Mittwoch, 16. April 2014

Mafia-Gruppen "expandieren" in Europa

Die Mitglieder des Lo-Russo-Klans gehörten in den vergangenen Jahren zu den Protagonisten im Machtkampf zwischen verschiedenen Camorra-Klans in Neapel.


Straßensperre der italienischen Polizei bei San Luca in Kalabrien. Bei Polizeiaktionen gehen den Fahndern immer wieder Mafia-Bosse ins Netz – ein durchschlagender Erfolg gegen das organisierte Verbrechen blieb bislang aus


Vor allem im Süden Italiens ist es den Strafverfolgungsbehörden bis heute nicht gelungen, die Unterwanderung ganzer Bereiche des gesellschaftlichen Lebens, der Politik und Wirtschaft durch Mafia-Gruppen zurückzudrängen. Doch 'Ndrangheta, Mafia und Camorra sind längst nicht mehr nur in Italien aktiv. Sie expandieren zunehmend ins Ausland und engagieren sich dort über verschachtelte Strukturen in der Realwirtschaft.

Europas Polizeibehörde Europol schlägt deshalb Alarm und spricht mit Blick auf die italienischen Klans von einer "heimtückischen Bedrohung" für Europa.

"Die Aktivitäten mögen im Vergleich zu anderen kriminellen Gruppierungen weniger sichtbar sein. Aber das Bild an Informationen, das sich auf Basis unseres Netzwerks an Kontakten in Europa ergibt, ist klar", schreibt Europol in einem aktuellen Lagebericht und mahnt eine bessere internationale Zusammenarbeit an.


Regierung in Rom ohne wirksames Konzept

Italiens Regierung fällt bisher nicht mit ambitionierten Vorstößen zur Verbrechensbekämpfung auf. Das Thema Anti-Mafia-Kampf scheint nicht auf der Prioritätenliste der Regierung in Rom zu stehen.


Zwar war Mitte vergangenen Jahres eine Arbeitsgruppe gebildet worden, die Gesetzesvorschläge gegen Geldwäsche unterbreiten soll. Doch das prominent besetzte Gremium machte zunächst nur wenig von sich reden.