Ruhr weiterhin Schwarzarbeiterkolonnen steuern.
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