Montag, 23. Juni 2014

Mafia - Nein! FIFA - JA?

Nicht nur, dass sich der Gigant FIFA auf unmoralischste Weise in den Ländern bereichert, in denen die Organisation Weltmeisterschaften und Länderspiele austrägt, nein, sie binden Lieferanten und ganze Regierungen mittels Knebelverträge an ihr FIFA-Gesetz. Steuerfei, versteht sich. Weiter, immer weiter: Die englische "Sunday Times" legt mit neuen Enthüllungen gegen die Fifa nach. Die Mitglieder des Exekutivkomitees haben sich demnach das Gehalt verdoppelt. Dafür fallen die umstrittenen Bonuszahlungen weg.




Hamburg - Der Fußball-Weltverband FIFA gerät weiter in die Kritik. Laut eines Berichts der Londoner "Sunday Times" bekommen die 25 Mitglieder des Exekutivkomitees künftig eine doppelt so hohe jährliche Aufwandsentschädigung. Statt bisher 100.000 Dollar (73.594 Euro) sollen es 200.000 Dollar (147.188 Euro) sein. Die Zeitung beruft sich unter anderem auf Kontoauszüge, die ihr vorlägen.

Im Gegenzug wurden die umstrittenen Bonuszahlungen an die Mitglieder gestrichen. "Es wurde verdoppelt, als Ausgleich für den Wegfall der Bonuszahlungen", wird ein namentlich nicht genanntes Exko-Mitglied in der "Sunday Times" zitiert.

Die Exko-Angehörigen, zu denen auch der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger gehört, erhielten bisher einen Bonus in Höhe von 75.000 Dollar pro Jahr. In WM-Jahren waren es sogar bis zu 200.000 Dollar.

Pikant ist dabei die letzte WM-Ausschüttung: Nach Angaben der "Sunday Times" wurde den Exko-Mitgliedern der WM-Bonus für das Jahr 2010 (200.000 Dollar) exakt einen Tag vor der Abstimmung über die WM-Vergabe 2022 überwiesen. Es folgte die umstrittene und unter Korruptionsverdacht stehende Vergabe der Endrunde an Katar.

Nach Angaben der Zeitung können sich die Exko-Mitglieder, die während ihres Aufenthalts bei der WM-Endrunde in Brasilien angeblich 700 Dollar "Taschengeld" pro Tag erhalten, ihre Aufwandsentschädigung auf Schweizer Konten überweisen lassen.


Fifa-Kommunikationsdirektor Walter De Gregorio wollte sich nicht zu dem Bericht äußern. "Wir können nicht jede Seite, die Sie sich aus den Hunderten Millionen von Mails - die Ihnen nach eigenen Angaben vorliegen - herauspicken, kommentieren", schrieb De Gregorio per Mail der "Sunday Times". Und weiter heißt es: "Das könnte ja immer so weitergehen. Wir können dieses Spiel nicht jedes Wochenende spielen. Das wissen Sie. Das ist lächerlich."